Seite 1: Test: NVIDIA GeForce GTX 650 Ti

Knapp sechs Monate nach der GeForce GTX 680, der ersten Grafikkarte auf „Kepler“-Basis, scheint das neue Line-Up von NVIDIA komplett zu sein, denn heute stopfte die kalifornische Grafikschmiede die wohl letzte Lücke und präsentierte seine GeForce GTX 650 Ti. Diese soll sich leistungsmäßig zwischen der GeForce GTX 650 und der GeForce GTX 660 (Ti) einreihen und die AMD-Konkurrenz in Form der Radeon HD 7770 gut in Schach halten können. Preislich positioniert sich die neue Grafikkarte in der 150-Euro-Klasse und zielt damit auf den preisbewussten Spieler ab. Ob das aufgeht, versuchen wir auf den nachfolgenden Seiten zu klären. Hier nun unser Launch-Test zur NVIDIA GeForce GTX 650 Ti.

Zwischen der GeForce GTX 650 und der GeForce GTX 660, die man beide erst vor wenigen Wochen der breiten Öffentlichkeit präsentierte, klaffte eine große Lücke, zumal man auch mit der AMD-Konkurrenz leistungsmäßig bzw. preislich nicht ganz so gut mithalten konnte. Die heute vorgestellte GeForce GTX 650 Ti soll diese Lücke knapp sechs Monate nach dem Start der ersten „Kepler“-Karte schließen und der Konkurrenz näher auf den Pelz rücken. Hierfür spendierte NVIDIA der GeForce GTX 650 einige Rechenwerke mehr und legte lediglich noch Hand am Kühlsystem und den Taktraten an. Zum Start hat uns NVIDIA nicht nur mit einem Pressesample versorgt. Auch ASUS schickte uns mit der GeForce GTX 650 Ti DirectCU II TOP einen ersten Ableger, der sich nicht an die Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede halten muss und den altbekannten DirectCU-II-Kühler in neuer Version sowie nochmals höhere Taktraten mit sich bringt. Außerdem hat uns EVGA seine GeForce GTX 650 Ti SSC zukommen lassen, die ebenfalls mit höheren Frequenzen auf sich aufmerksam macht und obendrein die doppelte Speichermenge besitzt. In den nächsten Tagen und Wochen werden uns wohl wieder einige Boardpartner mit entsprechenden Ablegern versorgen. Die Planungen für ein großes Round-Up, wie wir es schon zur GeForce GTX 660 Ti hatten, laufen gerade an.

Wie alle aktuellen Grafikkarten von NVIDIA basiert auch die GeForce GTX 650 Ti auf der aktuellen „Kepler“-Architektur, die man mit der GeForce GTX 680 vor gut einem halben Jahr präsentierte. Zum Einsatz kommt natürlich nicht mehr der High-End-Chip, sondern mit dem GK106 eine speziell für diese Preis- und Leistungsklasse angepasste GPU. Diese läuft ebenfalls im aktuellen 28-nm-Verfahren bei TSMC vom Band, muss allerdings nur noch 2,54 Milliarden Transistoren unterhalten. Die Einsparung der kleinen Schaltungen ist mit den deutlich reduzierten Rechenwerken zu begründen. Auf der GeForce GTX 650 Ti finden sich nur noch 768 Shadereinheiten wieder, die sich allerdings genau wie die der größeren Schwestermodelle organisieren. Die Ti-Version der GeForce GTX 650 bringt es auf vier SMX-Cluster, die jeweils 192 ALUs bereithalten und mit jeweils 16 Textureinheiten bestückt sind. In der Summe ergeben sich so 768 Shadereinheiten bzw. 64 TMUs.

