Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim Medion Erazer X7843 im Großen und Ganzen keinerlei Abstriche gemacht werden müssen. Wie bei jedem anderen Test-Notebook gilt auch hier: Unsere Testkonfiguration sollte lediglich als Vorschlag angesehen werden, denn in vielen Bereichen gibt es den 17-Zöller auch mit anderen Komponenten. Dann lässt sich entweder ein bisschen Geld sparen oder aber schnellere Hardware verbauen.

Systemleistung

Herzstück unseres Testmusters ist ein Intel Core i7-6700HQ, welcher bereits der neusten Skylake-Familie entspringt und im aktuellen 14-nm-Prozess vom Band läuft. Dieser stellt insgesamt vier Rechenkerne bereit, die dank SMT-Support bis zu acht Threads gleichzeitig bearbeiten können und sich dabei mit einer Geschwindigkeit von 2,6 bis 3,5 GHz ans Werk machen. Im Vergleich zum Broadwell-Vorgänger sind das allerdings etwas geringere Taktraten, weswegen Skylake hier in CPU-lastigen Benchmarks leicht das Nachsehen hat. Dafür unterstützt der Speichercontroller DDR4. Medion hat unserem Testmuster zwei Speicherriegel mit jeweils 8 GB und einer Taktrate von 2.133 MHz spendiert. Ansonsten kann die Skylake-CPU auf einen 6 MB großen L3-Cache zurückgreifen und besitzt klassenüblich eine TDP vom 45 W. 

Wie bereits erwähnt, fällt die Leistung bei Skylake im Vergleich zu Broadwell leicht zurück. Das ist auch beim Medion Erazer X7843 so. Während es ein Intel Core i7-5700HQ im Cinebench-R15-Benchmark noch auf über 700 Punkte bringt, sind es beim Intel Core i7-6700HQ knapp 30 Punkte weniger. Wir haben 681 Punkte gemessen. Gleiches gilt für den älteren R11.5-Benchmark, wo wir knapp 6,96 Punkte erreicht haben. Insgesamt aber reicht die Leistung des Core-i7-Prozessors dicke aus, um nicht nur die wichtigsten Aufgaben zu erledigen, sondern auch um die aktuellsten Spiele ausreichend schnell zur Grafikkarte zu bringen. 

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Dank der schnellen SSD kann sich auch die Alltagsleistung sehen lassen. Das Betriebssystem ist binnen weniger Sekunden geladen, Anwendungen starten fast ohne Verzögerung. Insgesamt bringt es die Samsung-SSD auf eine Datenübertragungsrate von knapp über 530 MB/s. Die Schreibgeschwindigkeit fällt jedoch deutlich zurück, was den Spaß mit der SSD etwas trübt. Dafür ist die zusätzliche 2,5-Zoll-Festplatte mit ihrer Kapazität von1 TB vergleichsweise schnell. Sie liest Daten mit einer Geschwindigkeit von über 140 MB/s aus.

PCMark 8

Creative

5444 XX


4994 XX


4907 XX


0 XX


Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Bei Gaming-Notebooks entscheidend ist vor allem aber die Grafikkarte. Hier entschied sich Medion zumindest bei unserem Testsample für das aktuelle Flaggschiff der M-Familie von NVIDIA. Das neue Erazer-Notebook gibt es aber auch mit der kleineren GeForce GTX 970M. Die GeForce GTX 980M basiert wie alle aktuellen NVIDIA-Grafikkarten auf der zweiten Maxwell-Generation und baut auf dem GM204-Chip auf, welcher so auch auf der GeForce GTX 980 und GeForce GTX 970 aus dem Desktop-Segment zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu diesen ist der Grafikchip allerdings kräftig beschnitten. Statt der 14 Shadercluster sind auf der M-Version nur noch zwölf vorhanden, womit sich die Zahl der zur Verfügung stehenden Shadereinheiten auf 1.536 ALUs reduziert. An jeden Shadercluster sind weiterhin acht Textureinheiten angeschlossen, womit in der Summe 96 TMUs bereitstehen. Beim Speicher entschied sich Medion für einen 4-GB-Ausbau, wobei es die Karte auch mit der doppelten Speichermenge gäbe. Die GDDR5-Chips binden über einen 256 Bit breiten Datenbus an und können weisen insgesamt 64 ROPs auf. 

