Seite 4: BIOS, Overclocking und VRM-Wärmebild-Analyse

BIOS

Auch für das MEG Z690I UNIFY hat MSI zum Testzeitpunkt zwei BIOS-Updates bereitgestellt, die einige Verbesserungen mit sich bringen sollen. Die BIOS-Version 7D29v12 konnten wir ohne Probleme mit der M-Flash-Funktion installieren. Folgende Verbesserungen hat MSI bisher vorgenommen:

  • Support Intel Tile technology (7D29v11)
  • Update Intel CPU micro-code and ME (7D29v11)
  • Improved performance of BIOS features (7D29v11)
  • Support Post Screen Delay item function (7D29v12)
  • Improved MFlash function (7D29v12)
  • Update CPU Microcode (7D29v12)
  • Adjust PCIe Lanes setting (7D29v12)
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CPU-OC: links mit den P-Kernen und rechts mit den E-Kernen
RAM-OC: unten links mit XMP; unten rechts mit manuellen Werten
Wärmebild des VRM-Bereichs beim MSI MEG Z690I UNIFY
Die USB-3.2-Gen2-Performance über den Z690-Chipsatz
Die USB-3.2-Gen2-Performance über den JHL8540-Controller
Die USB-3.2-Gen1-Performance über den Z690-Chipsatz
Die SATA-6GBit/s-Performance über den Z690-Chipsatz
Die M.2-Performance über den Core i9-12900K mit PCIe 4.0 x4
Die M.2-Performance über den Z690-Chipsatz mit PCIe 4.0 x4
Die M.2-Performance über den Z690-Chipsatz mit PCIe 3.0 x4

Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. So gibt es passend zur MEG-Serie eine Schwarz-Rot-Optik. Unterschieden wird weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um TPM 2.0, Thunderbolt oder auch die CPU-FAN-Fail-Warning-Funktion zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Unverändert gibt es natürlich weiterhin auch den Advanced-Modus. Oben links hat MSI neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt. Rechts benachbart kann gleich das XMP aktiviert werden, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige, ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Beta Runner", in diesem Punkt bietet MSI Funktionen zu Testzwecken, die allerdings noch fehlerhaft sein können. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Normalerweise waren wir mit MSIs BIOS stets zufrieden. Nun beim MEG Z690I UNIFY sind uns BIOS-Probleme aufgefallen. Wenn wir unter "Advanced CPU configuration" mit der aktiven Anzahl der P- und E-Kerne experimentiert haben und die gewählten Einstellungen abspeichern wollten, hat sich das BIOS aufgehängt und uns blieb als einzige Möglichkeit ein CMOS-Clear übrig. MSI sollte also unbedingt noch an dem BIOS arbeiten.

Overclocking

Mit 12 effektiven CPU-Spulen und den zahlreichen Onboard- und BIOS-Features eignet sich das MSI MEG Z690I UNIFY hervorragend zum Übertakten. Die 10 VCore-Spulen werden von hochwertigen und leistungsstarken 105-A-Spannungswandlern angetrieben.

Auf dem MSI MEG Z690I UNIFY ist eine Veränderung des Grundtakts von 10,00 MHz bis 655,25 MHz in 0,01-MHz-Schritten möglich. Bei der CPU-Spannung stehen dem Anwender der Override-, Adaptive- der Offset-Modus und die Kombination zur Auswahl. Im Override- und Adaptive-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 V bis 1,720 V in 0,005-V-Intervallen verändern. Der Offset-Modus hingegen erlaubt die Veränderung der CPU-Spannung von -0,990 V bis +0,990 V in ebenfalls 0,005-V-Schritten. Die Arbeitsspeicher-Taktraten reichen von 1.200 MHz bis 10.133 MHz. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MEG Z690I UNIFY in der Übersicht
Base Clock Rate 10,00 MHz bis 655,25 MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 Volt bis 1,720 Volt in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,800 V bis 1,435 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-AUX-Spannung 1,400 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
SA-Spannung 0,600 Volt bis 1,520 Volt in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-1,8V-Spannung 1,400 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 1,400 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt einstellbar
Weitere Spannungen CPU GT, CPU E-Core L2, CPU VDDQ, CPU VDD2, CPU 1,05V, CPU PLL SFR, GT PLL SFR, Ring PLL SFR, SA PLL SFR, E-Core L2 PLL SFR, MC PLL SFR
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 69 Parameter
XMP/D.O.C.P. wird unterstützt (D.O.C.P.)
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie Intel EIST
erweiterte Lüfterregelung für CPU-FAN und sechs optionale FANs,
CPU-LLC, acht Stufen

