Seite 8: Z97: Die einzelnen Spannungen

Wer seinen "Haswell"-Prozessor übertakten möchte, der wird ebenfalls von allerhand Parametern im UEFI/BIOS erschlagen. Einen kleinen Überblick geben wir auf dieser Seite.

Die einzelnen Spannungen von "Haswell"

Bei "Haswell" gibt es eine Vielzahl von Spannungen, die sich zu großen Teilen nur bedingt von "Haswell-E" unterscheiden. Doch nicht alle sind für ein stabiles Overclocking notwendig und können teils getrost ignoriert werden. Bei bestimmten Fehlern während den Stabilitätstests ist es aber gut zu wissen, an welchem Regler man als nächstes drehen sollte. Wir stellen die sechs wichtigsten Spannungen anhand dieses Blockdiagramms vor:

voltage planes haswell k
Spannungs-Diagramm zu "Haswell".
  • Vccin

Die Eingangsspannung für den Integrated-Voltage-Regulator (iVR). Er wandelt aus der hier anliegenden Spannung die anderen Parameter (VCore, VRing, etc.) ab.

StandardMaximal
1,8 Volt 2,2 bis 2,4 Volt
  • Vcore

Die Kernspannung des Prozessors - ist je nach VID/Güte des Prozessors von CPU zu CPU unterschiedlich. Die meisten Overclocker achten nur darauf.

StandardMaximal
etwa 1,1 Volt 1,45 Volt
  • VRing

Die Spannung für den RingBus/Cache und den Uncore-Bereich.

StandardMaximal
1,05 Volt 1,12 bis 1,25 Volt
  • VSA

Die Spannung für den IMC, Erhöhung kann der Stabilität zuträglich sein, muss in der Regel aber nicht angefasst werden.

StandardMaximal
0,9 Volt 1,15 bis 1,2 Volt
  • PCH

Die Spannung für den Chipsatz. Muss beim bloßen Anheben des Multiplikators nicht angepasst werden.

StandardMaximal
1,05 Volt 1,25 Volt
  • VDDQ

Die Spannung für den Arbeitsspeicher. Sie ist abhängig von den jeweils verwendeten Speichermodulen.

StandardMaximal
1,5 - 1,65 Volt 1,75 Volt


Bei "Haswell" hat man damit nur noch zwei, von außen einstellbare Spannungen: Die Eingangsspannung (VCCIN), an die alle anderen Spannungen angebunden sind, sowie die RAM-Spannung (VDDQ).

 

Ring Ratio: Interface-Verbindung („CPU Cache“) zu jedem Kanal innerhalb der "Haswell"-CPU. Sollte nie höher als der Multiplikator sein.

VRing sollte für die eigenen Overclocking-Versuche ebenfalls angehoben werden, um die Stabilität zu verbessern. Sie ist in höheren Bereichen aber schwer synchron mit dem CPU Takt zu halten. Im Idealfall soll VRing ein bis vier Stufen unter dem Core-Takt liegen. Ein hoher Ring-Takt wirkt sich insbesondere positiv auf die Speicherbandbreite und speicherabhängige Benchmarks bzw. Programme aus, weniger aber auf praxisnahe Testszenarien und/oder Spiele. Wer nicht jedes Quäntchen Leistung benötigt, lässt den Multiplikator hier einfach auf "Auto" stehen und überlässt die Einstellungen dem Mainboard.

System Agent, CPU I/O Voltage (VTT) sind für den IMC zuständig, müssen insgesamt nur dann erhöht werden, wenn der Takt des Arbeitsspeicher sehr hoch angesetzt wurde. In der Regel müssen die Parameter hier exakt ausgelotet werden und zu den RAM-Kits passen, denn hier kann zu viel Spannung auch kontraproduktiv und der Stabilität abträglich sein.

 

Fully Integrated Voltage Regulator (IVR)

Eine Neuerung gibt es auch bei "Haswell": Der IVR bzw. FIVR (Fully Integrated Voltage Regulator). Er übernimmt das Wandeln der benötigten Spannungen aus der Eingangsspannung – was ehemals eine Funktion des Mainboards war. Oft empfiehlt es sich, wenn Änderungen an den Settings (gerade bzgl. der Input-Spannung) vorgenommen worden sind, den PC einmal komplett herunterzufahren und auszuschalten, um sicherzustellen, dass die Änderungen einwandfrei und korrekt übernommen werden und um „Random Bluescreens“ zu vermeiden. Dies ist eine der Eigenarten der "Haswell"-CPUs. 

 

VID/Standardspannung:

Die VID (Voltage IDentification) ist bei "Haswell" und "Haswell-E" leider nicht mehr so aussagekräftig in Hinblick auf das potentiell zu erwartende OC-Ergebnis, wie das noch früher oft der Fall war. Dennoch verspricht die Betrachtung der Standardspannung (Non-Turbo und Multiplikator sowie VCore auf Auto) eine gewisse bedingt zuverlässige Prognose auf evtl. zu erreichende OC-Ergebnisse.

Eine niedrige VID/Standardspannung verspricht oft bessere OC-Ergebnisse, aber auch höhere Temperaturen und einen höheren Verbrauch, wohingegen CPUs mit höherer VID und einer höheren Standardspannung kühler bleiben und eine geringere Leistungsaufnahme besitzen.

 

LLC/Loadline Calibration:

Sie verhindert den Vdroop (Abfallen der Spannung unter Last), wirkt bei "Haswell" aber nur noch auf die Input-Voltage und somit nicht mehr auf die VCore aus.