Bei den Taktraten hält sich Medion strikt an die Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede und lässt Chip und Speicher mit 1.038 bzw. 1.253 MHz arbeiten, wobei zumindest der Grafikprozessor im Boost auch Frequenzen von mindestens 1.127 MHz erreichen kann. Insgesamt spielt das Medion Erazer X7843 damit in der oberen Liga unserer Leistungsbenchmarks mit – einzig Notebooks mit vollwertiger GeForce GTX 980 wie beispielsweise das Schenker Technologies XMG U726 sind schneller.  

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

207.7 XX


145.7 XX


144.9 XX


116.8 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Spielen ist mit dem neuen Erazer problemlos möglich, vor allem wenn man auf dem integrierten 17,3-Zoll-Bildschirm spielt und keinen externen Monitor anschließt. Dann ist ohnehin maximal Full HD möglich. Aktuelle Spiele wie Grand Theft Auto 5, DiRt Rally oder auch The Witcher 3 lassen sich damit ruckelfrei in der nativen Auflösung spielen und laufen meist mit über 60 FPS über das Panel. Details reduzieren muss man zumindest bei unseren Benchmark-Titeln nicht.

Ausreichende Kühlung

Auch wenn das Medion Erazer X7843 mit guten Oberflächen-Temperaturen überzeugen kann, fällt vor allem ein Wert negativ ins Auge: Der Intel Core i7-6700HQ wurde unter Volllast ziemlich heiß und erreichte Temperaturen von über 90 °C. Zu Thermal Throttling oder gar einer Abschaltung der Hardware aber kam es während der gesamten Tests nicht. Während die Temperaturen an der Unterseite im Schnitt bei knapp über 28 °C liegen, haben wir bei Tastatur, Touchpad und Handballenauflage Temperaturen von durchschnittlich 29 °C gemessen, wobei es im Maximum 34,2 °C waren. Keine Sorgen braucht man sich dagegen bei der Grafikkarte zu machen, die während unserer Tests Werte von bis zu 76 °C erreichte und sich damit auf dem Niveau vergleichbarer Modelle bewegt. Im Leerlauf bleiben die Oberflächen gut 3 bis 4 Kelvin kühler. 

Allerdings erkauft sich Medion die guten Oberflächen-Temperaturen mit einem lauten Betriebsgeräusch. Während das Erazer X7843 im Leerlauf mit 35,5 dB(A) noch erfreulich leise zu Werke geht, wird die 50,0-dB(A)-Grenze unter Volllast mit 50,1 dB(A) durchbrochen. Damit ist das Gaming-Notebook deutlich hörbar, unter Verwendung eines Headsets ist dieser Umstand zumindest für den Spieler aber nicht weiter schlimm. Dafür ist die Lüftersteuerung gut eingestellt, denn ein plötzliches Auf- und Abdrehen der Lüfter konnten wir nicht feststellen.

bench temp oberseite medion erazer x7843

Kaum Akkuleistung

Das Medion Erazer X7843 verfügt über einen austauschbaren 4-Zellen-Akku mit einer Kapazität von 60,2 Wh, was angesichts der großen Geräte-Abmessungen nicht gerade viel ist und sich vor allem im Hinblick auf die verwendete Hardware, aber auch in Bezug auf das große 17,3-Zoll-Display negativ auswirkt, denn ein Langläufer ist das Gerät nicht. Im Spielebetrieb kommt der Gaming-Bolide gerade einmal knapp zwei Stunden ohne Steckdose aus, bevor er sich abschaltet. Im normalen Windows-Betrieb sind immerhin knapp 3,5 Stunden möglich. Andere Geräte zeigen sich meist etwas langläufiger.

Je nach Leistungszustand werden bei vollem Akku zwischen rund 15 und 200 W aus der Steckdose gezogen. Vor allem die Idle-Leistungsaufnahme ist damit hervorragend – der Skylake-CPU und der Optimus-Technologie sei Dank, denn der stromhungrige, diskrete Grafikchip wird bei Nichtgebrauch automatisch abgestellt.