Eigentlich ist das ein Thema zum Bastelthread.
Ich führe das mal hier weiter, da ich hauptsächlich auf die allgemeinen Aspekte eingehen werde, unabhängig von Sockel A.
Bei den Vergleichsmessungen mit meinen anderen boards habe ich Werte in höheren KOhm bis MOhm Bereichen gemessen.
Bisher wurde es ja häufig nur bei Boards gemacht, die eh auffällig waren oder wo die Stromversorgung bereits tot war um den Verursacher zu finden. Ggf. sollte man das einfach, wenn man eh schon einen Recap macht, das einfach mal kurz mit durchklingeln. Kostet kaum Zeit, schnell gemacht und kann einen groben Indikator geben, ob da vielleicht bald was schief gehen könnte. Egal ob Board, GPU, Netzteil, die Auffälligkeiten, wie wir ja auch an den Messergebnissen meiner vier Ultra-B gesehen haben, sind schon sehr aufdrängend in dem Zustand, sogar so weit, dass man fast schon eine Rangliste erstellen könnte, wer dem Tod am nächsten ist
Nach einem Diskurs mit @P4schissel, @WMDK und @Mor'du haben wir passenden Ersatz gefunden (IPD135N03L). Gewechselt habe ich direkt alle drei Mosfets.
Kleine Info noch an dieser Stelle:
Der Ersatz ist bewusst etwas größer dimensioniert. Ich habe zwar die FETs am Oszi alle durchgeschaut und prinzipiell ist da so weit alles in Ordnung, keine Overshoots in Grenzbereiche der Specs, somit sind die originalen 20N03L kein Rotstiftprodukt, aber da die Specs der 35N03L von der Charakteristik her genau so gut rein passen und alle wichtigen Werte erfüllt sind, schadet es auch nicht, hier noch ein bisschen Spielraum zu haben und vielleicht ist es am Ende ja auch etwas zuträglich für die Lebenszeit, denn die sind bei den DFIs ja schon auffällig gestresst, um es mal vorsichtig zu sagen
Nach reCAP kommt reFET! Testet mal bitte eure Ultra B boards lieber durch bevor ihr mit vermutlich halb defekten Mosfets das board quält! Ich behaupte das Problem wird öffter vertreten sein.
Exakt das!

Das hatte ich ja hier damals auch schon ein paar mal angeregt in einigen Fällen, wo solche Schwachstellen bekannt sind oder man z.B. beim P4C800-E durch die zusätzliche Bestückung an freien Stellen – Achtung, unterschiedliche Bestückungen! – gerade beim Einsatz von z.B. Prescots mit reichlich OC die Last besser verteilen, die Temperaturen senken und das Schaltverhalten verbessern kann. Die Konstellation beim UltraB scheint darüber hinaus eh eine gewisse Anfälligkeit zu besitzen, wenn man sich die Menge an degenerierten oder defekten Boards mit Ursache in der RAM Versorgung anschaut.
Es wurden 3 Stück IPD20N03L
gegen 3 Stück IPD135N03L
getauscht. Den Kerko habe ich noch original belassen. Hier fehlen uns noch Messungen.
Genau, da werde ich nochmal einige Tests, wie schon besprochen, durchführen. Material dafür ist im Zulauf, bzw. tlw. schon vorhanden. Sobald ich die Zeit finde, werde ich für den Kerko-Mod von DFI mal ein paar Vergleiche anstellen, insbesondere auch mit Fokus auf das resultierende Signal zum Cap und nach dem Cap, denn ggf. lässt sich da aus einer Kombi mit exakt abgestimmten Komponenten noch was rausholen
Würdest du da eine Mod-Anleitung in unseren Recap-Mod-Datenbank-Thread werfen?
Halte ich auch nicht unbedingt für eine gute Idee. Wer es kann, hat hier alle Infos um es zu machen, ansonsten ist das Risiko eines Schadens durch unsachgemäße Ausführung höher als alles andere, vor allem wenn wir die Nähe zu den Slots bedenken und der Farbton erhalten bleiben soll
Á la "die Mosfets verbaut, die werden gebraucht, Quelle da, Photo von den zu tauschenden Mosfets".
Ist nicht viel anders als bei Kondensatoren. Quelle ist auch Mouser oder Digikey, da bekommst du alles was du brauchst, was die Ersatzauswahl angeht, ist es wie bei Caps auch, anschauen, Specs / Charakteristik checken, gleichwertigen oder besseren Ersatz suchen.
Ich möchte behaupten, deinen Schilderungen folgend, sollten alle Besitzer der Baureihe diese Modifikation nicht erst bei Auftreten von Symptomen umsetzen.
Wie gesagt, das Thema ansich ist nicht neu. Die betroffenen Boards bei der UltraB Serie sind in auffällig hoher Zahl betroffen, auf der anderen Seite sind die UltraB Platinen aber auch häufig von Übertaktern ans Limit getrieben worden und haben für BH5 & Co. auch oft hohe Spannungen gesehen. Das geht natürlich auch nicht spurlos daran vorbei, muss man wissen
p.s.: könnte es eine Ursache für die augenscheinlich schleichende Degenerierung der Mosfets geben? Sind da ggfls. vorgeschaltete Bauteile minderer oder unzureichender Qualität/Spezifikationen?
Hatte ich doch hier im Thread schon mehrfach drüber geschrieben
Der Beitrag von
@digitalbath war jetzt primär bezogen auf die UltraB Besitzer mit entsprechendem Beispiel. Die grundsätzliche Problematik, dass Mosfets im Laufe der Zeit degenerieren können, haben wir hier ja schon mehrfach behandelt, sei es für Mainboards, für Netzteile... you name it.
Die häufigsten Ursachen für Mosfet Defekte sind ja bekannt. Temperaturprobleme + steigender RDS(on) -> Selbstverstärkung -> Elektromigration -> Gefahr für Bonddrähte / Gate Oxid. Gate Oxid Degeneration durch durch hohe GS Spannung, schnelle Flanken und grenzwertiges Layout z.B. mit viel Ringing oder Overhoots, irgendwann hast du dann erste Tunnelungen in der Schicht bis es irgendwann zum Durchbruch kommt. Dann gibt's da noch das Thema der Spannungslawine (Avalanche Breakdown), wenn die induktive Last aus der Spule beim Abschalten nicht richtig abgeführt wird, spiked die halt zurück, auch dadurch wird das Material verschlissen (Risse / Kristiallgitterinstabilitäten), alternde oder degenerierten Kondensatoren leisten auch ihren Beitrag. Im Extremfall können sogar die Treiber ein Mosfet killen, wenn wir unzureichendes Gate Drive haben bspw., dann kannst du z.B. plötzlich im linearen Bereich landen. Ist aber deutlich seltener als die o.g. Gründe für die Alterung.
Kurzum, je bescheidener die Bedingungen und je höher die Last, umso stärker degenerieren die Mosfets. Das muss nicht immer im Defekt enden, sondern kann auch einfach erstmal zu unsauberem / instabilem Schaltverhalten führen.