Seite 8: Fazit

Intels brandneue Hybrid-Prozessoren - die die 12. Core-Generation bilden - benötigen zwingend eine neue CPU-Fassung inklusive der 600-Chipsatzserie. Dies ist gleichzeitig auch aufgrund der PCIe-5.0- und DDR5-SDRAM-Unterstützung begründet, wobei es auch einzelne Mainboards mit DDR4-SDRAM-Steckplätzen gibt. Unser erstes LGA1700-Board ist Gigabytes Z690 AORUS Master aus der Oberklasse. Und diese Positionierung ist in diesem Fall absolut treffend. Das Unternehmen hat allerdings ungewöhnliche PCB-Abmessungen verwendet, die den ATX-Standard knapp überschreiten und daher in Richtung E-ATX gehen. Auf dem PCB hat Gigabyte ein umfangreiches 19+2+1-Phasendesign mit satten 105-A-Power-Stages von Renesas vorgesehen. Die entsprechende Kühlung hat Gigabyte gut gelöst und bietet noch ordentlich Luft nach oben.

An RAM verlangt es dem Gigabyte Z690 AORUS Master nach den neuen DDR5-Modulen. Bis zu 128 GB lassen sich davon, verteilt auf vier Steckplätze, unterbringen. Mit einem PCIe-5.0-x16-Steckplatz und zwei PCIe-3.0-x16-Slots (mechanisch) bietet die Platine zwar nur drei Erweiterungsslots, doch dafür wurde der freie Platz mit insgesamt fünf M.2-M-Key-Schnittstellen inklusive beidseitiger Kühlung gefüllt, sodass sich der Speicherplatz zusammen mit den sechs SATA-6GBit/s-Ports ordentlich ausbauen lässt. Vier Stück von den M.2-Schnittstellen unterstützen den PCIe-4.0-x4-Modus. Für das USB-Equipment hält die Gigabyte-Platine nicht nur zwei USB-3.2-Gen2x2-Anschlüsse (jeweils einmal extern und intern) und sechsmal USB 3.2 Gen2 bereit, sondern außerdem acht USB-3.2-Gen1- sowie vier USB-2.0-Ports.

Thunderbolt 4 hat das Gigabyte Z690 AORUS Master zwar nicht zu bieten, doch dafür ist ein 10-GBit/s-LAN-Port als alleiniger RJ45-Netzwerkanschluss an Bord. Alternativ bietet sich auch die kabellose Netzwerkverbindung über Intels Wi-Fi-6E-AX210-Modul inklusive Bluetooth-5.2-Unterstützung an. Realteks ALC1220-Codec kümmert sich zusammen mit dem ESS-Sabre9118 und einigen WIMA- und Audio-Kondensatoren um die Audioausgabe. Und natürlich bringt das Gigabyte Z690 AORUS Master auch einiges an Komfortabilität mit: Vier Status-LEDs, Flash-BIOS-, CMOS-Clear-, Power- und ein Reset-Button und dazu eine LED-Segmentanzeige sowie sechs Spannungsmesspunkte.

Weniger zugesagt hat uns der gebotene RAM-Datendurchsatz, der beim MSI MPG Z690 CARBON WIFI schon ein gutes Stück höher lag. Gigabyte sollte entsprechend nachbessern. Dafür ist die Energie-Effizienz beim Gigabyte-Mainboard klar besser ausgefallen. Davon abgesehen hat sich das Gigabyte Z690 AORUS Master in unserem Test gut geschlagen. Der Early-Adopter-Preis fällt mit mindestens 479 Euro natürlich keinesfalls niedrig aus. Verglichen mit anderen Z690-Mainboards jedoch hält sich dieser Preis noch im Rahmen.

Positive Eigenschaften des Gigabyte Z690 AORUS Master:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer extrem starken CPU-Spannungsversorgung (19+2+1) mit 105A-MOSFETs
  • gute Ausstattung, u.a. asechs SATA-Schnittstellen, sechs USB-3.2-Gen2-Buchsen sowie zweimal USB 3.2 Gen2x2
  • PCI-Express-5.0-Unterstützung an einem PEG-Slot
  • vier M.2-M-Key-Schnittstellen inklusive Kühler mit bis zu PCIe 4.0 x4
  • 10-GBit/s-LAN- und Wi-Fi-6E sowie Bluetooth 5.2
  • sehr gute Gesamtperformance, sehr gute Stabilität und gute Effizienz
  • viel Onboard-Komfort

Negative Eigenschaften des Gigabyte Z690 AORUS Master:

  • (aktuell) reduzierter DRAM-Datendurchsatz
  • hoher Preis

Preise und Verfügbarkeit
Gigabyte Z690 AORUS Master
Nicht verfügbar 499,90 Euro Ab 433,91 EUR