Mit der GeForce GTX 660 Ti reduzierte NVIDIA zum ersten Mal in der Familie der GeForce-600-Reihe das Speicherinterface und kürzte dieses auf eine Breite von 192 Bit. Die GeForce GTX 650 Ti muss auf einen weiteren 64-Bit-Controller verzichten und bringt damit nur noch zwei Speichercontroller mit sich. Der 1024 MB große Videospeicher setzt sich allerdings weiterhin aus schnellen GDDR5-Chips zusammen und kann so über insgesamt 128 Datenleitungen kommunizieren. Bei den Taktraten fährt NVIDIA ein gewohnt hohes Level und befeuert Chip und Speicher mit 925 bzw. 1350 MHz. Damit liegt die GeForce GTX 650 Ti taktmäßig unterhalb einer GeForce GTX 650 oder GeForce GTX 660. Auf einen Turbo-Takt, wie wir ihn von namentlich höheren Modellen her kennen, der zumindest den Grafikprozessor innerhalb seiner TDP-Grenzen weiter beschleunigt hätte, muss man verzichten.

Die maximale Leistungsaufnahme der GeForce GTX 650 Ti beziffert NVIDIA auf 110 Watt. Ein zusätzlicher 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker wird damit unausweichlich. Beim Referenzkühlsystem hat NVIDIA andere Wege als bislang eingeschlagen und einen Kühler mit Axiallüfter verbaut. Die GeForce GTX 650 Ti setzt zwar ebenfalls auf ein Dual-Slot-System, wurde allerdings mit einem direkt auf der GPU angebrachten Axiallüfter sowie mit zahlreichen Aluminiumfinnen versehen. Ein aufwendiges Heatpipe-System gibt es nicht. Wie sich diese Lösung gegen die hauseigenen Vertreter und die durchaus starke Konkurrenz schlägt, klären wir nur wenige Seiten weiter.

Die technischen Daten haben wir tabellarisch zusammengefasst:

GeForce-GTX-660-Serie im Überblick
Modell NVIDIA GeForce GTX 650 NVIDIA GeForce GTX 650 Ti NVIDIA GeForce GTX 660 NVIDIA GeForce GTX 660 Ti
Straßenpreis ab 115 Euro ab 149 Euro ab 190 Euro ab 255 Euro
Homepage www.nvidia.de www.nvidia.de www.nvidia.de www.nvidia.de
Technische Daten
GPU GK107 (GK107-301-A2) GK106 (GK106-220-A1) GK106 (GK106-400-A1) GK104 (GK104-300-KD-A2)
Fertigung 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm
Transistoren 1,3 Milliarden 2,54 Milliarden 2,54 Milliarden 3,54 Milliarden
GPU-Takt 1058 MHz 925 MHz 980 MHz (Boost: 1033 MHz) 915 MHz (Boost: 980 MHz)
Speichertakt 1250 MHz 1350 MHz 1502 MHz 1502 MHz
Speichertyp GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5
Speichergröße 1024 / 2048 MB 1024 / 2048 MB 2048 MB 2048 MB
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 192 Bit 192 Bit
Speicherbandbreite 80 GB/Sek. 86,4 GB/Sek.  144,2 GB/Sek. 144,2 GB/Sek.
DirectX-Version 11.1 11.1 11.1 11.1
Shadereinheiten 384 (1D) 768 (1D) 960 (1D) 1344 (1D)
Textur Units 32 64 80 112
ROPs 16 16 24 24
Pixelfüllrate 16,9 14,8 GPixel/Sek. 23,5 GPixel/Sek. 22 GPixel/Sek.
TDP 64 Watt 110 Watt 140 Watt 150 Watt
SLI/CrossFire - - SLI SLI

Mit ihren 768 Rechenwerken und dem schnellen GDDR5-Speicher, der zudem über ein 128 Bit breites Speicherinterface angebunden ist, bringt es die neue GeForce GTX 650 Ti auf eine Pixelfüllrate von 14,8 Gigapixel in der Sekunde bzw. auf eine Speicherbandbreite von bis zu 86,4 GB/Sek.

gtx-650ti-refernz

Bevor wir uns allerdings auf die Leistungswerte der GeForce GTX 650 Ti stürzen werden, werfen wir noch einen genaueren Blick auf das Pressesample. Außerdem müssen auch die ASUS GeForce GTX 650 Ti DirectCU II TOP und die EVGA GeForce GTX 650 Ti SSC, die wir heute ebenfalls getestet haben, ausführlich vorgestellt werden.