Seite 16: Fazit

Wer seinen Prozessor übertaktet, der muss viel Geduld und Zeit mit bringen - vor allem dann, wenn man wie wir nach dem Sweet-Spot-Verfahren übertaktet und damit ein vernünftiges Verhältnis aus Leistungsaufnahme und Taktzuwachs finden möchte. Das Ausloten von Kernspannung und Nebenspannungen kostet sehr viel Zeit - egal, ob bei einer Intel-Plattform oder aber bei einem AMD-System. Unser Artikel dürften allerdings nicht nur Anfängern helfen, sondern auch für Profi-Overclocker ein gutes Nachschlagewerk sein, denn mit unseren Tipps zu Prime95 und den möglichen Bluescreens und Abstürzen unter Windows lässt sich die nächste Stellschraube schnell herausfinden und anpassen. Das spart durchaus ein bisschen Zeit und Nerven.

Wer sich allerdings vorsichtig herantastet und zunächst mit 30 Minuten Runs zufriedengibt, findet relativ schnell die nötigen Settings für seinen Prozessor und kann im Nachgang mit einer etwas höheren Kernspannung längere Prime95-Durchläufe starten. Mindestens drei Stunden sollte das Stress-Tool fehlerfrei für den Alltagsbetrieb durchlaufen. Je länger man den Stabilitätstest aber laufen lässt, desto aussagekräftiger ist er. Ein voller Durchlauf kostet je nach Rechengeschwindigkeit des Prozessors etwa 21 Stunden Zeit. 

Wichtig ist allerdings nicht nur ein schickes Overclocking-Motherboard, bei dem sich alle wichtigen Parameter einstellen lassen, sondern auch eine starke Kühlung. Aufgrund der hohen Temperaturen unter Volllast konnten wir alle drei Prozessoren nicht noch weiter beschleunigen. Vor allem unser Intel Core i7-4790K hat noch einiges Potential in sich. Da sich allerdings die Wärme unter dem Heatspreader zu stauen scheint, würden wir diesen im nächsten Schritt abnehmen und gegebenenfalls mit extremeren Kühlmethoden anrücken. Die 5,0 GHz auf allen vier Rechenkernen dürften dann problemlos fallen. AMDs "Vishera"-CPUs sind hingegen wahre Hitzköpfe und deswegen ohne eine gute Kühlung nur sehr schwer zu übertakten. Bei Taktraten von 4.500 MHz fing unser AMD FX-8370e bereits nach wenigen Minuten an, zu throtteln - einzelne Kerne wurden im Takt reduziert. 

Mittels Overclocking des Prozessors aber lässt sich ein deutlicher Leistungsanstieg feststellen. Das betrifft vor allem CPU-lastige Benchmarks wie Cinebench oder den x264-HD-Benchmark, aber auch Futuremarks 3DMark profitiert von einer hohen CPU-Geschwindigkeit. Kein Wunder, weshalb unsere Leser sich mit den Werksfrequenzen ihrer Hardware nicht zufriedengeben und selbst Hand anlegen.

Einen Negativ-Punkt aber hat die Übertaktung des Prozessors: Stößt man in hohe Taktregionen vor, muss man meist die Spannung deutlicher erhöhen, was sich natürlich in der Leistungsaufnahme und der Abwärme wiederspiegelt. Je nach Prozessor zieht der Gaming-Rechner bis zu 150 Watt mehr aus der Steckdose. Hier gilt es wie eingangs schon erwähnt abzuwägen. 

Das Risiko eines Hardware-Defekts lässt sich beim vorsichtigen Herantasten zwar minimieren, besteht allerdings weiterhin. Wer übertaktet, der hat später keinen Anspruch auf Garantie.