Seite 11: Spannungsstabilität / Ripple- und Noisebetrachtung

Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +/- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die so genannten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteildesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

Aerocool GT 500W

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Das Aerocool GT-500SG zeigt hier eine ordentliche Leistung. Auf 3,3 Volt und 12 Volt bleibt der Spannungsabfall mit 2,5 - 3 Prozent im Rahmen, die Spannungslage dicht oberhalb des Nominalwertes ist als gut zu bezeichnen. Auf 5 Volt konnten wir knapp unter 2 Prozent beobachten.

ae ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage gut aus. Auf 3,3 Volt werden maximal knapp 34 mV(pp) und auf 5 Volt knapp 26 mV(pp) erreicht, was ordentlichen Werten entspricht. Auf der 12V-Seite präsentiert sich das Aerocool dann noch besser, denn hier blieben die Ripple-/Noisespannungswerte mit ca. 30 mV(pp) auf sehr niedrigem Niveau.

 

Antec Earthwatts Platinum 550W

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Das Antec Earthwatts Platinum 550W ist zwar in erster Linie auf Effizienz zu einem günstigen Preis getrimmt, aber die "Basics" wie stabile Ausgangsspannungen hat Antec nicht vernachlässigt. Mit 1 bzw. 1,5 Prozent auf den Nebenspannungen 3,3 Volt und 5 Volt sowie ca. 2,5 Prozent auf 12 Volt kann es zwar keine neuen Bestwerte setzen, ist aber auf jeden Fall im vorderen Mittelfeld unterwegs.

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Bei den Ripple-/Noise-Spannungen kann unser Testsample des Earthwatts Platinum nicht ganz so gut mithalten. Auf 12 Volt sieht die Sache mit max. 50 mV(pp) noch solide aus, ebenso wie auf 3,3 Volt nur vergleichsweise geringe 27 mV(pp) erreicht werden. Auf der 5V-Schiene pendeln die Werte im Bereich 36 bis 45 mV(pp), womit sie zwar eher hoch liegen, aber auch noch sicher von dem erlaubten Maximalwert von 50 mV(pp) entfernt sind.

Corsair HX650

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Das Corsair HX650 hat uns im Test mit seiner guten Spannungsregelung überrascht. Alle Spannungen fallen unter Last kaum ab und so beträgt sogar der Spannungsabfall auf 12 Volt nur ca. 1,4 Prozent.

 

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Noch besser sieht das Bild bei den Ripple-/Noise-Spannungen aus: Hier kann das Corsair mit den besten High-End-Netzteilen mithalten. Mit 10 bzw. 13 mV(pp) auf 3,3 Volt und 5 Volt bietet es ausgesprochen niedrige Werte. Die maximal 27 mV(pp) auf der 12V-Schiene sind ebenfalls ein sehr guter Wert.

 

SilverStone Strider Gold 650W

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Das SilverStone Strider Gold 650W als letzter Testkandidat dieses Roundups hat sich im Test ebenfalls keine Blöße gegeben. Der Spannungsabfall hin zu Volllast liegt bei beiden Nebenspannungen deutlich unter 2 Prozent. Mit 1,2% auf 12 Volt zeigt sich das SilverStone auch hier sehr stabil.

 

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Bei den Ripple-/Noise-Spannungen zeigt das SilverStone ein eher durchschnittliches Bild. Die Nebenspannungen liegen mit 24 mV(pp) auf 3,3 Volt und max. 38 mV(pp) auf 5 Volt noch auf solidem Niveau, aber die 12 Volt haben bei uns im Test unter Volllast 85 mV(pp) erreicht. Damit liegt es zwar noch weit von den maximal erlaubten 120 mV(pp) entfernt, aber die meisten Konkurrenzmodelle sehen hier besser aus.

Von den vier Testkandidaten hat uns keiner wirklich enttäuscht, denn alle haben eine ordentliche bis gute Performance gezeigt und keine Fragen bzgl. ihrer Stabilität aufkommen lassen. Das Corsair HX650 konnte sich aber von den restlichen drei Testkandidaten absetzen und besonders überzeugen.