Seite 2: Die Corsair MP400 im Detail

Auch wenn sich das Datenblatt grundsätzlich sehr gut liest, ist oftmals der Detailblick entscheidend. So kommt uns der verwendete Controller Phison PS5012-E12S zunächst bekannt vor, zuletzt in unserem Testsample der TeamGroup T-Force Cardea Zero Z340. Dieser versorgt die Speichermodule mittels acht Speicherkanälen und kann auf DRAM-Module von NANYA zurückgreifen. Leider bietet Corsair zwar keine Information zur verwendeten DRAM-Menge, die Bezeichnung NT5CC256M16ER-EK auf unseren Modulen legt aber die Vermutung nahe, dass es sich um 4 GB DDR3 handelt. Das würde zudem dafür sprechen, dass Corsair die MP400 mit 1 GB DRAM pro TB Kapazität ausstattet.

Im krassen Gegensatz zur Force Series MP600, die uns unter anderem aufgrund ihres Kühlers überzeugen konnte, kommt die MP400 lediglich mit einem Aufkleber auf der Oberseite des PCB daher. Zwar haben wir zuletzt mehrfach NVMe-Speicher erlebt, der mit extravaganten Kühler-Lösungen daher kam wie etwa die TeamGroup Cardea Ceramic, doch Modelle wie die Samsung SSD 980 PRO und die bereits erwähnte Cardea Zero Z340 konnten beweisen, dass das Vermeiden einer temperaturbedingten Drosselung nicht zwangsweise einen großen Kühlkörper benötigt.

Dennoch mussten wir leider feststellen, dass die MP400 durchaus anfällig für einen Leistungsabfall aufgrund der erreichten Betriebstemperatur ist. Ab etwa 70 °C ist für unser Testmodell das Ende der Fahnenstange erreicht und wir konnten einen Einbruch der Transferrate messen. 

Beim verwendeten NAND handelt es sich wie bereits beschrieben um QLC-Speicher. Diesen haben wir zuletzt bei der Samsung SSD 870 QVO auf den Prüfstand gestellt und mussten dabei feststellen, dass die Technik an sich immer noch nicht überzeugt. Grundsätzlich ist das Schreiben von vier Werten statt einem (SLC), zwei (MLC) oder drei (TLC) pro Speicherzelle zwar ein Vorteil bezüglich der Kapazität und den Kosten, doch die Leistungswerte sinken dabei deutlich. Zwar versuchen deshalb praktisch alle Hersteller, diesen Nachteil durch einen (Pseudo-)SLC-Cache abzuschwächen (wie bei TLC auch schon), doch in der Praxis können diese Werte oftmals nur für kurze Perioden gehalten werden.

Die MP400 kann uns diesbezüglich zunächst begeistern: Knapp an der 3 GB/s-Marke vorbei bricht die Schreibrate erst nach fast 70 Sekunden ein, was bereits etwa 200 GB geschrieben Daten bedeutet. Und auch danach lässt sich die SSD von Corsair respektabel mit 1.500 MB/s weiter befüllen. In unserem Test mit fünf Minuten Dauerfeuer sprechen wir also von gut 550 GB Daten.

Während uns also die MP400 im leeren Idealzustand mit ihrem Pseudo-SLC-Cache regelrecht begeistert, wollten wir anschließend erfahren, wie sich die SSD im gut gefüllten Zustand verhält. Dazu haben wir das Laufwerk zu 75% mit Daten beschrieben und anschließend den Test wiederholt.

Das Ergebnis ist nun ein gänzlich anderes, allerdings ein zu erwartendes. Können wir bei modernem TLC-NAND wie etwa BiCS4 noch oftmals Transferraten von 900 MB/s oder sogar 1.200 MB/s und mehr erreichen, dürfen wir bei dem QLC-NAND von Micron lediglich Werte unterhalb von 300 MB/s messen. Nach viereinhalb Minuten rutschen wir schließlich sogar unter die Grenze von 100 MB/s.

Doch so dramatisch der Absturz in absoluten Zahlen sicherlich ist, müssen wir dabei die Relation betrachten: Gerade im Vergleich zur Intel SSD 660p kann die Corsair hier in jedem Szenario deutlich schneller schreiben, und auch die Samsung 870 QVO war hier letztlich langsamer, bzw. erreichte ohne (Pseudo-)SLC-Cache Transferraten von 300 MB/s sowieso nie.

Neben dem Leistungsaspekt selbst ist auch das Thema Haltbarkeit ein stets heiß diskutiertes, wenn es um QLC-NAND geht. Hier bildet die Corsair MP400 zunächst keine Ausnahme. Bei der MP600 gewährt Corsair die neunfache Datenmenge, ehe die Garantie erlischt.

Dennoch auch hier wie gewohnt der Hinweis, dass das Erreichen der TBW-Angabe keineswegs mit dem Defekt der SSD gleichzusetzen ist.


Maximale Schreiblast

Modell

240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - < 4.000 GB>= 4.000 GB
Corsair MP400
--200 TB
400 TB800 TB - 1,6 PB
TeamGroup T-Force Cardea C440
--1,8 PB
3,6 PB
-
Samsung SSD 980 PRO
150 TB300 TB600 TB1,2 PB-
Crucial P5
150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
-
TeamGroup T-Force Cardea Zero Z340
380 TB800 TB1,66 PB--
Samsung SSD 870 QVO
--370 TB720 TB 
1,44 - 2,88 PB
Kingston DC1000M
--1,7 PB
3,4 PB - 6,7 PB
13,5 PB
Kioxia Exceria Plus
-200 TB
400 TB800 TB-
Kioxia Exceria
100 TB
200 TB400 TB--
Kioxia Exceria SATA
60 TB
120 TB240 TB--
Gigabyte Aorus RAID SSD 
---4 x 700 TB-
Western Digital WD Blue 3D NAND SATA SSD100 TB
200 TB400 TB500 TB 
600 TB
Corsair Force Series MP600-900 TB
1,8 PB3,6 PB
-
Seagate FireCuda 520 SSD
-
850 TB
1,8 PB
3,6 PB
-
Seagate FireCuda 510 SSD
-
-
1,3 PB
2,6 PB
-
Toshiba RC500
100 TB
200 TB
-
-
-
Intel Optane SSD 905P-8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus-300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 860 EVO150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 PB
Samsung 970 PRO
-600 TB
1,2 PB
--
Corsair MP510400 TB
800 TB
1,7 PB
3,12 PB
-