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Investitionen bei Micron

200 Milliarden US-Dollar zusätzlich für mehr DRAM-Fabriken

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200 Milliarden US-Dollar zusätzlich für mehr DRAM-Fabriken
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Der US-Speicherhersteller Micron plant zusätzliche Investitionen in Höhe von insgesamt 200 Milliarden US-Dollar, um seine Produktionskapazitäten für Arbeitsspeicher nochmals deutlich ausbauen zu können. Dies berichtet das Wall Street Journal mit Bezug auf Gesprächspartner im Unternehmen. Hintergrund sind anhaltende Versorgungsengpässe auf dem weltweiten Speichermarkt, die sich seit Ende 2025 zuspitzen. Nach Unternehmensangaben kann Micron derzeit nur rund zwei Drittel des Bedarfs seiner Großkunden decken. Die Folge sind daher deutlich gestiegene Preise für RAM-Module in nahezu allen Marktsegmenten.

Ein wesentlicher Teil der Investitionen fließt dabei in den Ausbau des Standorts im Bundesstaat Idaho. Dort soll die bestehende Unternehmenszentrale auf einer Fläche von rund 1,8 Quadratkilometern erheblich erweitert werden. Für etwa 50 Milliarden US-Dollar ist geplant, das Areal zu verdoppeln und zwei neue Chipfabriken zu errichten. Die erste dieser Fertigungsstätten soll bereits Mitte 2027 in Betrieb gehen. Produziert werden dort sowohl klassische DRAM-Chips als auch High Bandwidth Memory, kurz HBM.

Ein weiteres Großprojekt entsteht im Bundesstaat New York. Dort plant Micron Investitionen von rund 100 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren. Der Baustart erfolgte im Januar 2026. Der neue Standort soll nicht nur zusätzliche Fertigungskapazitäten für Speicherchips schaffen, sondern auch als Zentrum für Forschung und Entwicklung dienen. Ziel ist es, die US-amerikanische Halbleiterproduktion langfristig zu stärken und technologisch weiterzuentwickeln.

Zusätzliche Mittel fließen auch in kleinere Projekte, die sich ebenfalls auf den Ausbau der inländischen Produktionsinfrastruktur konzentrieren. Insgesamt verfolgt Micron damit eine Strategie, die die Versorgungssicherheit erhöhen soll, um sich gegenüber der stark wachsenden Nachfrage nach Speicherlösungen besser aufzustellen.

Als wesentlicher Treiber gilt dabei der anhaltende Boom im Bereich künstliche Intelligenz. Mit dem Übergang von Trainingsprozessen zu Inferenzanwendungen ist der Bedarf an schnellen und hochkapazitiven Speichersystemen weiter gestiegen. KI-Modelle benötigen große Datenmengen, die in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. Das stellt hohe Anforderungen an Bandbreite, Energieeffizienz und Skalierbarkeit der eingesetzten Speichertechnologien. Nach Angaben aus dem Unternehmen reichten die vorhandenen Reinraum- und Produktionskapazitäten nicht mehr aus, um diese Nachfrage zu bedienen.

Trotz der milliardenschweren Investitionen wird es voraussichtlich noch Jahre dauern, bis sich die Lage am Markt spürbar entspannt. Der Bau und die Inbetriebnahme moderner Chipfabriken sind komplexe Prozesse mit langen Vorlaufzeiten. Erst wenn Micron sowie andere Hersteller wie Samsung oder SK Hynix ihre zusätzlichen Kapazitäten vollständig aufgebaut haben, dürfte sich das Angebot stabilisieren. Kurzfristig ist daher nicht mit einer deutlichen Entlastung bei den RAM-Preisen für Unternehmen und Endkunden zu rechnen.

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