[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Morgen ist das finale Gespräch, mit mir und meinem Team, sowie dem Problem Chef, und dessen Chef - weiterhin haben wir eine Vertrauensperson hinzugezogen, einen Betriebsrat gibt es leider nicht...

Ich habe mich hier nicht mehr weiter dazu geäußert, weil es einfach so umfänglich ist, und sich über Monate gezogen hat, da würde kein Außenstehender durchblicken - zumindest wenn ich es niederschreiben würde :d
Die Dokumentation steht, ein Schichtprotokoll wurde ebenso angefertigt, und gerade habe ich noch die Gesprächsthemen fertiggestellt.

Mich beschäftigt eine Aussage vom Problem Chef, die er am Montag gemacht hat, und ich hätte gerne mal ein paar Meinungen dazu.

Ist es in Ordnung, wenn man vor versammelter Mannschaft die Aussage "Melden macht frei!" macht?
Wir haben alle perplex geschaut, woraufhin er sagte, keine Sorge, das sagt man so beim Bund und ist nicht schlimm.

Ist das so?

Ich überlege, zusätzlich meinen Schwiegervater zu fragen, der ja auf 40 Jahre bei dem Verein zurückblickt, tue mir aber schwer.

Sehe ich das zu eng, oder ist eine solche Aussage völlig ok?
 
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Ich finde die Aussage in Ordnung, bei uns fällt die auch öfters.
"Melden macht frei." oder "Melden macht frei und belastet Vorgesetzte.". Vom Inhalt her weiterhin vollkommen richtig.

Manch einer mag da gleich wieder Bezüge zu einer anderen Aussage aus schwarzen Zeiten herstellen, aber mich nervt es nur noch, dass jedes Wort auf die Waage gelegt wird.
 
Mag man beim Bund sagen, dass unterstreicht meiner Meinung nach nur die (gewollte) Anspielung. Dass manche damit kein Problem haben ist ja nun kein Wunder.
 
Ist es in Ordnung, wenn man vor versammelter Mannschaft die Aussage "Melden macht frei!" macht?
Wir haben alle perplex geschaut, woraufhin er sagte, keine Sorge, das sagt man so beim Bund und ist nicht schlimm.
Hängt für mich stark vom Rahmen und Kontext ab. Vor versammelter Mannschaft und als Vorgesetzter gehört sich das nicht. In einer Runde wo eh alle schon den Humor unter der Gürtellinie ausgepackt haben und ggf in geselliger Runde könnte es passen.

Wenn das jemand sagt, der aber eh schon für gewisse Aussagen “bekannt” ist, dann hat es wenigstens ein Geschmäckle. Hat so ein bisschen was von “das wird man ja wohl noch sagen dürfen?!” ;)
 
Hängt für mich stark vom Rahmen und Kontext ab. Vor versammelter Mannschaft und als Vorgesetzter gehört sich das nicht.

War bei der morgendlichen Teambesprechung, als ein Kollege einen Schaden den er verursachte gemeldet hat.

Ich finde es persönlich absolut daneben, eben weil es klar auf eine andere Aussage bezogen ist, und Späße in dieser Richtung gehen für mich überhaupt nicht.

Besonderer Nachgeschmack:
Wir, also das Team und ich, haben seit Monaten Probleme mit diesem Vorgesetzten.

Aber gut, mal sehen in welche Richtung sich das morgen entwickelt.
 
Hab ich auch schon öfter gehört, finde ich persönlich nicht dramatisch, ist aber etwas aus der Zeit gefallen. Da sollte man schon sein Publikum kennen, um den anzubringen.
Was ich häufiger höre und auch neutraler finde ist „Wer schreibt, der bleibt“ und „Wer nicht dokumentiert, verliert“
 
Das meint aber etwas Unterschiedliches. Den Spruch "Melden macht frei und belastet Vorgesetzte" kenne ich auch vom Bund und habe ich auch auf Arbeit öfter gehört. Wird in der Regel verwendet, wenn Leute die Verantwortung (für alles weitere) auf die Vorgesetzten übertragen, nachdem sie auf Thema/Problem XYZ hingewiesen haben. Ist aber meiner Meinung nach etwas negativ konnotiert, wenn das Vertrauensverhältnis sowieso schon Risse hat. Wer schreibt der bleibt meint eher die schriftliche "Beweissicherung" für den Fall der Fälle bzw. ist eine Maßnahme. Beides natürlich zum Selbstschutz, das stimmt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Louisiana, hast du den Film "Contra" mit dem Strombergdarsteller gesehen? Immer wenn ich Beiträge über deinen Chef (oder die Kollegen!?) lese muss ich an die ersten 5 oder 10 Minuten von Contra denken... :d
Ansonsten findest du den Ausschnit bestimmt auch auf youtube...

