Seite 1: CPU- und Gaming-Benchmarks: Ein erster Blick auf Tiger Lake

intel-tiger-lakeIntel hat die Tiger-Lake-Prozessoren mit bis zu vier Kernen vor einigen Wochen vorgestellt, die ersten Geräte sollen ab Anfang Oktober in den Läden stehen sollten. Hardwareluxx hatte vorab bereits die Möglichkeit, die Leistung der vier neuen Willow-Cove-Kerne im Zusammenspiel mit der Xe-LP-Grafik auszutesten.

Die Willow-Cove-Kerne bauen auf dem Sunny-Cove-Design auf. Gepaart mit den Optimierungen der 10nm SuperFin Technology will Intel wieder einen größeren Sprung bei der CPU-Leistung machen. Hinzu kommt die Xe-LP-Grafikeinheit, aber auch Thunderbolt 4, PCI-Express 4.0 und Wi-Fi 6 sollen dabei helfen, die Plattform aufzufrischen.

Diverse Hersteller haben bereits ihre aktualisierten oder neuen Modelle mit Tiger-Lake-Prozessor angekündigt. Wir haben von Intel ein Referenz-Notebooks zur Verfügung gestellt bekommen, welches in Zusammenarbeit mit MSI entwickelt wurde, das in dieser Form aber kein konkretes Produkt werden wird.

Ausgestattet war das Gerät wie folgt:

  • Intel Core i7-1185G7
  • 16 GB LPDDR4X-4266 (Dual-Channel)
  • 14 Zoll Full-HD-Display
  • 1 TB Samsung PM981a NVMe-SSD
  • 2x Thunderbolt 4
  • Intel Wi-Fi 6 AX201

Eine Besonderheit der Referenz-Plattform ist, dass wir hier verschiedene Einstellungen vornehmen können, die den verwendeten Core i7-1185G7 in verschiedenen Konfigurationen zeigt, so wie ihn die Notebook-Hersteller vermutlich auch anbieten werden. Nominell verfügt das Spitzenmodell Core i7-1185G7 über eine TDP von 28 W. Diese lässt sich aber zwischen 12 und 28 W konfigurieren. Wir haben den Prozessor einmal mit einem PL1 von 15 W arbeiten lassen, dann mit 28 W und noch einmal mit 28 W plus dem Dynamic Tuning was letztendlich bedeutet, dass er sich über einen längeren Zeitraum bis zu 36 W genehmigen kann.

Im Rahmen des Tests müssen noch ein paar Einschränkungen deutlich gemacht werden. Das Referenzmodell wird in dieser Form nicht auf den Markt kommen und auch wenn wir die TDP einstellen können, jeder Hersteller (und auch MSI als Hersteller des Referenzmodells), wird eine eigene Konfiguration wählen, was die TDP und die Kühlung betrifft. Ein Core i7-1185G7 verhält sich in unterschiedlichen Notebooks also niemals gleich. Mit dem Prestige 14 Evo hat MSI aber bereits ein Notebook vorgestellt, welches dem von uns getesteten nicht ganz unähnlich ist.

Dies macht auch die Vergleiche für uns so schwierig und das war auch schon für die Tests von Ice Lake und Comet Lake-U/Y der Fall. Wir geben immer die TDP an, wie sie jeweils konfiguriert war, aber die Kühlung spielt eben auch eine Rolle.

Das Gehäuse des Referenzmodell darf als MSIs Interpretation eines solchen Gerätes angesehen werden, welches sich zwischen den ultrakompakten Notebooks und den Gaming-Modellen bewegt. Man könnte hier von einem Office-Allrounder sprechen. Aufgrund des Referenzstatus' der Hardware können wir auch keinerlei Aussagen über die Akkulaufzeit machen.

Wird das 14-Zoll-Display aufgeklappt, hebt der Überstand des Scharniers die Tastatur des Notebooks leicht an. Damit wird den Öffnungen auf der Unterseite des Notebooks die Möglichkeit gegeben, kühle Luft anzusaugen. Die leicht gekippte Tastatur kann auch Vorteile für das Tippen haben, hier aber jeder seine persönlichen Präferenzen. Touchpad und Tastatur standen nicht im Fokus des Tests.

Kommen wir also zur eigentlichen Hardware.

Beim Core i7-1185G7 handelt es sich um einen Tiger-Lake-Prozessor mit vier Kernen und aktivem Hyperthreading. Der Basis-Takt liegt für 28 W bei 3,0 GHz, per Boost soll es auf bis zu 4,8 GHz gehen. Sind alle Kerne aktiv, sollen diese einen Takt von 4,3 GHz erreichen können. Die 96 Execution Units (EUs) der Gen12-Grafikeinheit laufen mit bis zu 1,35 GHz.

Die Hersteller können den Core i7-1185G7 bei einem PL1 von 28 W auf ein PL2 von 64 W setzen, welches dann für 28 s anliegt. Extrem kurze Bursts können als PL4 auf bis zu 121 W gehen. In welcher Form der Core i7-1185G7 seine Power-Limits einhält und wie die Taktraten dazu aussehen, haben wir uns ebenfalls genauer angeschaut.

Zunächst aber wollen wir zu den Standard-Tests für die CPU-Leistung kommen: