Seite 2: Die Samsung SSD 970 PRO im Detail

Auch bei der 970 PRO setzt Samsung erneut auf den eigenen 3D-V-NAND, der gegenüber planarem Speicher eine höhere Speicherdichte, aber auch eine verbesserte Effizienz, Performance und Lebenserwartung bietet. Anders als noch bei der 960 PRO (Test) setzt man nun aber nicht mehr auf 48 Schichten, sondern gleich auf 64 - wie schon in der PM981. Das sorgt für eine abermals höhere Effizienz, da die Spannung von 3,3 auf nur noch 2,5 V gesenkt werden kann. Es bleibt aber bei 2-Bit-MLC-Chips mit einer Kapazität von 256 Gigabit. Auf der etwa 80,1 x 22,2 x 2,4 mm großen Platine sitzen zwei Stacks zu entweder 16 (1-TB-Model) oder acht Chips (512-GB-Modell).

Ebenfalls von der PM981 bekannt ist der für die 9xx-PRO-Reihe neue Controller. Der hört auf den Namen Phoenix und folgt auf den zuletzt verbauten Polaris-Controller. Allerdings geht Samsung sparsam mit Informationen um. Bekannt ist lediglich, dass er genauso wie der Polaris-Controller über fünf CPU-Kerne verfügt, die nun höher takten und acht Speicherkanäle ansprechen kann. Dennoch wird von einem gegenüber der 960 PRO komplett neuen Controller gesprochen. Gut möglich, dass Samsung sich dabei vor allem auf eine mögliche Performance-, bzw. Effizienzsteigerung oder die neue Beschichtung bezieht. Die besteht aus Nickel und soll eine verbesserte Wärmeabfuhr ermöglichen. Zur Seite steht dem Phoenix-Controller ein 512 respektive 1.024 MB (512 GB/1 TB) großer LPDDR4-Cache.

Alle Hardware-Änderungen sollen dafür sorgen, dass die SSD 970 PRO eine verbesserte Haltbarkeit aufweisen soll. Im Vergleich zur 960 PRO wurde der TBW-Wert um 50 % erhöht, was 600 TB für die 970 PRO mit 512 GB sowie 1.200 TB für die größere Variante mit 1 TB bedeutet. Wie üblich hat der TBW-Wert auch bei der neuen SSD mehr mit der Beschränkung der Garantie als mit der tatsächlich zu erwartenden Haltbarkeit zu tun, die häufig um ein vielfaches höher liegt. Denn die fünfjährige Garantie gilt nur, solange die TBW-Werte nicht überschritten werden. Für den Punkt MTBF werden 1,5 Millionen Stunden genannt.

Maximale Schreiblast (TBW)
Kapazität / GB 120 - 128 240 - 280 400 - 512 800 - 1.000 2.000
Western Digital Black - 80 TB 160 TB - -
Samsung SSD 960 EVO - 100 TB 200 TB 400 TB -
Intel SSD 600p 72 TB 144 TB 288 TB 576 TB -
Samsung SSD 970 EVO - 150 TB 300 TB 600 TB 1,2 PB
ADATA SX8000 80 TB 160 TB 320 TB 640 TB -
Plextor M9Pe - 160 TB 320 TB 640 TB -
Samsung SSD 960 PRO - - 400 TB 800 TB 1,2 PB
Samsung SSD 970 PRO - - 600 TB 1.200 TB -
Zotac Sonix SSD - - 698 TB - -
Corsair MP500 175 TB 349 TB 698 TB - -
Corsair NX500 - - 698 TB 1.396 TB -
Intel Optane SSD 900P - 5,11 PB 8,76 PB - -
Intel P4800X (375 GB) - 20,5 PB - - -

An anderer Stelle gibt es nur geringe Verbesserungen. Denn auch die SSD 970 PRO schafft es nicht, über einen längeren Zeitraum eine hohe Performance abzuliefern. Denn auch hier werden schnell hohe Temperaturen erreicht, in der Spitze sind es fast 80 °C; Samsung nennt als Limit für den generellen Betrieb 70 °C. Aus anfänglich schreibend rund 2.300 MB/s werden dann nur noch zwischen etwa 1.500 und 1.900 MB/s. Immerhin schneidet die neue SSD in dieser Beziehung etwas besser als der Vorgänger ab. Allerdings könnte Samsung vermutlich spielend für Abhilfe schaffen, ein effektiver Heatspreader dürfte den Preis für das Laufwerk nur geringfügig erhöhen. Wer auf anhaltend hohe Transferraten angewiesen ist, sollte eine entsprechende Investition einplanen. Dabei steht Samsung mit diesem Problem nicht alleine da. Denn die geringe Fläche der M.2-Platine verhindert generell eine schnelle Wärmeabfuhr.

Wie die 960 PRO bietet auch die SSD 970 PRO die vollständige Laufwerksverschlüsselung nach TCG-Opal-Standard mittels AES-256-Bit-Algorithmus. Beachtet werden muss auch bei der neuen Samsung-SSD, dass für die volle Leistung das Leeren des Gerätschreibcaches deaktiviert werden muss. Zu finden ist diese Option in den Eigenschaften des Laufwerks.

Die von Samsung genannten Werte für den Energiebedarf können nicht ganz erreicht werden. Beim Lesen werden 5,2 W versprochen, beim Schreiben 5,7 W. Im Test wurden hingegen etwa 6 und 7 W gemessen. Im Leerlauf lag die Energieaufnahme unterhalb der Messschwelle. Für den L1.2-Modus nennt Samsung 5 mW.