Seite 7: Fazit

Das MasterBox Q500L-Sample kann sich mit seinen Hardwareluxx-Staubgittern gleich unsere Sympathien sichern. Für Käufer wird es zwar nur mit den Standard-Staubgittern angeboten, bleibt aber trotzdem ein spannendes Gehäuse. Das gilt vor allem dann, wenn ein ATX-System möglichst platzsparend untergebracht werden soll. Es ist durchaus beindruckend, wenn ein ausgewachsenes ATX-Mainboard in einem Gehäuse verschwindet, das nur so groß ist wie ein typisches Micro-ATX-Gehäuse. 

Und dabei müssen noch nicht einmal größere Abstriche bei der Komponentenwahl gemacht werden. Für die höchsten Tower-Kühler und die längsten Grafikkarten und Netzteile kann es zwar etwas (zu) eng werden. Doch die Kombination aus mittelhohem Tower-Kühler, kurzem Netzteil und High-End-Grafikkarte hat allemal genug Platz. Die Kühlleistung fällt ab Werk etwas mager aus. Der vormontierte 120-mm-Lüfter müht sich zwar hörbar, kann aber keine Wunderdinge verrichten. Gerade bei leistungsstarken und hitzigen High-End-Komponenten sollte man zusätzliche Lüfter einplanen. Die optionalen Lüfterplätze im Boden und im Deckel versprechen dabei noch einigen Spielraum. Eine Wasserkühlung kann zwar prinzipiell verbaut werden, die geringe Gehäusegröße setzt dafür aber klare Grenzen: Weil zwischen Deckel und Mainboard nur 4 cm Abstand bleiben, dürfen Mainboardkomponenten bei Nutzung eines Deckelradiators nicht höher als 35 mm aufragen. 

Trotz des günstigen Preises kann das MasterBox Q500L einen soliden Staubschutz mit drei Staubgittern, ein angemessen bestücktes I/O-Panel und richtige Slotblenden bieten. Für das Kabelmanagement bleibt zwar genug Platz, doch richtig aufgeräumt geht es im Innenraum nicht zu. Denn aus Platzgründen kann das Netzteil nicht versteckt werden, sondern ist zusammen mit den Netzteilkabeln sichtbar. Weil das Window getönt ist, fällt das in der Praxis aber kaum auf. Andere Gehäuse bieten selbst in der 50-Euro-Preisklasse bereits Glasseitenteile. Das transparente Kunststoffseitenteil des Mini-Towers ist zwar kratzempfindlicher, spart aber Gewicht. Es lässt sich außerdem flexibel ausrichten und ermöglicht so, dass auch das I/O-Panel an unterschiedlichen Positionen genutzt werden kann. Flexibel zeigt sich das MasterBox Q500L schließlich auch bei der Aufstellung: Es kann sowohl stehend als auch liegend genutzt werden.

Ähnlich kompakte ATX-Gehäuse wie das MasterBox Q500L sind eine Seltenheit. Eine spezielle Alternative wäre das Thermaltake Core G3. Dank Riserkabel konnte Thermaltake dieses ATX-Gehäuse extrem schlank gestalten. Bei Maßen von 140 x 454 x 371 mm (B x H x T) braucht es noch weniger Stellfläche als Cooler Masters Mini-Tower, ist dafür aber deutlich höher. Das 70-Euro-Modell schränkt aber vor allem bei der Komponentenwahl deutlich stärker ein. 

Cooler Master bietet mit dem MasterBox Q500L ein bemerkenswert platzsparendes ATX-Gehäuse an, das dazu auch noch mit einigen weiteren Besonderheiten aufwarten kann. Gegenüber einem ausgewachsenen Midi-Tower müssen zwar einige Einschränkungen gemacht werden, für seine Größe ist der Mini-Tower aber noch erfreulich vielseitig. Und dank des günstigen Preises verdient sich das Mini-ATX-Gehäuse letztlich dann auch unseren Preis-Leistungs-Award. Nur schade, dass Cooler Master Kunden keine Möglichkeit bietet, Staubgitter im Wunschdesign zu bestellen. Unsere Hardwareluxx-Staubgitter zeigen anschaulich, warum das ein weiterer, großer Pluspunkt wäre. 

Positive Aspekte des Cooler Master MasterBox Q500L:

  • günstiges und leichtes ATX-Gehäuse mit den Maßen eines Mini-Towers
  • genug Platz für mittelhohe Towerkühler und leistungsstarke Grafikkarten (bei nicht zu langem Netzteil)
  • 240-mm-Radiatorenplatz im Deckel (max. Höhe Mainboardkomponenten: 3,5 cm)
  • Gehäuse kann stehend und liegend genutzt werden, I/O-Panel versetzbar
  • immerhin zwei 3,5- bzw. vier 2,5-Zoll-Laufwerksplätze
  • Staubgitter an Front, Deckel und Boden; an Front und Deckel magnetisch

Negative Aspekte des Cooler Master MasterBox Q500L:

  • ab Werk eher magere Kühlleistung, aber optionale Lüfterplätze im Boden und im Deckel
  • unvermeidbar etwas beengte Platzverhältnisse
  • keine werkzeuglose Montage der Laufwerke und Erweiterungskarten, keine HDD-Entkopplung, Netzteil und Netzteilkabel sichtbar
  • nur Kunststoff-Window