Seite 7: Fazit

Lian Li ist dabei, sich neu zu erfinden. Das markiert das Unternehmen nicht nur mit seinem neuen Logo, sondern auch mit neuen Produkten. Nach dem  RGB-Midi-Tower Alpha 550 macht nun auch das PC-O11 Dynamic deutlich, wo die Reise hingehen könnte: Die neuen Modelle sollen aktuellen Bedürfnissen entsprechen und durch ihre Strahlkonstruktion preislich konkurrenzfähig sein. Während das Alpha 550 den RGB-Trend aufgreift, richtet sich das günstigere PC-O11 Dynamic tatsächlich an Enthusiasten. 

Und zwar vor allem an solche, die ein leistungsstarkes System mit einer Eigenbauwasserkühlung nutzen und bestmöglich präsentieren wollen. Das gelingt dank der drei unabhängig voneinander nutzbaren 360-mm-Radiatorenplätze und der Kombination aus Glasfront und Glasseitenteil ausgezeichnet. Die unsichtbar gelöste Montage der Glaspanele, der Aluminiumstreifen an der Front und der USB 3.1 Typ-C-Port im I/O-Panel lassen das Gehäuse zusätzlich hochwertig wirken. 

Im Innenraum wird besonders deutlich, wie sehr sich die Kooperation mit Roman "der8auer" Hartung gelohnt hat.Denn gegenüber dem regulären PC-O11 wirkt die Dynamic-Variante gerade mit Blick auf den Enthusiasten-Einsatz durchdachter. Das Highlight sind die drei großen und sinnvoll angeordneten Radiatorenplätze. Kompromisse muss man dabei eigentlich nur beim Bodenradiator eingehen, der die unteren Erweiterungskartenslots des Mainboards blockiert. Doch auch sonst wurde der Innenraum mit Liebe zum Detail umgesetzt - z.B. mit dem Laufwerksträger, der gleichzeitig die Kabel versteckt und mit dem modularen HDD-Käfig, der einfach durch ein zweites ATX-Netzteil ersetzt werden kann. Dazu können trotz des Zweikammeraufbaus sogar viele mittelhohe Towerkühler genutzt werden. 

Kritik können wir praktisch nur an wenigen Details üben. So sind die magnetischen Staubfilter zwar einfach zu reinigen, die Gitter lassen feinen Staub aber leicht passieren (bremsen dafür aber auch den Luftstrom weniger stark als feinmaschige Filter). Lian Li hat außerdem sowohl bei den Erweiterungskarten als auch bei den Laufwerken auf eine werkzeuglose Montage verzichtet. Dass das Gehäuse ohne jeden Lüfter ausgeliefert wird, werten wir hingegen nicht als Kritikpunkt. Gerade die angesprochenen Enthusiasten werden ohnehin Lüfter eigener Wahl einsetzen wollen. 

Wer auf auffällige RGB-Lüfter Wert legt, könnte bei Lian Li alternativ zum Alpha 550 greifen. Dieses Modell ist aber nicht nur deutlich teurer, sondern auch nicht so konsequent auf Enthusiasten ausgelegt wie das PC-O11 Dynamic. So wirkt sich die Kombination aus horizontalem Luftstrom und Glasfront ungünstig auf die Kühlleistung aus und die Radiatorenplätze werden stärker limitiert. Auch Corsairs gläsernes Crystal Series 570X ist nicht so stark für Enthusiasten geeignet wie das PC-O11 Dynamic und optisch weniger elegant. 

Der Mix aus konsequenter Auslegung auf DIY-Wasserkühlung, Showfaktor und guter Ausstattung ist für sich schon bemerkenswert. Weil das Stahlgehäuse aber auch noch um Welten günstiger ist als die bisherigen (Aluminium-)Modelle der PC-O-Serie, hat sich das PC-O11 Dynamic unseren Excellent-Hardware-Award verdient. 

Positive Aspekte des Lian Li PC-O11 Dynamic:

  • nimmt drei 360-mm-Radiatoren gleichzeitig auf
  • Mainboardkammer seitlich und von vorn durch gehärtetes Glas einsehbar; raffinierte, weil unsichtbare Montage der Panele
  • trotz des Zweikammeraufbaus zumindest Platz für kleinere und einige mittelhohe Towerkühler, viel Platz für Grafikkarten
  • modularer HDD-Käfig kann durch ein zweites ATX-Netzteil ersetzt werden, flexible Laufwerksträger
  • vier magnetische Staubfilter, HDD-Entkopplung
  • USB 3.1 Typ-C im I/O-Panel
  • vertikale Grafikkartenmontage möglich (mit optionalem Riserkabel)

Negative Aspekte des Lian Li PC-O11 Dynamic:

  • nur einfache Kunststoffgitter als Staubfilter 
  • keine werkzeuglose Montage der Erweiterungskarten und Laufwerke