Seite 2: Die Corsair Force Series MP600 im Detail

"Tempo trifft Haltbarkeit" - der Titel unseres Tests zur Force Series MP510 konnte treffender kaum sein. In einer Konfiguration, die wir später ebenfalls bei anderen SSDs finden sollten, konnte Corsair ein attraktives Gesamtpaket schnüren, das mit hohen TBW-Werten und hoher Geschwindigkeit überzeugen konnte.

Grundsätzlich dasselbe bietet sich auch als Aussage bei der Force Series MP600 an. Neben den beeindruckenden TBW-Angaben sind es natürlich vor allem die sequenziellen Werte, die aus dem Datenblatt hervorstechen. Fast 5 GB/s sind zwar nicht das Limit der neuen PCIe-Generation, doch der Unterschied zu etwa 3,6 GB als bisheriges Maximum ist offensichtlich. Möglich macht dies in üblichen heimischen Systemen aktuell nur ein AMD-System mit Zen3-CPU und passendem Chipsatz. 

Doch auch bei neuester Hardware bleibt eine Problematik schneller Speichermedien bestehen: sie sind grundsätzlich anfällig für eine temperaturbedingte Drosselung. Bei der Force Series MP510 war dies bereits ein Manko, und auch die Seagate FireCuda 520 wurde passend zur Bezeichnung so heiß, dass ein Einbruch der Transferraten bis fast auf Null zu erreichen war. Corsair setzt daher konsequent auf einen Aluminiumkühler, der mit seinen eloxierten Rippen auch optisch durchaus zu gefallen weiß. Befestigt wird der Kühler durch einen Kunststoffclip, der die SSD zur Rückseite hin ummantelt. Ein schlichter weißer Schriftzug mit dem Corsair-Logo rundet die Optik gekonnt ab.

Corsair geht also anders als Seagate den Weg, die Force Series MP600 mit einem Heatspreader auszustatten - mit Erfolg, wie wir auch nach doppelter(!) Testdauer und "aufgewärmten" Testsystem messen konnten. Auch nach zehn Minuten Dauerfeuer mit mehr als 50°C Starttemperatur konnte die MP600 ihr Leistungsniveau halten. Die laut Datenblatt entscheidenden 70°C konnten wir auch trotz Verzicht auf einen zusätzlichen Gehäuselüfter nicht erreichen. Wir hätten schon einen regelrechten Hitzestau provozieren müssen, um das Laufwerk an die Grenze zu bringen, was allerdings natürlich absolut praxisfern wäre.

Nach diesem erfolgreichen Test ging es wie gewohnt mit unserem Cache-Test weiter. Wie zu erwarten war, setzt natürlich auch die Force Series MP600 auf einen (Pseudo-)SLC-Cache, welcher der SSD zumindest über einen größtmöglichen Bereich zur Maximalleistung verhelfen soll. Dies funktioniert praktisch identisch zur Seagate FireCuda 520 sehr gut. Allerdings behält die MP600 ihre Spitzenleistung einen kurzen Moment länger durch, ehe sie schließlich einbricht. Etwa 350 geschriebene Gigabyte können im leeren Idealzustand auf die SSD geschrieben werden, ehe sie ihren SLC-Cache aufgeben und direkt in die NAND-Module schreiben muss. Anschließend geht es mit gut 600 MB/s weiter, typisch für BICS4-Speicher.

Sieht es für das Thema "Tempo" also zunächst sehr gut aus, betrachten wir nun mit der maximalen Schreiblast die "Haltbarkeit", die Corsair für seine MP600 spezifiziert. Wie schon beim Blick auf die Eckdaten gefällt uns hier auch sehr, was wir sehen. Neben fünf Jahren Garantie erhält der Käufer TBW-Angaben, die fast ausschließlich von professionellen SSD-Lösungen überboten werden. Selbst die exzellente Force Series MP510 wird überboten, die baugleiche Seagate FireCuda 520 zumindest beim kleinsten Modell. Selbst die an sich guten Angaben der Samsung 970 EVO Plus werden um den Faktor Drei überboten.


Maximale Schreiblast

Modell

240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - 4.000 GB>4.000 GB
Corsair Force Series MP600-900 TB
1,8 PB3,6 PB
-
Seagate FireCuda 520 SSD
-
850 TB
1,8 PB
3,6 PB
-
Seagate FireCuda 510 SSD
-
-
1,3 PB
2,6 PB
-
Toshiba RC500
100 TB
200 TB
-
-
-
Intel Optane SSD 905P-8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus-300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 860 EVO150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 PB
Samsung 970 PRO
-600 TB
1,2 PB
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Corsair MP510400 TB
800 TB
1,7 PB
3,12 PB
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