[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Da geht es nicht um Vermögen, sondern um Einkommen. Und da ist der Mindestlohn geeignet, um die Ungleichheit zu verringern.

Du sprachst in deiner ursprünglichen Nachricht erst mal allgemein von Inflation. Find ich aber gut, dass du das präzisierst, denn das zeigt potentielle Probleme viel eher auf.
Bei den Bereichen, die Personen mit Mindestlohn betreffen, sehe ich Lebensmittel aber nicht als größten Posten, das dürfte eher Miete und KFZ sein. Lebensmittel eher Platz drei. Ich finde jetzt aber auch keine Angaben zu nicht-Durchschnittswarenkörben, hast du da mehr Infos? Ich mein, Benzin, Technik wird halt von vielen Menschen genutzt, auch jenen, die wenig verdienen.

Bei den Lebensmitteln selbst sehe ich das anders. Die Quellen sprechen ja bei Erhöhungen von Produkten, in die ein relevanter Dienstleistungsanteil fließt, also zB der Friseur. Ja, betrifft auch einige Lebensmittel, aber das sind für mich solche Lebensmittel, die man sich mit geringerem Mindestlohn auch nicht gut leisten kann und seltener wird. Der Großteil der Lebensmittel ist, so vermute ich, eher maschinenintensiv produziert.
Selbst beim Friseur macht die Erhöhung am Endpreis ja weniger aus als die Erhöhung selbst. Und durch ganz konkrete Erhöhung des Lohns bleibt am Ende ja dennoch spürbar mehr in der Tasche.
 
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Du sprachst in deiner ursprünglichen Nachricht erst mal allgemein von Inflation.
?

eigentlich nicht so ganz, ich habe das auch dort bereits eingegrenzt:
Bedeutet halt auch, Friseur, Brötchen, Kneipen/Imbisse/Restaurants und viele andere Dienstleistungsbranchen werden entsprechend teurer und befeuern die Inflation...

Die Erhöhung bei Lebensmittel tritt durch die BEschäftigten im Supermarkt ein. Der Einzelhandel wird explizit als besonders betroffen benannt. Und das sind auch Supermärkte...
 
Naja, Discounter wie Aldi, Lidl, DM, usw. zahlen jetzt schon bereits höhere Löhne als den Mindestlohn. Den Mindestlohn betreffen doch häufig Unternehmen, die keine Gewerkschaft haben/erlauben wollen und sich auch gerne mal nicht ans Gesetz halten, sprich Überstunden machen ohne Bezahlung usw. Solche Geschäfte/Branchen können dann auch gerne den Bach runtergehen.

Was spricht außerdem gegen einen Mindestlohn ? Die Inflation mag zwar steigen, aber deutlich geringer, als was die Menschen mit Mindestlohn danach haben. Würde es gesetzlich keinen Mindestlohn geben, würde die Inflation trotzdem steigen, genauso wie die Gehälter von Branchen/Firmen mit Gewerkschaften dahinter. Sowas wie Rentenerhöhungen und mehr Geld für Bürgergeldempfänger würde es genauso geben, deswegen find ich die Diskussionen über den Mindestlohn auch ziemlich sinnlos. Alles darf steigen, aber das Gehalt der Menschen, die oftmals am Existenzminimum leben, darf aber nicht steigen, weil sonst ja alles teurer wird.
 
Die Einräumer, die zumindest in REWE zu finden sind, nicht.

Ansonsten bitte ich dich, meine Beiträge vollständig zu lesen. Ich bin absolut nicht gegen Mindestlöhne. Ich sehe aber ein aufkommendes Problem, wenn der Mindestlohn deutlich stärker steigt als die allgemeine Lohnsteigerung.
 
Ich hab schon alles von dir gelesen, keine Sorge. :)

Rewe bietet auch Franchise Geschäfte an, somit kann es auch auf einzelne Läden zutreffen.

Wieso darf der Mindestlohn denn nicht stärker steigen, als die normale Lohnsteigerung ? Du sagtest in deinem Zitat selbst, dass zwischen Arm und Reich die Schere immer größer wird. Somit wäre es doch nur richtig, wenn der Mindestlohn stärker steigt als die allgemeine Lohnsteigerung.

Gibts mal ne Statistik dazu, wie der Mindestlohn seit Einführung im Vergleich zum allgemeinen Lohn gestiegen ist ?


Edit: Mein Vorschlag wäre, wenn man Mindestlohn, Bürgergeld, Rente, und was es noch alles gibt zu gleichen %e steigert, wie auch die allgemeine Lohnsteigerung ist.
 
ein entscheidender Punkt wird hier komplett vergessen. Es gibt ein Lohn- bzw. Gehaltsgefüge in nahezu jedem Betrieb, das dann unweigerlich aus den Fugen gerät.

