Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim ASUS ROG Strix GL702VM keinerlei Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Wie in den meisten aktuellen Gaming-Notebooks steckt auch im ASUS ROG Strix GL702VM ein Intel Core i7-6700HQ, welcher noch der Skylake-Generation entspringt und wohl in Kürze durch Kaby Lake ersetzt werden dürfte – die CPUs hierfür hat Intel jedenfalls schon vorgestellt. Mit seinen vier Rechenkernen zählt er aber natürlich noch immer zu den schnellsten Modellen seiner Art. Die vier Cores beherrschen SMT und können somit jeweils zwei Threads gleichzeitig bearbeiten. Dabei machen sie sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 2,6 bis 3,5 GHz ans Werk und können auf einen 6 MB großen L3-Cache zurückgreifen. Die Zwischenspeicher in erster und zweiter Reihe bringen es auf 1 MB bzw. 32 KB für Daten und Instruktionen. Die maximale Leistungsaufnahme gibt Intel mit 45 W, was bei unserem Testmuster auch ausgereizt wird. Gefertigt wird die CPU im 14-nm-Verfahren.

asus gl702vm cpuz

Während die ersten Geräte fast ausschließlich auf DDR3 setzten, obwohl der Speichercontroller des Skylake-Prozessors auch mit dem modernen DDR4-Standard zurechtkommt, hat sich dies inzwischen geändert. Auch im ASUS ROG Strix GL702VM stecken Module des aktuellen DDR4-Standards, die sich mit einer Geschwindigkeit von 2.133 MHz ans Werk machen und so eine Bandbreite von 13,29 GB/s erreichen. Im Vergleich zu anderen Gaming-Geräten dieser Leistungsklasse ist das allerdings abermals zu wenig. Der Grund: Die Module werden im Single-Channel-Modus betrieben, was die Performance mindert, sich in der Praxis aber kaum bemerkbar macht. Im Komprimierungstest von 7-Zip erreicht der ROG-Bolide knapp unter 17.500 MIPS. Mit 7,26 bzw. 639 Punkten liegt die Leistung des Intel Core i7-6700HQ in etwa auf dem Niveau, welches wir von ihm erwarten. 

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Die SSD bindet ASUS weiterhin nur per SATA an, womit sie Datenübertragungsraten von rund 512 MB/s erreicht. Das ist für den Praxiseinsatz natürlich noch immer schnell genug, zumal das Betriebssystem immer noch binnen weniger Sekunden lädt und Programme und Spiele meist ohne Verzögerung starten. Für die eigene Spielesammlung, die die 256 GB der SSD mit Sicherheit übersteigen würde, gibt es von ASUS eine zusätzliche Magnetspeicher-Festplatte im 2,5-Zoll-Format, die es auf eine Geschwindigkeit von rund 110 MB/s bringt und damit ein gutes Stück langsamer arbeitet als die SSD. Für Spiele ist das aber natürlich noch immer schnell genug. 

PCMark 8

Creative

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Ausschlaggebender in einem Gaming-Notebook sind nicht nur Prozessor und Arbeitsspeicher, sondern natürlich auch die Grafikkarte. Hier hat sich ASUS bei unserem Testmuster dieses Mal für die kleinere NVIDIA GeForce GTX 1060 entschieden. Sie ist zwar eine Modellnummer kleiner als noch beim 15-Zoll-Modell, entspricht jedoch ebenfalls fast 1:1 ihrem Desktop-Gegenstück und bringt damit echte Desktop-Power ins Notebook. Wie die Fullsize-PCI-Express-Karte der GeForce GTX 1060 basiert auch sie auf dem 4,4 Milliarden Transistoren starken GP106-Grafikprozessor, welcher sich wie gewohnt in Graphics Processing Cluster, Streaming Multiprozessoren und ALUs unterteilt. In der Summe stehen hier 1.280 Shadereinheiten und 80 TMUs zur Verfügung.

