Seite 12: Mini-PC-Empfehlungen

Auch wenn es von den Steam Machines, welche Valve im letzten Jahr gegen die traditionellen Spielekonsolen ins Wohnzimmer schickte, in den letzten Monaten kein neues Lebenszeichen gab, hat sich 2016 wieder einiges in diesem Bereich getan. Dank der neuen Pascal-Grafikkarten lassen sich aktuelle Grafikkracher nun endgültig auf ihnen genießen.

 

MSI Vortex G65-6QF SLI

Unsere erste Weihnachtsempfehlung hat es in sich: Das MSI Vortex G65-6QF SLI ist nicht nur einer der optisch auffälligsten Mini-PCs, sondern auch einer der leistungsstärksten, die in diesem Jahr vorgestellt wurden. Zwar kümmert sich noch NVIDIAs Maxwell-Architektur um die 3D-Beschleunigung, dafür kommt die GeForce GTX 980 gleich im Doppelpack zum Einsatz. Die beiden GM204-Ableger werden als MXM-Modul ausgeführt, entsprechen aber 1:1 ihrem Desktop-Ableger und stellen damit die vollen 2.048 Shadereinheiten bereit. Zusätzlich kann jeder der beiden Grafikchips auf einen 8 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen, der über ein 256 Bit breites Interface angebunden wird.

Dazu gibt es einen Intel Core i7-6700K mit vier Rechenkernen, acht Threads und einen Takt von bis zu 4,2 GHz sowie 6 GB DDR4-Arbeitsspeicher. Beim Massenspeicher setzt man auf ein Super RAID 4, bei welchem zwei 128-GB-SSDs mit PCI-Express-Anbindung und NVMe-Protokoll im RAID 0 zusammengeschlossen werden. Als Datengrab dient eine zusätzliche 1-TB-Festplatte im 2,5-Zoll-Format. Anschlussseitig hat das Vortex-System von MSI ebenfalls einiges zu bieten: Hier gibt es neben Wireless-LAN nach 802.11-AC-Standard und Bluetooth 4.1, auch Dual-Gigabit-LAN, zahlreiche Videoausgänge und viele USB-3.0-Schnittstellen, wovon zwei sogar nach USB 3.1 Gen 2 und mit Thunderbolt-3-Support nach Typ-C ausgegeben werden. All das verpackt MSI in einem 192 x 203 x 278 mm großen und etwa 4 kg schweren Zylinder-Gehäuse mit schicker Beleuchtung.

Ein Schnäppchen ist das Vortex jedoch nicht: Mit satten 3.333 Euro geht vermutlich mehr als das Weihnachtsgeld für das System drauf. Es gibt jedoch auch eine günstigere Version mit weniger Speicher und langsameren Grafikkarten.

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ZOTAC ZBOX EN1060

Mit einem Preis von etwa 900 Euro deutlich günstiger ist die ZOTAC ZBOX EN1060. Sie wird in Deutschland allerdings nur als Barebone angeboten – Arbeits- und Massenspeicher müssen eigenständig erworben und hinzugesteckt werden, womit man am Ende auch hier einen vierstelligen Betrag für unsere zweite Weihnachtsempfehlung auf den Ladentisch legen muss. Dafür gibt es dann aber genügend Rechenpower für alle aktuellen Grafikkracher, die problemlos in Full HD gespielt werden können.

Hierfür zeichnen sich dann ein Intel Core i5-6400T mit vier 2,8 GHz schnellen Rechenkernen sowie eine NVIDIA GeForce GTX 1060 mit 6 GB GDDR5-Videospeicher verantwortlich. Untergebracht werden können zwei SODIMM-Riegel nach DDR4, zwei 2,5-Zoll-Laufwerke und eine schnelle Solid-State-Disk im M.2-Steckkartenformat. Moderne Anschlüsse wie USB 3.1 Typ-C (allerdings nur Gen 1), USB 3.0 und HDMI 2.0 sowie WiFi und Bluetooth gibt es aber auch hier. Das Gehäuse fällt nicht ganz so spektakulär wie beim Vortex-System von MSI aus und ist eher schlicht gehalten. Es misst 210 x 203 x 62,6 mm. Trotz der vergleichsweise noch immer kompakten Abmessungen vor allem auch gegenüber einer traditionellen Spielekonsole wie der Sony PlayStation 4 oder der Microsoft Xbox One arbeitet das System flüsterleise und zeigt sich sehr effizient. 

Wer mehr als die rund 900 Euro für das Barebone ausgeben möchte, kann zu einer größeren Variante mit GeForce GTX 1070 greifen.

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Intel NUC6i7KYK

Wer nur gelegentlich spielt, aber trotzdem einen schnellen und vor allem portablen Office-Rechner sucht, der sollte sich das Intel NUC6i7KYK einmal näher anschauen. Dieses basiert zwar noch auf Skylake und dürfte im nächsten Jahr auf Kaby Lake umgestellt werden, dafür werkelt nicht nur ein mobiler High-End-Prozessor im Inneren, sondern auch einer der schnellsten Grafikchips von Intel. Der Intel Core i7-6770HQ besitzt vier Cores mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3,5 GHz und kann statt einer herkömmlichen Intel HD Graphics mit einer Iris-Po-Grafik aufwarten. Der GT4e-Vollausbau stellt noch einmal ein paar Recheneinheiten mehr zur Verfügung. Während bislang meist bei 40 Execution-Units Schluss war, weist die Intel Iris Pro Graphics 580 derer 72 auf. Dafür liegt der Takt mit maximal 950 MHz gut 100 MHz unter den bisherigen Modellen. Ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal ist der 128 MB große eDRAM, welcher die Grafikleistung deutlich beschleunigt und letztendlich den Grafikturbo der Iris-Pro-CPUs zündet.

Die übrige Ausstattung des gerade einmal 211 x 116 x 26 mm schlanken Mini-PCs kann sich ebenfalls sehen lassen: Im Inneren gibt es neben der Skylake-CPU zwei M.2-Slots für schnelle Steckkarten-SSDs mit PCI-Express-Anbindung, Wireless-LAN nach 802.11-AC-Standard und Bluetooth 4.2 sowie eine Vielzahl moderner Anschlüsse. Zu nennen sind hier vor allem USB 3.1 Gen 2 Typ-C und HDMI 2.0. Damit werden zum einen hohe Übertragungsraten ermöglicht, zum anderen kann das System 4K-Monitore mit 60 Hz ansteuern. Weiterer Vorteil für Gamer: Dank Thunderbolt 3 kann theoretisch eine externe Grafikbox mit vollwertiger Fullsize-Grafikkarte angeschlossen werden. Zwei DDR4-Module im SODIMM-Format für den Arbeitsspeicher gibt es ebenso wie eine Infrarot-Schnittstelle und einen Kartenleser sowie natürlich eine Onboard-Soundkarte mit optischem Ausgang und einer 3,5-mm-Klinkenbuchse. Mit Strom versorgt wird das Skull-Canyon-NUC über ein externes 120-W-Netzteil. 

Das Intel NUC6i7KYK kostet ohne RAM-Module und SSD derzeit knapp 580 Euro

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