Was macht wohl ein Facharbeiter der 16-17€ die Stunde, z. B. in der Logistik, bekommt, wenn der Mindestlohn-Bezieher fast 15€ erhält? Das "Problem" wird leider immer akuter bzw. größer je höher der Mindestlohn steigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieso darf der Mindestlohn denn nicht stärker steigen, als die normale Lohnsteigerung ?
Weil es den Wert von qualifizierten Abschlüssen sukzessiv erodiert. Wozu mehrere Jahre in Bildung/Fortbildung stecken, um am Ende unter Umständen nicht mehr oder nur wenig mehr zu verdienen als ein ungelernter im Mindestlohn wie eben jetzt in den kommenden 2 Jahren.

Und das würde gar nicht so lange dauern wenn der Mindestlohn so drastisch mehr steigt als der Durchschnittslohn.

Ein gewisses Lohngefälle muss bestehen, sonst lohnt Bildung nicht.
 
Ein gewisses Lohngefälle muss bestehen, sonst lohnt Bildung nicht.
Thema Friseur finde ich ganz gut, weil eigene Erfahrungen damit gemacht. Moechte hier den Beruf absolut nicht in Abrede stellen!
Die Endkundenpreisentwicklung finde ich dennoch extrem bescheiden. Bevor ich meinen damaligen Friseur (Kette, massenabfertigung) den Ruecken gekehrt habe ging irgendwann der Maennerhaarschnitt auf ~28€ oder was das waeren hoch. Fuer ca 10min Arbeit. Mehr als ein wenig mit der Maschine und 2-3 mal die Schere ansetzen hat man bei mir nie gemacht.
Hochgerechnet ergibt das nen ganz schoen absurden Stundensatz. Der Mitarbeiter selbst hat wohl wenig davon. Der Salon/Die Kette wohl eher. Ich finde sehr wohl dass man solche 'kleinigkeiten' im Geldbeutel merkt. Geht irgendwo beim Friseur los, zieht sich ueber saemtliche Supermaerkte etc..
 
Weil es den Wert von qualifizierten Abschlüssen sukzessiv erodiert. Wozu mehrere Jahre in Bildung/Fortbildung stecken, um am Ende unter Umständen nicht mehr oder nur wenig mehr zu verdienen als ein ungelernter im Mindestlohn wie eben jetzt in den kommenden 2 Jahren.

Und das würde gar nicht so lange dauern wenn der Mindestlohn so drastisch mehr steigt als der Durchschnittslohn.

Ein gewisses Lohngefälle muss bestehen, sonst lohnt Bildung nicht.
Wie wars denn vor dem Mindestlohn ? Da hat man als ausgelernte Kraft doch auch nur Löhne von 5-8 Euro erhalten, teilweise sogar noch geringer.

Aber zum Lohngefälle ja mein Vorschlag, dass man alle Anpassungen der allgemeinen Lohnentwicklung anpasst. Somit kriegt ein Facharbeiter immer noch gleich viel mehr %e, als der Ungelernte. Genauso bekommt der Mindestlohnbezieher dann auch noch mehr als der Bürgergeldempfänger, und und und
 
Als ich 2012 nach Berlin gezogen bin, hab ich 13€ bezahlt, jetzt sind es 29€. Nächstes Jahr dann wahrscheinlich 33€ oder so. Bei mir dauert es auch nur 10 Minuten. Ich finde auch, dass die Friseure hier fair ihr Geld bekommen sollen und auch davon Leben aber offensichtlich steckt sich die Erhöhung eh der Chef überproportional ein.
 
Naja, du sprichst ganz hinten wieder nur allgemein von Inflation. Was ist denn dein Punkt?

Die Erhöhung bei Lebensmittel tritt durch die BEschäftigten im Supermarkt ein. Der Einzelhandel wird explizit als besonders betroffen benannt. Und das sind auch Supermärkte...

Auch das ist wieder nur ein Bruchteil der Gesamtkosten. Die Inflation wird von viele anderen Punkten weit mehr getrieben, der Mindestlohn ist da nur ein kleiner Anteil.
 
Das Schöne für meine Minijobber ist, dass mit dem Mindestlohn auch automatisch die Grenze für steuerfreie Minijobs ansteigt. (y)
 
Ich empfand die Einführung des Mindestlohns als großen Gewinn für die in Deutschland Beschäftigten.
Die Eingangs dunkel vorhergesagten wirtschaftlichen Einbußen gab es natürlich nicht.
Die Gehalts-/Lohnabstufungen innerhalb der Wirtschaft sind jedoch über längere Zeiträume "gewachsen". Wenn sich die die unteren Gehaltsgruppen überproportional schnell entwickeln, entsteht Druck in den Gruppen (Facharbeiter, Studierte) darüber, um eine hinreichende Abgrenzung zu erhalten. Wurde ja alles schon geschrieben.
Was ebenfalls schon angerissen wurde, sind die damit verknüpften Dinge, wie eine überproportionale Erhöhung der BBG, stärkere Rentenerhöhungen (die wir uns m.M.n. nicht leisten können, Stichwort: Generationengerechtigkeit) und dergleichen.

