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Missbrauch der Marktmacht: EU-Kommission verhängt Strafe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google

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Google missbraucht seine Position, um seinen Preisvergleichsdienst Google Shopping gegenüber der Konkurrenz zu bevorzugen. Zu diesem Ergebnis ist die EU-Kommission nach einer längeren Untersuchung gekommen. Für wie schwerwiegend die Brüsseler Wettbewerbshüter dieses Verhalten einstufen, deutet die Höhe der verhängten Strafe an. Denn mit 2,42 Milliarden Euro übertrifft die den bisherigen Rekord deutlich.

Laut Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gibt es am Verhalten Googles keinen Zweifel. Vier Jahre nach dem Start 2004 begann das Unternehmen mit zwei gravierenden Änderungen am ehemals noch Froogle genannten Preisvergleich. Zum einen wurden die Ergebnisse des inzwischen in Google Produktsuche umfirmierten Dienstes plötzlich deutlich prominenter platziert, zum anderen wurden Konkurrenten nun schlechter gestellt - auch wenn deren Ergebnisse relevanter waren. Daran hat sich bis heute nichts geändert, so Vestager.

Diese beiden Schritte hätten zu gravierenden Veränderungen geführt. Im Vereinigten Königreich konnte Google den Traffic beispielsweise um den Faktor 45 steigern, gleichzeitig mussten Konkurrenten ein Traffic-Minus von bis zu 85 % hinnehmen. In Deutschland lag Googles Plus um Faktor 35, das Minus bei der Konkurrenz hingegen bei bis zu 92 %.

Die Position des Treffers ist entscheidend

Nach Ansicht der EU-Kommission hängt dies unmittelbar mit der Platzierung der jeweiligen Treffer ab. So habe man nachweisen können, dass auf die zehn ersten Treffer etwa 95 % aller Klicks entfallen, allein der erste könne schon 35 % vereinnahmen. Der oberste Treffer auf der zweiten Seite komme hingegen nur noch auf 1 %. Dass dies aber nichts mit der Qualität der Treffer zu tun habe, hätten Untersuchungen belegt. Wurde der erste Treffer auf Position drei verschoben, gingen die Klicks um 50 % zurück. All diese Werte beziehen sich dabei auf die Desktop-Version der Suche, bei der Mobil-Variante seien die Auswirkungen um einiges drastischer, da der Bildschirm hier in der Regel kleiner sei und damit weniger Treffer pro Seite angezeigt würden.

Google selbst hat die Vorwürfe in der Vergangenheit immer wieder von sich gewiesen und auf die Marktmacht anderer Unternehmen verwiesen. So haben man beispielsweise im Bereich Shopping keine dominante Stellung inne, so das Unternehmen im vergangenen Jahr, erste Anlaufstelle sei hier Amazon. In einer ersten Stellungnahme wiederholt man dies. So verweist man unter anderem darauf, dass seit 2008 Preisvergleiche und Handelsportale nicht nur Traffic verloren hätten, sondern andere wie Amazon oder eBay gewachsen seien. Letztlich sei man davon überzeugt, nur im Sinne der europäischen Verbraucher gehandelt zu haben, so Googles Chef-Justiziar Kent Walker. Verbraucher würden es schätzen, wenn Suchmaschinen-Treffer direkt zu Produkten führen würden und nicht nur auf Portale, in denen erneut gesucht werden müsse.

Ob man gegen die Entscheidung der EU-Kommission vorgehen werde, wolle man erst prüfen, so Kent.

Die Höhe der Strafe basiert auf den Einnahmen des Konzerns innerhalb der 13 betroffenen EU-Staaten seit 2008. Ob die verhängten 2,424495 Milliarden Euro das Maximum von 10 % der Einnahmen ausschöpfen, ist nicht bekannt. Die bislang höchste Strafe wegen Missbrauch der Marktmacht belief sich auf 1,06 Milliarden Euro und wurde 2009 gegen Intel verhängt. Sollte Google das beanstandete Verhalten nicht innerhalb von 90 Tagen ändern, werden pro Tag 5 % des weltweiten Konzern-Tagesumsatzes fällig.

