Seite 2: Seasonic s-460FL

Seasonic konnte mit Einführung der X-Series vor fast drei Jahren einen gelungenen Coup landen. Durch die mit 80PLUS Gold - zu diesem Zeitpunkt - beste Effizienz, einer guten Ausstattung mit semi-passiver Kühlung und einer technisch fast perfekten Umsetzung, setzten die Ingenieure einen Meilenstein in der Entwicklung des Netzteilmarkts. Im Herbst 2010 hat Seasonic dann eine verbesserte Generation der X-Series herausgebracht, deren Line-up auch zwei voll-passive Netzteile enthielt, welche nachfolgend auch bei uns im Test waren und dabei voll überzeugen konnten. Einen Nachfolger für die X-Series Fanless hat Seasonic zwar noch nicht herausgebracht, aber dennoch wurden im Laufe der Zeit kleinere Optimierungen in die Fertigung eingearbeitet. Da sich im recht kleinen Fanless-Markt zuletzt relativ wenig getan hat und die gesamte Auswahl immer noch sehr übersichtlich ist, haben wir uns mit dem Seasonic X-460FL noch einmal das - unserer Meinung nach - bisher beste Fanless-Modell in seiner aktuellen Version angeschaut.

seasonic 04sSeasonic setzt bei den X-Series Fanless auf hohe Effizienz und ein luftiges Gehäuse.

Das Seaonic X-460FL ist für ein Fanless-Netzteil relativ kompakt und vor allem leicht. Wo andere Passiv-Netzteile in das Gehäuse außen liegende Kühlkörperflächen integriert haben, hat das Seasonic nur ein luftdurchlässiges Wabengitter. Aufgrund der hohen Effizienz ist die "Abwärme", die im Netzteil entsteht, so gering, dass die Kühlung durch natürliche Konvektion an den vorhandenen internen Kühlkörpern ausreicht. Damit dieses Konzept funktioniert, ist die aufrechte Einbaulage von Seasonic strikt vorgegeben, denn "über Kopf" würde die Kühlung per freier Konvektion nicht funktionieren, die Wärme würde sich stauen. Da die X-Series insgesamt eigentlich für höhere Leistungen ab 560 Watt ausgelegt ist, ergeben sich durch die "Überdimensionierung" bei den nominal schwächeren Fanless-Modellen auch Leistungsreserven in Sachen Kühlung.

seasonic 02sDas voll-modularen Kabelmanagement ist auch bei den Fanless-Modellen zu finden.

Wie bei den anderen X-Series-Modellen lassen sich alle Kabel abnehmen, auch die 24-Pin-ATX-Hauptleitung. Das Gehäuse ist, wie bereits erwähnt, mit 160 mm Länge relativ kompakt und das Erscheinungsbild wird durch die großflächigen Wabengitter dominiert.

Mit einer immer noch zeitgemäß guten Effizienz nach 80PLUS Gold und einem leistungsstarken Single-Rail-Design gehören die X-Series Fanless auch nach gut zwei Jahren noch nicht zum alten Eisen, zumal die Konkurrenz bislang noch keinen ebenbürtigen "Gegner" herausgebracht hat.

seasonic 01sDer Verpackung des X-460FL von außen.

Im Inneren ist das Netzteil, welches selbst noch in einer Transporttasche steckt, gut geschützt in einem Schaumstoff-Formteil untergebracht.

seasonic 02sDer Blick in den Karton.

In der Tasche rechts, welche auch später als Kabelaufbewahrungstasche dient, finden sich bereits direkt nach dem Kauf alle Anschlusskabel.

seasonic 03sDer Lieferumfang des X-460FL lässt etwas den höheren Anschaffungspreis vergessen.

Beim X-460FL liefert Seasonic ein vollständiges Zubehör-Set mit. Neben den Anschlusskabeln sind dies die obligatorischen Klett-Kabelbinder, ein Sticker, einige Schrauben und ein Handbuch. Um auch die Kunden zu erreichen, die aus Gewohnheit erst einen Blick in das Handbuch werfen, wenn das System schon lange läuft, hat Seasonic eine Art Banderole um das Netzteil geschnürt, welche auf die zwingend nötige aufrechte Einbauposition hinweisen soll.

seasonic 06sBei Betrachtung der Leistungsdaten ergibt sich für ein Passiv-Netzteil gutes Bild.

Dank aus dem High-End-Bereich bekannter LLC-Resonanzwandler-Topologie mit DC-DC-Wandlern für die Nebenspannungen ergibt sich eine sehr hohe Leistungsfähigkeit auf 12 Volt, wo mit bis zu 456 Watt fast die gesamte Netzteilleistung zur Verfügung steht. Diese 456 Watt als Maximum sind nicht in Stein gemeißelt, kurzzeitig liefert das X-460FL auch ohne zu Murren deutlich höhere Leistungen. Mit 100 Watt auf 3,3 und 5 Volt sollte auch jedes moderne System gut zurechtkommen.

seasonic 05sHier stört kein Lüfter den Blick durch das Lüftergitter auf das Innenleben.

Da bei einem Passiv-Netzteil der Lüfter, welcher in der Regel die einzige Lautstärkequelle bei einem Netzteil darstellt, gar nicht erst verbaut wird, sollte man daher von einem lautlosen Betrieb ausgehen. Zumindest in der Therorie, denn auch die Elektronik selbst kann Geräusche produzieren, wenn der Hersteller bei Entwicklung oder Qualität gespart hat. Durch elektromagnetische Wechselwirkungen entstehende Kräfte können dann Bauteile in Schwingungen versetzen, welche diese in Form von Schallwellen an die Luft übertragen, meist in Form recht hochfrequenter Töne.

Seasonic gibt sich bei seinen Fanless-Modellen diese Blöße aber nicht und so arbeitete das X-460FL im Test auch stets wirklich lautlos.

seasonic 07sDas modulare Kabelmanagement ist gut umgesetzt.

Die Ausstattung des X-460FL an Anschlussmöglichkeiten ist insgesamt als gut zu bezeichnen. Sehr praktisch sind die beiden PCI-Express-Anschlüsse, womit auch etwas stärkere Grafikkarten betrieben werden können, wobei deren lautlose Kühlung ein anderes Thema ist. Mit je fünf SATA- und Molex-Anschlüssen sollte sich eine ausreichende Anzahl von Geräten versorgen lassen.

seasonic 11sDie Länge der Kabel beim Seasonic geht in Ordnung.

Das Konzept des Seasonic X-460FL mag immer noch gefallen. Mit Preisen von aktuell um die 120 Euro ist es zwar noch immer kein Schnäppchen, aber angesichts der Leistung und Funktionen nach wie vor ein gutes Angebot.