Ein praktikablerer Weg wäre tatsächlich eine wirkliche Reform sowohl der Besteuerung von Arbeit als auch Kapital. Wenn sowas wie die Aktivrente einfach auf das allgemeine Einkommenssteuermodell Anwendung finden würde und alle Midijobs bis 2000 EUR steuerfrei würden, hätten die Mindestlöhner sogar noch mehr in der Tasche als mit der geplanten Lohnerhöhung. Da der Staatshaushalt nach geltender Politikermeinung (FDP ist ja nicht mehr vertreten) ja nicht schrumpfen darf, könnte man im gleichen Zug die Steuern auf Kapitaleinkünfte erhöhen. Das würde aktiv zur Verringerung der Schere zwischen Arm und Reich beitragen. Gleich damit verknüpfen sollte man eine deutliche Erhöhung des Steuerfreibetrags von jetzt 1000 EUR pro Person auf sagen wir 12.000 EUR pro Person und Jahr (inflationsgekoppelt). Damit wäre private Vorsorge gestärkt und die "Reichen" müssten halt abgeben, sie haben ja schließlich genug.
Ich sehe allerdings beim durchschnittlichen Regierungsmitglied nicht den Willen einer echten Reform (zu komplex, ressortübergreifend, zu langwierig,...)
 
Naja, du sprichst ganz hinten wieder nur allgemein von Inflation. Was ist denn dein Punkt?
das diese Punkte natürlich auch in die allgemeine Inflation reinlaufen. Wie stark in Relation zum gesamten Warenkorb war nicht Inhalt der Aussage. Ebenso nicht, dass nicht andere Bestandteile das in Teilen oder ganz ausgleichen können. Aber die Teuerungen in diesen Bereichen fließen selbstverständlich in die Berechnung der allgemeinen Inflation auch ein.

Auch das ist wieder nur ein Bruchteil der Gesamtkosten. Die Inflation wird von viele anderen Punkten weit mehr getrieben, der Mindestlohn ist da nur ein kleiner Anteil.
Auf die allgemeine Inflation betrachtet, sicher. Warum das im Kontext der unteren Einkommen zu kurz gedacht ist, habe ich dargelegt oder?

So klasse der Mindestlohn ist, er schafft eben auch Reibungspunkte bis hin zu Problemen. Das ist in einem komplexen Konstrukt nun mal inhärent. Da dreht man nicht mal eben an eine Stellschraube und alles andere passt dann. Vor allem nicht, wenn man an einer Stelle starke Veränderung in Relation veranlasst.
 
das diese Punkte natürlich auch in die allgemeine Inflation reinlaufen. Wie stark in Relation zum gesamten Warenkorb war nicht Inhalt der Aussage. Ebenso nicht, dass nicht andere Bestandteile das in Teilen oder ganz ausgleichen können. Aber die Teuerungen in diesen Bereichen fließen selbstverständlich in die Berechnung der allgemeinen Inflation auch ein.

Also ist deine Aussage: Eine Erhöhung des Mindestlohns erhöht die Inflation, unabhängig davon, wie sehr?

Auf die allgemeine Inflation betrachtet, sicher. Warum das im Kontext der unteren Einkommen zu kurz gedacht ist, habe ich dargelegt oder?

Jein, du hast noch nicht gesagt, warum das zu kurz gedacht sein soll, wenn die unteren Einkommensgruppen davon immer noch stark profitieren.
 
Hier mal ein kleiner Einblick in eine aktuelle Aufgabe.

Edit: habs mal gelöscht wenn die ersten meckern es sei zu OT^^ :d

Kurzform: wir versuchen ein Unternehmen zu gründen mit dem Ziel über bildgebende Verfahren die Diagnostik und personalisiert Therapie von psychisch erkrankten Menschen zu verbessern. D.h. wir wollen über Messungen der Gehirnaktivität eine bessere Diagnostik ermöglichen für Depression, Manie, Schizophrenie .... und dann u.a. betroffene Areale des Gehirns gezielt mit TMS in ihrer Aktivität erhöhen oder verringern. Wir haben natürlich noch mehr auf dem Plan, aber darum geht es im Grunde. Investoren haben wir auch, die wollen dann natürlich später wenn der Laden läuft was vom Umsatz bzw. Gewinn laufend abhaben. Aber man benötigt eben verdammt viel Starkkapital um ein erstes Zentrum in den USA aufzubauen wo wir Patienten scannen und analyiseren können. Vor allem könnten wir uns so von der Wissenschaft bzw. Academia unabhängiger machen finanziell.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Geforce3M3
Das ist super interessant. Mehr davon, bitte!
 
@Geforce3M3
Das ist super interessant. Mehr davon, bitte!
Wollte die wirklich interessanten Analysen eben bewusst nicht online zeigen, da wir wie gesagt ein Unternehmen gründen wollen; haben auch schon Investoren etc. D.h. ich kann öffentlich nicht verpulvern was wir nacher intern nutzen wollen... Daher nur ein mini Auszug... Und daher dachte ich, passt das auch halbwegs in den Thread. Geht letztendlich ja ums ökonomische. :fresse:
 
Bei @SlapAHo würde halt das passieren...

homer-homer-simpson.gif
 
Kennste nicht? Im Original erklärt Scully Homer, dass das ein einfacher Lügendetektortest ist und fragt ihn ob er verstanden hat, er bejaht das, woraufhin das Ding explodiert.

Da sage noch einer Simpsons sind unlustig. XD
 
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