Darüber hinaus laufen noch zwei weitere Untersuchungen gegen Google, die das Betriebssystem Android und das Anzeigengeschäft betreffen. Wann hier mit einem Abschluss zu rechnen ist, ist noch nicht bekannt.

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Kommentare (30)

#21
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 11737
Zitat Hypocrisy;25644380
Ich verstehe nicht, wieso hier so viele die Thematik nicht verstehen. Da gibt es doch überhaupt nichts zu diskutieren.

Keine Medalie hat nur eine Seite.
#22
Registriert seit: 05.04.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2987
Zitat DragonTear;25644479
Keine Medalie hat nur eine Seite.

Das Bild hilft nix! Es ist keine Medaille und es trägt zur Beseitigung der Unklarheiten und offenkundigem Unwissen nichts bei!

Aus der Quelle:
Zitat
But Google's strategy for its comparison shopping service wasn't just about attracting customers by making its product better than those of its rivals. Instead, Google abused its market dominance as a search engine by promoting its own comparison shopping service in its search results, and demoting those of competitors.
What Google has done is illegal under EU antitrust rules. It denied other companies the chance to compete on the merits and to innovate. And most importantly, it denied European consumers a genuine choice of services and the full benefits of innovation.


Die missbräuchlichen Strategien waren:
Zitat

....This strategy relied on Google's dominance in general internet search, instead of competition on the merits in comparison shopping markets:
Google has systematically given prominent placement to its own comparison shopping service....
Google has demoted rival comparison shopping services in its search results.....


Wenn man unbedingt einen Vergleich heran ziehen soll, dann ist das ungefähr der gleiche Vorwurf wie damals bei Internet Explorer. Man darf als Monopolist (Search) nicht seine Marktmacht nutzen, um andere eigene Services unlauter zu pushen. Oben ist dann eben nicht das beste Suchergebnis, sondern googles. Das verstößt offenkundig gegen EU Regeln.
#23
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
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Beiträge: 11737
Also was mich daran stört, ist dass Google ja schließlich Geld verdienen muss und auch rechtlich darf - das ist schließlich unter anderem der Zweck eines Unternehmens. Das können sie nicht durch die Suchmaschine selbst. Die ist ja schließlich umsonst nutzbar.
Also ist das geschäftsmodell unter anderem, das Platzieren von eigenen Diensten in die Suchergebnisse, weil man daran dann mitverdient.
Weshalb wird da irgendwas missbraucht oder der Kunde benachteiligt?

Überhaupt, Google implementiert ja auch Werbung, zumindest an die Seite der Suchpage und dort ist auch nicht absolut jeder Konkurent vertreten. Wieso ist das nicht auch wiederrechtlich?

Der Vergleich zu MS damals passt nicht weil MS schon für das Betriebssystem selbst, Geld verlangt hat! D.h. sie haben schon Gewinn erwirtschaftet und haben daraus unfairer, oder unnötigerweise noch weiteren Vorteil gezogen.
Das ist hier nicht gegeben.
#24
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Registriert seit: 14.12.2008
Berlin
pretty pretty pretty good
Beiträge: 5845
Bitte höre doch auf zu behaupten, Google würde mit der Suche nichts verdienen. Wie kommt man auf sowas? Ist der Begriff "Adwords" etc noch niemals unter die Augen gekommen?

