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4,34 Milliarden Euro: EU verhängt erneut Rekord-Strafe gegen Google

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googleBereits im letzten Jahr verhängte die EU-Kommission eine milliardenschwere Rekordstrafe gegen Google bzw. den Mutterkonzern Alphabet. Im Juni 2017 belief sich die Strafe der Brüsseler Wettbewerbshüter auf rund 2,42 Milliarden Euro und übertraf bereits damals den bisherigen Rekord deutlich. Es ging um den Preisvergleichsdienst Google Shopping, bei dem der Konzern seine Position gegenüber der Konkurrenz bevorzugen sollte. Nun hat die EU-Kommission erneut eine Rekordstrafe gegen den Internetgiganten ausgesprochen. 

Im neuen Fall, der drei Jahre lang untersucht wurde, geht es um das mobile Betriebssystem Android. Der Vorwurf: Google soll seine Marktmacht erneut missbraucht haben, um seine eigenen Dienste weiter voran zu bringen. Zwar ist das Betriebssystem für die Smartphone-Hersteller kostenfrei, wenn sie jedoch den Play-Store zur Installation von Drittanbieter-Apps integrieren möchten, dann müssen auch andere Google-Apps und -Dienste, wie beispielsweise die Suche oder der Chrome-Browser vorinstalliert werden. Außerdem soll Google an Hersteller und Mobilfunkbetreiber direkte Zahlungen geleistet oder mit finanziellen Anreizen gelockt haben, damit diese die Google-Suche auf ihren Smartphones zum Standard machen. Wer Android-Smartphones verkaufen wollte, durfte keine Geräte auf Android-Basis verkaufen, die ohne Google-Dienste auskommen, darunter beispielsweise Amazons FireOS. 

Diese Vorgehensweisen sollen laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dazu geführt haben, dass Google seine Marktmacht erneut ausgenutzt und dabei teilweise sogar zu rechtswidrigen Entscheidungen gegriffen hätte. Das neue Bußgeld beläuft sich auf satte 4,34 Milliarden Euro und ist damit die höchste Strafe, die in Brüssel je gegen ein Unternehmen ausgesprochen wurde. Dass Google den mobilen Betriebssystem-Markt beherrscht steht außer Frage. Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner lief Android auf über 85 % aller weltweit verkauften Smartphones. In einigen EU-Ländern liegt der Anteil sogar noch deutlich darüber. 

Die Geldstrafe könnte Alphabet jedenfalls aus der Portokasse bezahlen. Alleine im ersten Quartal 2018 setzte der Konzern dank des starken Werbegeschäfts über 31,146 Milliarden US-Dollar um und erzielte einen Nettogewinn in Höhe von rund 9,401 Milliarden US-Dollar. Insgesamt hortet der Unternehmen mehr als 100 Milliarden US-Dollar Barreserven. Die rund 4,34 Milliarden Euro, die die EU-Kommission nun von Google haben möchte, entspricht damit nicht einmal 5 % der Reserven. 

Der Konzern weist jedenfalls alle Vorwürfe zurück und kündigte bereits an, gegen die Milliardenstrafe der EU Einspruch einlegen zu wollen.