Im Vergleich zur GeForce GTX 1070 wurde die GeForce GTX 1060 allerdings auch beim Speicher beschnitten. Statt des 256 Bit breiten Datenbuses hat NVIDIA hier einen 64-Bit-Controller gestrichen und bindet die insgesamt 6 GB Speicher über 192 Datenleitungen an. Zusammen mit einer Taktfrequenz von 2.002 MHz bringen es die GDDR5-Chips auf eine Bandbreite von 192 GB/s. Der Grafikchip soll hingegen mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.405 bzw. mindestens 1.671 MHz arbeiten, was im Vergleich zur Desktop-Lösung etwas darunterliegt und wohl für den von NVIDIA angegebenen Leistungsverlust von etwa 10 % verantwortlich sein. Unser Modell im ASUS ROG Strix GL702VM erreicht hier allerdings einen Takt von rund 1.708 MHz und liegt damit leicht oberhalb der Vorgaben. Gefertigt wird der Chip im fortschrittlichen 16-nm-FinFET-Verfahren bei TSMC.

asus gl702vm gpuz

Aktuelle Spieletitel wie Grand Theft Auto 5, DiRt Rally, The Witcher 3 oder Shadow of Mordor bereiten der GeForce GTX 1060 zwar etwas mehr Probleme als noch der GeForce GTX 1070, für die native Full-HD-Displayauflösung aber reicht es noch locker aus. Je nach Spiel und Benchmark erreichen wir zwischen etwa 40 und 180 FPS. Für Gamer steht also noch immer mehr als genug Leistung zur Verfügung. Für höhere Auflösungen über einen externen Bildschirm dürfte es schon enger werden. VR-Inhalte für die HTC Vive oder die Oculus Rift spielt das ASUS ROG Strix GL702VM damit natürlich ebenfalls problemlos ab.

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Native Auflösung - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Gute Oberflächen-Temperaturen

Probleme bei der Kühlung konnten wir bei unserem ASUS ROG Strix GL702VM keine feststellen, wenngleich der Intel Core i7-6700HQ im Stresstest eine Temperatur von satten 91 °C erreicht. Zu einem Thermalthrottling kommt es trotzdem nicht, die CPU macht sich stets mit 3,1 GHz ans Werk, wenn alle vier Rechenkerne durchgehend belastet werden. Das entspricht den Vorgaben Intels. Die Grafikkarte bleibt mit 87 °C nur geringfügig kühler, kann aber ebenfalls durchgehend ihre volle Leistung abrufen.

Trotz der heißen Temperaturen im Inneren herrschen auf der Oberfläche angenehm kühle Temperaturen. Unter Last haben wir sowohl auf der Unterseite wie auch auf dem Topcase durchschnittlich nur knapp über 30 °C gemessen, wobei mit 46,4 bzw. 44,8 °C jeweils im zweiten Quadraten die wärmsten Werte erreicht wurden. Im normalen Windows-Betrieb bleiben die Oberflächen-Temperaturen mit durchschnittlich etwa 26,4 und 27,5 °C deutlich darunter.

Trotzdem bleibt das ASUS ROG Strix GL702VM für seine Leistungsklasse erfreulich laufruhig. Im 2D-Modus haben wir 33,9 dB(A) gemessen, was für ein Notebook dieser Preis- und Leistungsklasse hervorragend ist. Im Volllast-Betrieb muss die Kühlung natürlich deutlich mehr ackern, die Lüfter drehen auf bis zu 48,7 dB(A) auf, womit das System zwar alles andere als leise ist, jedoch verglichen mit anderen Geräten laufruhiger agiert.

bench temp oberseite

Kaum Ausdauer

Im Gegensatz zum kleineren Schwestermodell besitzt das ASUS ROG Strix GL702VM die langsamere und etwas sparsamere Grafikkarte, dafür aber auch ein größeres Display, was ASUS über einen stärkeren 76-Wh-Akku kompensieren will. In der Tat sind die Laufzeiten etwas besser als beim kleinen 15,6-Zoll-Modell. Im normalen Office-Betrieb hält unser Testmuster fast drei Stunden durch, im Spielebetrieb geht dem Gaming-Boliden schon nach knapp über zwei Stunden die Puste aus und fällt damit wieder leicht hinter das kleine Schwestermodell zurück. Voll aufgeladen ist der Akku schon nach rund 90 Minuten. Dennoch: Andere Geräte kommen hier länger ohne Steckdose aus.