Seite 3: Fazit

Welche Lücke der Vengeance RGB Pro im Sortiment von Corsair schließen soll, ist auch nach dem Test nicht klar. Denn auch ohne die 27 neuen Kits bieten die Kalifornier eine fast unüberschaubare Anzahl an RAM-Lösungen an. Allerdings macht man es potentiellen Käufern einfach: Sollen es RGB-LEDs sein, muss die neue Speicherfamilie in die engere Wahl aufgenommen werden.

Nicht nur, dass Corsair mit den Kits ausgehend vom XMP-2.0-Profil jeden relevanten Geschwindigkeitsbereich abdeckt und selbst Enthusiasten mit hohen Taktraten ansprechen dürfte - auch Verarbeitung, Beleuchtung und OC-Potenzial überzeugen. Das gilt für das getestete DDR4-3600-Kit, bei den anderen Vengeance-RGB-Pro-Ablegern dürfte es aber nicht anders aussehen.

Performancerating

Prozent

Gerade das OC-Potenzial ist es jedoch, dass es den schnelleren Kits schwer machen könnte. Zwar garantiert Corsair keinen Wert, der sich zusätzlich zum XMP-Takt erreichen lässt, die Qualität der Samsung B-Dies dürfte aber in jedem Fall zumindest kleine Sprünge möglich machen. Orientiert man sich am Performance-Rating, stellt sich aber auch hier die Frage, ob das Drehen an der Taktschraube überhaupt sein muss. Wer von DDR4-2666 oder -2933 kommt, erhält zwar in bestimmten Situationen einen spürbaren Schub, einen Unterschied zwischen DDR4-3600 und -3900 oder -4000 dürfte aber kaum jemand wahrnehmen.

Allerdings ist das keine Schwäche des Corsair-Speichers, sondern gilt wie üblich für jeden Arbeitsspeicher. Wer auf der Jagd nach dem letzten zusätzlichen Zehntelprozentpunkt oder einem weiteren Frame ist, darf das ignorieren und sich vermutlich auf das DDR4-4600-Kit freuen.

Ganz ohne Kritik geht es aber dennoch nicht. So fallen die JEDEC-Profile einmal mehr sehr konservativ aus und erneut gibt es seitens Corsairs keine offizielle QVL. Die sehr allgemein gehaltene „Kompatiblitätsliste" ist mit Vorsicht zu genießen - zumal in dieser lediglich Intel-Chipsätze genannte werden. Enthusiasten stören sich vermutlich aber eher daran, dass Corsair mit ASUS Aura ausgerechnet das vermutlich am weitesten verbreitete Beleuchtungssystem im PC-Bereich nicht unterstützt. Zwar gefällt die Eigenentwicklung iCUE, doch wer sich bei den restlichen Komponenten auf Aura eingestellt hat, wird eher einen Bogen um den RAM machen.

Allerdings ändert das nichts daran, dass es sich beim Corsair Vengeance RGB Pro DDR4-3600 um ein exzellentes Speicherkit handelt, das sich in puncto Hardware keine Schwächen leistet. Mit etwa 230 Euro liegt das 16-GB-Kit im Mittelfeld, der günstigste Konkurrent bei vergleichbaren Eckdaten kostet rund 210 Euro.

eh corsair vengeance rgb pro3600

Positive Aspekte des Corsair Vengeance RGB Pro DDR4-3600:

  • hochwertige Verarbeitung
  • sauber programmiertes SPD
  • vergleichsweise hohes OC-Potenzial
  • überzeugende Beleuchtung

Negative Aspekte des Corsair Vengeance RGB Pro DDR4-3600:

  • konservative JEDEC-Profile
  • ASUS Aura wird nicht unterstützt