> > > > Intel und AMD kämpfen um die beste Fertigung

Intel und AMD kämpfen um die beste Fertigung

Veröffentlicht am: von

intel

AMD ist mit der Zen-Architektur wieder mit Intel auf Augenhöhe, nicht nur hinsichtlich der Leistung, sondern auch zusammen mit seinem Partner Global Foundries bei der Fertigung. Bereits Anfang des Jahres gab es erste Informationen zu der Chipfläche, die ein Quad-Core-Modul bei AMD und Intel derzeit belegen.

Für die neuen Core-X-Series-Prozessoren auf dem Desktop und für Skylake-SP im Serverbereich hat Intel einige Änderungen bei der Chip-Architektur vorgenommen, die auch Auswirkungen auf die Fertigung haben. Bisher galt Intel mit seiner eigenen Fertigung immer als Spitzenreiter in diesem Bereich. Doch AMD hat wie gesagt in diesem Segment deutlich aufgeholt – zusammen mit dem Auftragsfertiger Global Foundries bzw. Samsung.

Die Änderungen für Skylake-SP sind weitaus umfangreicher, als bisher angenommen. Bekannt ist, dass Intel die Cache-Hierarchie verändert hat. Außerdem kürzlich bekannt wurde, dass Intel nicht mehr auf einen Ringbus als Interconnect verwendet, sondern ein Mesh-Netz. Dies hat Auswirkungen bis hinunter zu den einzelnen Kernen. Während es ein Kaby-Lake-Kern auf 12,2 mm² bringt, sind es bei Skylake-SP 17 mm².

Im Forum von Anandtech ist nun ein direkter Vergleich veröffentlicht worden, der die aktuellen CPU-Pakete von AMD und Intel miteinander vergleicht.

Besonders interessant ist dieser Vergleich hinsichtlich der baldigen Veröffentlichung bzw. Verfügbarkeit der neuen High-End-Prozessoren von AMD und Intel.

Bringt es ein RYZEN-Prozessor mit acht Kernen auf 189 mm², sind es bei einem der neuen Intel Skylake-X mit zehn Kernen satte 322 mm² – bei nur zwei CPU-Kernen Plus auf Seiten von Intel. Bezogen auf die neuen High-End-Modelle mit noch mehr Kerne sieht es ähnlich aus. Ein ThreadRipper mit 16 Kernen bringt es auf 378 mm², Intel muss den größten Core-X mit 18 Kernen auf 484 mm² fertigen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Preis – zumindest für den Hersteller. Kleinere Chips bieten meist eine bessere Ausbeute und sind damit einfacher zu fertigen.

Etwas anders das Bild bei den Server-Prozessoren. Hier wird AMD in Kürze die EPYC-Prozessoren mit bis zu 32 Kernen auf den Markt bringen. In vier Multi-Chip-Paketen (mit jeweils 189 mm²) bringt es dieser Prozessor auf 756 mm². Intel fertigt den Skylake-SP mit 28 Kernen auf einer Chipfläche von 698 mm². Der Vorteil sollte also auch hier klar bei AMD liegen, denn vier jeweils 189 mm² große Chips lassen sich einfacher fertigen, als ein großer Chip mit 698 mm².

Für den Nutzer macht dies alles natürlich keinen Unterschied. Wer einfach nur einen Desktop-Prozessor mit möglichst viel Kernen benötigt, wird in Kürze sicherlich glücklich gemacht werden. Letztendlich entscheiden die Kosten für die Fertigung aber auch, wie teuer diese Prozessoren werden. Eine gewisse Markteinordnung spielt dabei sicherlich auch eine Rolle.