Anscheinend ist dir das Geschäftsmodell von Google nicht bekannt - es wäre gut, wenn du dir das mal anlesen würdest. Selbstverständlich werden in Adwords die angezeigt, die dafür bezahlen. Deswegen NICHT JEDER und zwar auch als Werbung gekennzeichnet.
#25
Registriert seit: 05.04.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2987
Zitat DragonTear;25644676
Die ist ja schließlich umsonst nutzbar.
Für den User ja, für den "gezielte Werbeanzeigen Setzer" sicher nicht.
Was hast du eigentlich für eine Vorstellung davon, wie google vorher Geld verdient hat? Die verdienen Milliarden damit, dass sie Daten sammeln und Werbeplätze verkaufen. Sogar so viel, dass sie locker alle ihre Dienste für den Nutzer kostenlos anbieten....

Zitat DragonTear;25644676
Also ist das geschäftsmodell unter anderem, das Platzieren von eigenen Diensten in die Suchergebnisse, weil man daran dann mitverdient.
Und genau das dürfen sie nicht. Zumindest nicht wenn dabei die eigenen Dienste bevorzugt werden. Google weiß das auch, die argumentierten vor Gericht nämlich "haben wir nicht getan", also dementiert.

Zitat DragonTear;25644676
Weshalb wird da irgendwas missbraucht oder der Kunde benachteiligt?
*Es wird halt EU (Markt)Recht damit gebrochen. Das ist ja nicht google exklusiv.

Zitat DragonTear;25644676
Überhaupt, Google implementiert ja auch Werbung, zumindest an die Seite der Suchpage und dort ist auch nicht absolut jeder Konkurent vertreten. Wieso ist das nicht auch wiederrechtlich?
Weil die Werbung nach googles normalem Alorithmus vergeben wird und die eigene Preissuchmaschine absichtlich künstlich gepusht wurde.

Zitat DragonTear;25644676
Der Vergleich zu MS damals passt nicht weil MS schon für das Betriebssystem selbst, Geld verlangt hat! D.h. sie haben schon Gewinn erwirtschaftet und haben daraus unfairer, oder unnötigerweise noch weiteren Vorteil gezogen.
Das ist hier nicht gegeben.

Das war nicht der Grund, da täuscht dich. MS hat seine Monopolstellung bei Betriebssystemen genutzt, um ANDERE eigene Produkte zu pushen. Deswegen passt das sehr gut. Und bevor kommt, dass andere das auch machen: Mag sein, aber haben die auch ein Monopol? Das ist halt relevant dafür.
#26
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Registriert seit: 25.03.2011
Oberbayern-Landkreis München
Bootsmann
Beiträge: 587
"Missbrauch der Marktmacht: EU-Kommission verhängt Strafe"
Eine Kommission!? Die hat weder juristische noch executive vollmachten, weil von keinem volk gewählt.Die agieren quasi als firma nach dem HGB.
Da würde ich mich als CEO von Google, und auch von jedem anderen Unternehmen, gepflegt zurücklehnen, abwarten und mir einen PinaColada einschenken.
#27
Registriert seit: 05.04.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2987
Die EU Komission ist ein Exekutivorgan. Wenn google meint, da wird ihm Unrecht getan, muss google aktiv werden.
Und seit wann ist nur ein Exekutivorgan, was gewählt ist? Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
#28
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Registriert seit: 25.03.2011
Oberbayern-Landkreis München
Bootsmann
Beiträge: 587
Zitat Hilikus;25650547
...Die EU Komission ist ein Exekutivorgan.


LOL. Aber ganz laut. Seit wann ist die executive ein organ?! Meine leber ist ein organ. Ich kann nicht mehr....
Und ergänzend: belies dich bitte mal im internationalen handelsrecht. Oder klick mal vorher den rot markierten link an. Da steht alles zum thema.
#29
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Registriert seit: 10.02.2013
Z'ha'dum
Korvettenkapitän
Beiträge: 2533
Geh woanders trollen...
Ansonsten hier anfangen zu lesen: Europäische Kommission – Wikipedia
#30
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 11737
Zitat djrobinson;25656672
LOL. Aber ganz laut. Seit wann ist die executive ein organ?! Meine leber ist ein organ. Ich kann nicht mehr....

Der Begriff "Staatsorgan" sagt dir nichts?
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