TEST

Intel Xeon w9-3495X im Test

56 P-Cores am Limit - Overclocking

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Einige Prozessoren der Xeon-W-3400- und Xeon-W-2400-Serie haben einen offenen Multiplikator und können daher übertaktet werden. Wir haben uns auch diesen Aspekte angeschaut, wenngleich wir nicht allzu tief in das Thema eingestiegen sind.

Standardmäßig liegt die Kernspannung der Sapphire-Rapids-Prozessoren bei etwa 1 V. Dies ist vergleichsweise wenig, aber nur so kann Intel überhaupt solche Prozessoren mit derart vielen Kernen in einem gewissen Power-Budget betreiben. Ein interessanter Aspekt ist zudem, dass die Prozessoren über einen FIVR (Fully Integrated Voltage Regulator) verfügen. Diesen gab es auch schon bei vorherigen CPU-Generationen wie zum Beispiel Haswell, ab Skylake wurde er aber wieder gestrichen. Der FIVR bekommt vom Mainboard eine Spannung von sagen wir 1,8 V und reguliert diese dann intern auf das Niveau, welches er für den Betrieb des Prozessors benötigt. Der Vorteil liegt darin, dass jedem einzelnen Kern eine einzelne Spannung zugewiesen werden kann. Diesen Mechanismus verwendet Intel bereits für den Standardbetrieb des Prozessor uns sorgt damit für eine gewisse Effizienz.

Auch wenn es sich um Workstation-Mainboards handelt, so hat unter anderem ASUS ein paar Optionen eingebaut, die für Overclocker interessant sind.


Für ein schnelles Overclocking haben wir Intels XTU verwendet und hier den Multiplikator für den Einsatz aller Kerne angepasst. XTU ermöglicht es aber auch hier noch viel weiter ins Detail zu gehen. Jeder einzelne Kern kann im Hinblick auf den Takt und die verwendete Spannung angepasst werden. Dies ist auch im BIOS möglich, per Windows-Oberfläche aber deutlich einfacher.

Ohne jegliches Zutun des Nutzers arbeitet der Xeon w9-3495X mit einem All-Core-Takt von 2,9 GHz. Wir haben den Prozessor auf allen 56 Kernen mit 3,2 bis 4,0 GHz betrieben und ein paar Benchmarks gemacht:

Cinebench R23

Multi-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

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Von 2,9 auf 4,0 GHz können wir die Leistung des Xeon w9-3495X um fast ein Drittel verbessern. Ein Aspekt dabei ist aber, dass der Cinebench R23 nur eine kurze Last darstellt, wozu wir aber gleich noch kommen werden. Extreme-Overclocker haben mithilfe aufwändiger LN2-Kühlungen einige Rekorde aufstellen können.

Leistungsaufnahme

Package-Power

W
Weniger ist besser

Aber natürlich steigt auch die Leistungsaufnahme an – in fast schon irrsinnige Höhen. Von 500 W beim Standard-Takt und mit offenem Limit geht es auf 912 W bei 4,0 GHz. Der von uns für diesen Test verwendete NH-U14S DX-4677 kommt damit noch gerade so zurecht. Das aber auch nur für den kurzen Cinebench-R23-Durchlauf.

Temperatur

Cinebench-R23-Durchlauf

°C
Weniger ist besser

Der Einfluss der höheren Leistungsaufnahme zeigt sich deutlich in den Temperaturen. Ab 3,8 GHz kann der Kühler die Abwärme nur noch für einen kurzen Zeitraum verarbeiten. Die Cinebench-Ergebnisse steigen noch leicht an, längere Lastzustände aber sorgen für eine Drosselung.

Blender

classroom

Sekunden
Weniger ist besser

Dies zeigt der Renderdurchlauf des classroom im Blender. Ab 3,6 GHz läuft das Rendering nicht mehr schneller ab, weil die Kerne 89/90 °C erreichen und heruntergetaktet werden. OC-Rekorde im Cinebench sind demnach in dieser Form noch möglich, für mehr muss eine andere Kühlung her.