Seite 5: iSight, LTE, Dictation und AirPlay

iSight

Bereits das iPad 2 verfügte über zwei Kameras, beide eigneten sich aber nur eingeschränkt für die Aufnahme von Fotos. Das neue iPad verwendet auf der Rückseite die Optik des iPhone 4S, verbaut dahinter allerdings "nur" einen 5-Megapixel-Sensor wie im iPhone 4. Diese Optik erlaubt über die fünf Linsenelemente eine maximale Blende von f/2.4.

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Ein Infrarot-Hybridfilter soll störendes Infrarotlicht herausfiltern und für klarere Bilder sorgen. Die neue Kamera erlaubt auch die Aufnahme von HD-Videoaufnahmen in 1080p-Auflösung.

Hier einmal ein Beispielfoto mit der neuen iSight im iPad:

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LTE

Mit dem neuen iPad setzt Apple erstmals auf den Mobilfunkstandard der vierten Generation - Long Term Evolution oder kurz LTE. Dabei handelt es sich um das hierzulande im Aufbau befindliche Nachfolgenetz von UMTS, das in der maximalen Ausbaustufe mit bis zu 300 MBit pro Sekunde arbeiten kann. Apple verbaut dazu den Qualcomm MDM9600, der alle gängigen Mobilfunkstandards und Netze beherrscht.

Tiefer müssen wir in Deutschland aber nicht in das Thema einsteigen, denn das neue iPad unterstützt nur die LTE-Frequenzen in den USA mit 700 und 2100 MHz. In Deutschland nutzen die Telekom und Vodafone allerdings Frequenzbänder rund um 800 und 2600 MHz. O2 hat ebenfalls in diesen Bereichen Frequenzbänder ersteigert, ebenso wie E-Plus, beide verzichten allerdings bislang auf den Ausbau eines Netzes.

Hierzulande bleibt also nur die Nutzung des 3G-Standards in der HSPA+- und DC-HSDPA-Ausbaustufe. Damit ist zumindest theoretisch ein Downstream von 21 bzw. 42 MBit/Sek. möglich. Die meisten Anbieter riegeln allerdings bei 7,2 MBit/Sek. ab. Bei Heise ist eine ausführliche Vorstellung schneller Datentarife für das iPad erstellt worden, die auch DC-HSDPA nutzen.

Das neue iPad erlaubt im Zusammenspiel mit iOS 5.1 auch den Aufbau eines persönlichen Hotspots. Abhängig vom gewählten Datentarif kann die Internetverbindung also per WLAN an weitere Geräte weitergegeben werden. Derzeit fehlen allerdings noch die dazu passenden Betreibereinstellungen der Netzbetreiber.

Warum Apple nur die LTE-Frequenzen in den USA unterstützt, erschließt sich uns nicht vollkommen. Zum einen könnte sich Apple erst einmal auf den US-Markt konzentrieren, da hier die LTE-Ausbaustufe einen deutlicheren Sprung in der Geschwindigkeit der Netze bedeutet als dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. Der verbaute Qualcomm RTR8600 Chip wäre theoretisch auch in der Lage die in Deutschland verwendeten Frequenzen zu unterstützen. Vielleicht aber ist es Apple auch einfach nicht gelungen die Antennen (und davon sind im neuen iPad einige zu finden) entsprechend auf alle LTE-Frequenzen in den wichtigsten Märkten anzupassen.

Dictation

Siri ist eines der Hauptfeatures auf dem iPhone 4S und erwartet wurde die Einführung auch auf dem neuen iPad. Oftmals erschließen sich die Entscheidungen von Apple nicht, warum ein Gerät ein Feature erhält und ein anderes nicht. Beim iPad hat sich Apple nun dazu entschieden, Siri nicht in seiner kompletten Fassung einzubauen, sondern nur das Diktieren von Texten. Auch auf dem iPhone 4S besitzt Siri hierzulande noch nicht den kompletten Funktionsumfang wie in den USA, was sich aber im Laufe des Jahres 2012 ändern soll.

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Wie auch schon im A5 des iPhone 4S verwendet Apple dazu einen im Chip implementierten ISP, der sich beispielsweise um die Unterdrückung der Hintergrundgeräusche kümmert und damit die Erkennung der Spracheingaben verbessern soll. Wie auf dem iPhone 4S ist auch auf dem neuen iPad eine bestehende Internetverbindung erforderlich.

In der Praxis funktioniert das Diktieren von Texten wie auch auf dem iPhone mehr oder weniger gut. Klar gesprochene Wörter und eine leise Umgebung sind eine Grundvoraussetzung für eine gute Erkennung.

AirPlay

AirPlay erlaubt bereits mit dem iPhone 4/4S und iPad 2 die drahtlose Übertragung von Audio- und Videoinhalten auf einen AppleTV oder ein anderes AirPlay-fähige Endgerät. Findet das iOS-Gerät ein AirPlay-fähige Hardware, genügt ein Klick auf das AirPlay-Symbol. Bislang war die Video-Wiedergabe durch den AppleTV auf 720p beschränkt. Der neue AppleTV erlaubt auch die Wiedergabe von 1080p-Inhalten direkt aus dem iTunes-Store oder per AirPlay. AirPlay Mirroring, also das kopieren des Inhaltes auf den Fernseher, erfolgt allerdings weiterhin in 720p

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Auch über den HDMI-Adapter ist die Wiedergabe von Inhalten möglich, auch dies geschieht in 1080p.