Seite 6: Spannungsstabilität / Ripple- und Noisebetrachtung

 Ausgangsspannungen

Die Qualität der Ausgangsspannungen ist eines der wichtigsten Merkmale eines Netzteils, eigentlich noch deutlich wichtiger als seine Effizienz. Arbeitet ein Netzteil nicht stabil bzw. liefert stark schwankende Spannungen, kann die Funktion des Rechners beeinträchtigt werden. Wir schauen uns daher einmal an, wie sich die Spannungen unter Last verändern und ob sie im durch den ATX Design Guide festgelegten Toleranzbereich bleiben. Dieser erlaubt Abweichungen von +- 5 Prozent von der Sollspannung, der Wertebereich der Diagramme entspricht genau diesem Toleranzbereich.

Weiterhin schauen wir uns die Qualität der Ausgangsspannungen per Oszilloskop im Detail an. Die sogennanten Ripple-/Noisespannungen sind hochfrequente Wechselspannungen, die auf die eigentliche Ausgangs-Gleichspannung aufgeprägt sind. Sie entstehen durch die Arbeitsweise von Schaltnetzteilen und werden je nach Güte des Netzteilsdesigns bzw. seiner Ausgangsfilter mehr oder weniger stark herausgefiltert. Im ATX Design Guide ist festgelegt, dass auf 12 Volt Werte von 120 mV (pp, "peak-to-peak"), bei 3,3 Volt und 5 Volt 50 mV (pp) auftreten dürfen.

Seasonic X-Series Fanless 460W

seasonic stabilitaet

Seasonics X-Serie hat schon immer sehr stabile Ausgangsspannungen gezeigt, daher ist nicht verwunderlich, dass auch das X-460FL eine sehr souveräne Vorstellung bietet. Mit einer Spannungsregulierung auf allen Hauptspannungen im Bereich von 1 Prozent kann man sehr zufrieden sein.

seasonic ripple

Bei den Ripple-/Noise-Spannungen sieht die Lage ebenfalls sehr gut aus. Alle drei Hauptspannungen weisen nur sehr geringe Ripple-/Noisespannungen auf, die ein Vielfaches unter den durch den ATX Design Guide festgelegten Grenzwerten liegen.

SilverStone Nightjar 500W

silverstone stabilitaet

Stabile Ausgangsspannungen zeigt auch das SilverStone ST50NF. Die Spannungen sinken bei Volllast nur um 1-1,5 Prozent ein und liegen nahe des Sollwertes.

silverstone ripple

Bei der Betrachtung der Ripple-/Noisespannungen enttäuscht das Silverstone Nightjar 500W. Die gemessenen Werte bleiben zwar im Toleranzfeld und in der Praxis haben auch Überschreitungen meist keine Auswirkungen, aber im Vergleich zur Konkurrenz bleibt hier nur die Bewertung "ausreichend" übrig.

Super Flower Golden Silent Fanless 500W

superflower stabilitaet

Das Super Flower kann mit einer Spannungsregulierung im Bereich 1Prozent aufwarten, was eine sehr gute Performance darstellt.

superflower ripple

Bei den Ripple-/Noisespannungen des Fanless Platinum 500W sind auf 5 Volt und 12 Volt vergleichsweise niedrige Werte zu beobachten. In der Regel ist es so, dass mit zunehmender Last die Ripple-Werte ansteigen, aber es gibt gelegentlich Modelle, die bei sehr niedriger Last Probleme mit der Filterung haben. Unser Testsample des Super Flower ist so ein Kandidat, denn hier sind auf 3,3 Volt bei 30 Prozent Last und niedriger sehr hohe Werte zu beobachten gewesen, die dann zwischen 30-40 Prozent Last schlagartig auf einen "normalen" Wert von um die 20 mV(pp) abfallen und von da an wieder langsam ansteigen. Der Frage, ob es eine "Eigenheit" unseres speziellen Samples war, versuchen wir gerade nachzugehen.

Auch bei der Analyse der Ausgangsspannungen können alle vier Netzteile überzeugen, zumindest wenn man die Einhaltung der jeweiligen Toleranzfelder betrachtet. Im Detail zeigen sich dann doch fast Klassenunterschiede. Das Seasonic zeigt sehr souverän einmal wieder sehr stabile Ausgangsspannungen und sehr niedrige Ripple-/Noisespannungen. In Sachen Regelung ist das Silverstone Nightjar auch als sehr gut zu bezeichnen, nur hat es seine Ripple-/Noise-Spannungen gerade noch so unter Kontrolle. Beim Super Flower gibt es in Sachen Spannungsregelung ebenfalls gute Noten, aber auch hier offenbart sich auf 3,3 Volt eine schwache Performance in Sachen Ripple-/Noisespannungen.