Seite 8: 10. Update: Wann kann Intel die Lücken auf Hardware-Ebene schließen?

Sowohl Meltdown als auch die beiden Spectre-Varianten bedürfen einer grundsätzlichen Überarbeitung der CPU-Architekturen, damit die jeweiligen Prozessoren dahingehend nicht mehr anfällig sind. Zwar lässt sich Meltdown durch einen Workaround auf OS-Ebene verhindern, dabei büßen die Prozessoren aber je nach Anwendungen einen gewissen Anteil ihrer Leistung ein. Spectre hingegen kann in beiden Varianten über OS- und Firmware-Update nur abgemildert werden. Letztendlich hilft hier nur ein komplettes Redesign der Architektur.

Die Frage ist also, was müssen Intel, AMD und Co tun, damit ihre Prozessoren wieder sicher sind. Die genauen Prozeduren dazu sind bisher unbekannt und vermutlich werden auch niemals Details dazu öffentlich werden. Intel erwähnte auf dem Investoren-Call, dass man alle ab 2018 entwickelten Prozessoren dahingehend absichern möchte. Da eine Launch-Pipeline für Prozessoren mehrere Monate wenn nicht Jahre Vorlauf hat, werden 2018 aber auch noch Prozessoren erscheinen, deren Architektur nicht abgepasst werden konnte – namentlich dürften dies die Core-H bzw. 8th Gen Intel Core mit Radeon RX Vega M sein. Wohl ebenfalls geplant sind weitere Coffee-Lake-Modelle.

Ex-Intel-Mitarbeiter Joe Fitz hat sich per Twitter zum Thema baldiger Änderungen auf Hardware-Ebene geäußert. Per Twitter hat er in einem Thread gleich mehrere Tweets abgegeben, die Änderungen in der Entwicklung und deren Auswirkungen beschreiben.

Fitz rechnet zwar damit, dass es im Sommer 2018 theoretischen die ersten Änderungen auf Hardware-Ebene geben könnte, diese seien aber wenn überhaupt nur Hotfixes. Es könnte weiter zu einer Beeinflussung der Leistung kommen. Erst 2019/2020 rechnet er mit weiteren Änderungen, die sich das Problem dann endgültig annehmen könnten. Möglich wäre aber auch, dass es bis 2021 dauert. Dies hänge auch davon ab, wie viel Manpower und Entwicklungskosten Intel auf das Problem verteile. Joe Fitz hat Intel vor fünf Jahren verlassen, geht aber noch immer davon aus, dass entsprechende Entwicklungszyklen nicht maßgeblich beschleunigt werden konnten. Da auch die anderen Hersteller bzw. die meisten Prozessren anfällig sind, gilt obigen natürlich auch für AMD, ARM, Qualcomm, Apple usw.