Seite 14: Fazit

Was steckt nach all den Messungen und Benchmarks im Core i9-10850K und hätte es ein Modell zwischen dem Core i9-10900K und Core i7-10700K überhaupt gebraucht? Wie so häufig lautet die Antwort: Es kommt darauf an!

Intel fährt mit seinen Comet-Lake-S-Prozessoren in schwierigem Fahrwasser. Hinsichtlich der Multi-Threaded-Leistung wurden sie von AMD abgehängt – zwölf oder gar 16 Zen-2-Kerne sind auf dem Desktop eben schneller als nur zehn Skylake-Kerne. Intels einziger Trumpf ist und bleibt die Spiele-Leistung. Hier liegt der Core i9-10850K knapp hinter dem Flaggschiff, ein paar FPS weniger sind zu verzeichnen, aber man bleibt noch immer vor den AMD-Modellen. Der Core i9-10850K ist also nur ein etwas langsamerer Core i9-10900K – soweit keine Überraschung.

Noch immer als problematisch anzusehen ist die Plattform für diese Prozessoren. Die Mainboards mit Z490-Chipsatz und LGA1200 bieten kaum Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger. Noch immer stehen lediglich 16 PCI-Express-Lanes zur Anbindung einer Grafikkarte zur Verfügung. Alle weiteren Lanes müssen über den Chipsatz angebunden werden. PCI-Express 4.0 spielt für Comet Lake-S keine Rolle und wird bei Intel wohl erst mit Rocket Lake-S auf dem Desktop Einzug halten. Eine Etablierung von 2.5GbE könnte man der neuen Plattform aber zugute schreiben.

Die neue Plattform bietet keine revolutionären Neuigkeiten und dürfte daher kein essentieller Grund für ein Update sein. Ein DDR4-2933 ist gegenüber einem vorherigen DDR4-2666 sicherlich nicht das ausschlaggebende Argument. Zumindest mit Z490-Mainboard und als K-Modell bietet der Core i9-10850K den entsprechenden Spielraum, um den Speicher deutlich schneller zu betreiben. Intel versperrt sich auf diesem Wege der Käuferschicht, für die eine Upgrade der Plattform das Wechselargument wäre.

Neben der Standard-Leistung merkt man dem Core i9-10850K gewisse Limits an, die besonders beim Overclocking zum Tragen kommen. Offenbar greift hier das Binning von Intel, denn die besseren Chips werden als Core i9-10900K verkauft, die etwas schlechteren nun offenbar als Core i9-10850K. Mehr als 5,0 GHz All-Core-Takt waren nicht möglich. Allerdings gibt es Modelle des Core i9-10900K, die nur auf 5,0 GHz kommen. Viel Spielraum gibt es ohne exzessive Kühllösungen ohnehin nicht mehr.

Dem Core i9-10850K positive zugutehalten muss man den etwas geringeren Stromverbrauch, der dafür sorgt, dass der Prozessor in der Effizienz besser dasteht. Im Fokus steht dieses Modell sicherlich durch den günstigeren Preis. Anstatt 505 Euro kostet der Core i9-10850K nur 460 Euro – man spart also 45 Euro oder etwa 10 %. Die aktuelle Liefersituation des Core i9-10900K spielt sicherlich ebenfalls eine Rolle und kann den Preisunterschied deutlich größer werden lassen. Dies kann durchaus ein Argument für Nutzer sein, die zehn Kerne wollen, denen 100 MHz an Takt aber nicht so wichtig sind.

Der Core i9-10850K ist nicht besser oder schlechter als der Core i9-10900K – er ist in einigen wenigen Details anders. Man tauscht hier eine etwas geringere Leistung gegen einen niedrigere Leistungsaufnahme und eben den geringeren Preis ein. Am Ende entscheidet der Käufer, ob er lieber zum einen oder dem anderen Modell greift. Das entsprechende Meinungsbild soll unser Artikel ermöglichen.

Positive Aspekte des Core i9-10850K:

  • Single-Core-Boost von 5,2 GHz / hohe Single-Core-Leistung
  • All-Core-Turbo von 4,8 GHz
  • sehr gute Spieleleistung
  • besseres Preis-Leistungs-Verhältnis (im Vergleich zum Core i9-10900K)

Negative Aspekte des Core i9-10850K:

  • hohe kurzfristige Leistungsaufnahme

Preise und Verfügbarkeit
Core i9-10850K
Nicht verfügbar 438,07 Euro Ab 438,07 EUR