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AMD nimmt den Mobile World Congress zum Anlass, die schon auf der CES Anfang Januar für die Notebooks vorgestellten "Gorgon Point"-APUs nun auch für den Sockel AM5 zu bringen. Allerdings werden diese als Ryzen-AI-Pro-400-Serie klar in das OEM-Segment verlegt. Einen Nachfolger der Ryzen-8000G-Serie gibt es demnach indessen doch noch nicht. Aber es gibt noch ein Hintertürchen, zu dem wir noch kommen werden.
Neben dem aktuellen Ryzen-9000-Line-up mit Zen-5-Kernen, das wahlweise auch Varianten mit zusätzlichem 3D V-Cache umfasst, müssen Nutzer, die in diesem Sockel nach einer APU suchen, weiterhin zur Ryzen-8000G-Serie greifen. Diese setzt auf das "Phoenix"-Design mit Zen-4-Kernen und einer integrierten Grafikeinheit auf Basis der RDNA-3-Architektur mit bis zu 12 Compute Units.
AMD präsentiert die Ryzen-AI-400-Serie als den ersten KI-Prozessor für den Desktop. Bisher gab es auch noch keinen solchen mit einer starken NPU. AMDs Ryzen-7000G/8000G-Serie brachte es über die Ryzen-AI-Engine auf 16 TOPS. Die Core-Ultra-200S-Prozessoren von Intel kommen mit ihrer NPU 3 auf 13 TOPS. Die NPU in "Gorgon Point" kommt auf 50 TOPS.
Allerdings bieten die Ryzen-AI-Pro-400-Prozessoren auch nicht die vollen 12 Kerne des Designs. Stattdessen bietet das schnellste Modell derer acht mit einem Boost-Takt von bis zu 5,1 GHz. Hinzu kommt eine integrierte GPU mit acht Compute Units.
| CPU-Kerne | Boost-Takt | L2+L3-Cache | GPU | GPU-Takt | |
| Ryzen AI 7 Pro 450G/450GE | 8 | 5,1 GHz | 24 MB | 8 CUs | 3,1 GHz |
| Ryzen AI 5 Pro 440G/440GE | 6 | 4,8 GHz | 22 MB | 4 CUs | 2,9 GHz |
| Ryzen AI 5 Pro 435G/435GE | 6 | 4,5 GHz | 14 MB | 4 CUs | 2,8 GHz |
Allen Modellen gemein ist ein Basis-Takt von 2,0 GHz. Dies gilt auch für die NPU mit 50 TOPS, was die Systeme, welche diese Prozessoren verwenden, allesamt für Copilot+ qualifiziert. Die Chips für die Ryzen AI 7 Pro 450G/450GE und Ryzen AI 5 Pro 440/440GE verfügen über 16 MB an L3-Cache. Hinzu kommen pro Kern noch 1 MB an L2-Cache. Eine Ausnahme bildet der Ryzen AI 5 Pro 435/435GE, dem nur 8 MB L3-Cache zur Verfügung stehen. Die G-Modelle verfügen über eine TDP von 65 W, wie GE-Modelle wie bisher auch 35 W.
Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo wollen im zweiten Quartal 2026 Notebooks und PC-Systeme mit den Ryzen-AI-Pro-400-Prozessoren anbieten.
Ryzen AI 400 ohne Pro?
In den zuvor von AMD zur Verfügung gestellten Präsentationsfolien ist nur die Rede von der Ryzen-AI-Pro-400-Serie. Einen APU-Ableger für Endkunden gibt es demnach nicht. Das ebenfalls zur Verfügung gestellte Bildmaterial zeigt aber auch das Rendering eines AM5-Prozessors mit "Ryzen AI 400"-Aufschrift ohne den Pro-Zusatz.
Wir sind aktuell mit AMD in der Klärung, was es damit auf sich hat und ob es eventuell auch eine Ryzen-AI-400-Serie geben wird.
Ryzen AI Pro 400 für Notebooks
Zudem verkündet AMD auf dem MWC, dass die mobilen Ryzen-AI-400-Prozessoren nun auch in den Pro-Varianten auf den Markt gebracht werden.
Prinzipiell lassen sich die technischen Daten der Ryzen-AI-400-Prozessoren 1:1 in das Pro-Segment überführen. Für die Ryzen-AI-Pro-400-Modelle gibt es dann auch wieder mehr als acht Kerne – im Unterschied zu den Desktop-Modellen.
1. Update: Ryzen AI 400 für AM5 ohne Pro
In der Pressemitteilung nennt AMD auch die Non-Pro-Modelle der Ryzen-AI-400-Serie. Zu Preisen oder der Verfügbarkeit gibt es aber keine weiteren Informationen.
2. Update: Weitere Details zu den Ryzen-AI-400-CPUs
Inzwischen sind bei AMD auch die Produktseiten zu den drei Modellen Ryzen AI 7 450G, Ryzen AI 5 440G und Ryzen AI 5 435G online. Mit diesen weiteren Details bestätigt sich auch unsere Vermutung, dass bei den Prozessoren insgesamt 16 PCIe-4.0-Lanes vorhanden sind, von denen aber nur 12 nutzbar sind. Das kleinste Modell Ryzen AI 5 435G hat sogar nur 14 Lanes, von denen nur 10 genutzt werden können. Jeweils vier werden für die Anbindung des Chipsatzes verwendet. Auch den Takt der integrierten GPUs kennen wir nun. Diese Informationen haben wir der obigen Tabelle hinzugefügt.
Der Speichercontroller ist weiterhin für bis zu 256 GB an UDIMMs mit bis zu 5.600 MT/s verifiziert. Dies gilt auch für eine 1DPS-Bestückung mit 2x2R-Modulen. Ab dem Einsatz von zwei Modulen je Speicherkanal (2DPS) wird auf 3.600 MT/s zurückgefahren.
Als I/O-Funktionen bieten die Ryzen-AI-400-CPUs zudem noch 2x USB4, 2x USB 3.2 Gen 2 und einmal USB 2.0. Über den Chipsatz können die Mainboards natürlich noch weitere USB-Anschlüsse realisieren. Noch keinerlei Informationen haben wir darüber, ab wann genau die Prozessoren erhältlich sein werden.