Eine kleine Audio-Antiquitätengeschichte...

Vergangenes Wochenende sagte mein Vater, er könne keine CDs mehr hören, weil der Player, ein Sony CDP-790, innerhalb von Sekunden in die Mitte der CD springt. Auch der Verstärker (Sony TA-F420) würde nicht mehr taugen, seit sich in den Ton des TV ständig Störgeräusche mischen, wenn nicht alle paar Minuten jemand am Input Selector herumwackelt.
Anfang der 90er Jahre zusammen mit einem Radio und einem Tape Deck gekauft, nutzt er die Geräte nun schon über 30 Jahre. Radio- und Kassettendeck wurden bereits aussortiert, aber an den beiden verbleibenden Geräten hängt er dann doch und dachte, die entsorgen und Ersatz suchen zu müssen.
Von den Aufklebern "Made in Japan" hatten wir uns einiges versprochen und so am Samstag einmal die Gehäuse aufgeschraubt. Allein die Deckel wiegen so einiges, der Kunststoff war wohl noch nicht erfunden worden, selbst Frontblende und Kleinteile sind aus Alu gefräßt, einfach eine konsequent gute Fertigungsqualität.
Beim Verstärker ging meine Vermutung in Richtung geschwollener und/oder inkontinenter Kondensatoren, aber keine Spur. So war der erste Schritt, die Aluknöpfe und Muttern der Potis zu lösen und selbige mit Kontakt60 zu behandeln. Besserung stellte sich sofort ein und nach einigen Minuten "Einarbeiten" des Sprühzeugs waren die Störgeräusche komplett verschwunden.
Auch der Linse im CD-Player war erst einmal nichts anzusehen, dennoch haben wir ein Brillenputztuch über ein Wattestäbchen gelegt, in Isopropylalkohol getaucht und uns dann über den zuvor komplett trüben Laser gewundert. Ebenso über die Riemen des Laufwerks, die noch nie getauscht wurden, aber immer noch weich und rissfrei sind. Nach der Putzaktion spielt der Player wieder ohne zu springen.
Im Endeffekt konnten beide Geräte mit Material für ein paar Cent wieder fit gemacht werden - auf weitere 30 Jahre!