Bei uns wird übrigens alle 2-3x Monate an den code of conduct erinnert. Geht dann immer in etwa so: "wir sind zig Nationalitäten und Kulturen; bitte keine Witze, werden in verschiedenen Kulturen schnell falsch verstanden; bitte respektvoll, etc." Führt dann dazu, dass sich viele irgendwie oberflächlich freundlich verhalten, es wirkt so fake mäßig bei einigen. Aber bei so einem Spruch wie "melden macht frei!" würde man wahrscheinlich direkt zum Leiter in ein Einzelgepräch gerufen werden nach dem Meeting... Und der Chef von @Louisiana hätte mit seinen Sprüchen (die man hier immer so liest von Lousiana) schon längst den Job verloren bei uns – ganz sicher, das geht nicht lange gut.... Mir ist das eigentlich scheiss egal, aber so locker wird das nicht überall gesehen wie anscheinend in deiner Bude @Louisiana.
 
Zuletzt bearbeitet:
Melden macht frei sehe ich auch nicht als Problem. Ja ist schon klar wo so ein ähnlicher Satz drüber steht, aber dafür kann ich nichts. Ihr seid aber auch kleine Mimöschen da muss ich mal sagen. "... macht frei" hört man immer mal wieder so hier und da. Bei uns muss man mit Witzen usw auch sehr vorsichtig sein, im großen und ganzen ist es aber erträglich. Bei euch ist ja auch nicht der Satz das Problem sondern die Vorgeschichte.
 
Ich habe den Satz auch schonmal, ganz ohne Hintergedanken, verwendet und dafür einen ziemlich Anschiss bekommen... dabei war mir zu dem Zeitpunkt nichtmal der Ursprung dessen klar :fresse:
Aber klar, wenn es sowieso schon Probleme gibt, hängt man sich an sowas gerne auf.
Hoffentlich findet ihr eine Lösung für euer Problem(-Chef)
 
Ich oute mich jetzt mal und muss zugeben, dass ich den Ursprung gar nicht kannte. Musste es eben erst einmal googeln.
Sprich, hätte das jemand zu mir gesagt, dann hätte ich den Zusammenhang gar nicht gekannt.
 
Ich kenne "melden macht frei nicht" aber halt den anderen Problembehafteten Satz, daher fühlt es sich für mich komisch an das zu sagen. Ich finde es da jetzt auch nicht wirklich problematisch aber ich denke ich würd's mir einfach stecken.
 
hmm, der Spruch ist wirklich ein klassischer BW - Spruch und sollte aber wirklich im ganzen Satz gesprochen werden und nicht abgekürzt.
Das "frei" bezieht sich natürlich auf "Frei von Verantwortung ab Meldung eines Misstandes an den Vorgesetzten".
Höre ich häufig und hatte - bis nun heute - noch nie den NS-Vergleich gezogen.
Glaube also auch dass dein Problem-Chef das nicht so gemeint hat, aber vielleicht sollte hier doch mal ein Umdenken stattfinden?
Bei mir rattert es auf jeden Fall gerade, vielleicht sollte man künftig eher so was wie "Melden bringt Ruh, es packt der Obere zu" (ja ja erster Schuss ;-) ) bringen!?
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerade Leute die nicht beim Bund waren, kennen die Referenz halt nicht ..
 
deswegen den ganzen Satz bringen, dann hört es sich evtl. etwas weniger drastisch an.
Hatte letzte Woche erste Hilfe Kurs - dort den Spruch zuletzt gehört (hier: Meldung an 112). Bei klassischen Hierarchien oftmals halt eine Art Leitspruch, aber vielleicht muss da wirklich mal Ersatz her ^^
 
über so einen Nonsens Gedanken machen muss
Ansichtssache 🤷‍♂️ hab auch schon öfter sehr grenzwertig/klar Misogynen Müll von der GL gehört, da bin ich auch sauer. Ist jetzt nicht wirklich eine Umgebung, in der ich arbeiten möchte.
 