Bei der CPU-Übertaktung lässt das MSI MEG Z690I UNIFY dann die Muskeln spielen. Das Mini-ITX-Mainboard konnte den Core i9-12900K stabil mit 5,2 GHz auf den acht Performance-Kernen betreiben. Hierfür war eine VCore von 1,270 V nötig. Beim Deaktivieren von sieben Performance-Kernen - um das Overclocking der Effizienz-Kerne zu ermitteln - zeigte sich das BIOS des MSI MEG Z690I UNIFY dann etwas widerspenstig und hängt sich auf, nachdem wir die VCore ändern wollten.

Demnach mussten wir beim Ausloten der VCore für 4,2 GHz mit einigen CMOS-Clears ausloten, was natürlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Schließlich mussten es 1,230 V sein, damit die 4,2 GHz stabil gehalten werden konnten.

CPU-OC: links mit den P-Kernen und rechts mit den E-Kernen
RAM-OC: unten links mit XMP; unten rechts mit manuellen Werten

Gerade durch die geringere Distanz zwischen dem Sockel LGA1700 und den beiden DDR5-UDIMM-Bänken sind theoretisch sehr hohe RAM-Taktraten möglich, sofern alle Bedingungen es zulassen. So war es für das MSI MEG Z690I UNIFY ein leichtes Spiel, das XMP mit DDR5-5200 zu fahren. Bei der manuellen Übertaktung haben wir grob DDR5-5800 angepeilt und dies konnten wir auch realisieren, auch wenn wir die Latenzen etwas erhöhen mussten. Leider verweigerte das Board den Start mit DDR5-6000.

Während der CPU-Übertaktung haben wir auch den kleinen 25-mm-Lüfter im Auge behalten. Während des Betriebs mit 5,2 GHz auf den Performance-Kernen und einer VCore von 1,3 V fing der kleine Lüfter ab einer MOSFET-Temperatur (ausgelesen mit HWINFO64) von 70°C seine Arbeit an und steigerte seine Drehzahl bis um die 1.500 Umdrehungen pro Minute. Dies ist nicht hörbar gewesen. MSI hat für den VRM-Lüfter drei Lüfterprofile hinterlegt: Silent Mode, Balance Mode und Boost Mode. Darüber hinaus kann der Anwender auch eine manuelle Lüfterlkurve hinterlegen. Die maximale Drehzahl beträgt satte 11.500 Touren und das kann man dann natürlich deutlich heraushören.

VRM-Wärmebild-Analyse

Um die Hitzeentwicklung des VRM-Bereichs besser beurteilen zu können, haben wir für diesen Test die Flir One Pro (Android USB-C) eingesetzt, die für unser Einsatzgebiet absolut ausreichend ist und Temperaturen von -20°C bis +400°C mit einer Genauigkeit von ±3°C oder ±5%, je nach Umgebungstemperatur, erfassen kann. Die Wärmebild-Auflösung beträgt 160 x 120 Pixel und das erstellte Bild löst mit 1.440 x 1.080 Pixel auf.

Der Prozessor wird unter Berücksichtigung der BIOS-Default-Settings mit Prime95 inkl. AVX unter Volllast gesetzt. Nach fünf Minuten Laufzeit erstellen wir das Wärmebild.

Wärmebild des VRM-Bereichs beim MSI MEG Z690I UNIFY

Mit Temperaturen um die 50 °C wurde es schon recht warm. Allerdings sind auch diese Werte noch lange nicht im roten Bereich und geben den Weg frei für Overclocking.