Hab grad Post von einem Journal erhalten dass ich 4500 Dollar für die Publikation eines Artikels privat zahlen soll (da meine Uni logischerweise die Zahlung verweigert hat) den das Journal damals nicht akzeptiert und rausgeworfen hat. Auch geil. :d Sowas habe ich auch noch nie erlebt... Habe die natürlich angeschrieben, dass das ein Fehler von denen sein muss...

Und Anträge für Forschungsgelder schreiben wird auch immer bürokratischer mit tausenden extra Infos die die Leute haben wollen. Gerade eben musste ich schreiben, warum meine Forschung NICHT für das Militär genutzt werden kann und sollte das auch begründen statt einfach "nein" zu schreiben... Gott was für ein kack. Aber ich wollte doch ein Phantom mit Gehirn entwickeln. :(
Dann gehts weiter mit Gender: inwiefern ist ihre Forschung für das Thema Gender etc. relevant, wird Gender berücksichtigt? Leute Leute... Kann man natürlich nicht einfach "nö" schreiben sondern muss es wieder politisch korrekt formulieren selbst wenn es gar nicht berücksichtigt wird bzw. nicht Thema ist, aber kann man so nicht sagen, sondern eher so "wird berücksichtigt sofern sich irgendwelche gendereleveanten Aspekte in den Ergebenissen zeigen - of course we will then dive deeper into those results" etc blabla.

Aber was viele Stellen (bei denen man sich für Forschungsgelder bewirbt) mittlerweile einen Aufwand machen ist nicht mehr feierlich; da gehen Tage und Wochen an Arbeit nur für bürokratische Aufgaben drauf mit zero Forschung.
 
Ich glaube ich bringe auch einfach ein Journal raus. Scheint leicht verdientes Geld zu sein. :fresse:
Der Gewinn muss gemessen am Umsatz der Wahnsinn sein; oder anders formuliert: die Kosten werden klein sein verglichen zum Umsatz...

- Du lässt andere Wissenschaftler für dich arbeiten und zahlst denen nichts
- Die Unis der Wissenschaftler müssen wiederum dafür bezahlen, dass die Arbeit ihrer Wissenschaftler in den Journalen publiziert wird
- Alle Mitarbeiter der Journale jene die Texte nacher editieren etc. kommen aus Indien und co
- Die Gutachter jene die Artikel überprüfen sind ebenfalls externe Wissenschaftler die für die Arbeit nicht bezahlt werden
- Manche Journale wollen für farbliche Grafiken inzwischen Geld (digital)... d.h. z.B. 450€ pro Figure, ansonsten wird die PDF nur in schwarz-weiß publiziert... rechne das mal für 10 figures hoch. Also on top neben den üblichen publication costs...
- Etc.

Bei dem Journal NeuroImage (eines der ältesten und bekanntesten Journale für bildgebende Verfahren) haben die Wissenschaftler jene für das Journal arbeiten vor einiger Zeit mal protestiert. Siehe wiki Artikel: https://en.wikipedia.org/wiki/NeuroImage

Hat nix gebracht, Journal hat sich stur gestellt und meinte die hohe Summe sei gerechtfertigt. Alle Editors etc. haben das Journal darauf verlassen. Tut denen aber im Endeffekt kaum weh, denn es kommen sofort neue Wissenschaftler die sich umsonst verhuren um dort als Editor etc. eingestellt zu werden. Warum? Weil es guten Prestige für den CV gibt wenn man editor, reviewer, oder was auch immer in solchen Journalen ist. Ja, man macht es umsonst, aber man benötigt eben solche Extras für den CV.... Das ganze System ist halt im Arsch. Ne Hure verhurt sich normalerweise ja auch selten weil sie es will, nicht... ;)
 
Weil du immer noch Idioten findest, die das mitmachen.
 
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