Seite 9: Fazit

Seit heute sind neben den neuen Intel-Kaby-Lake-Prozessoren auch die neuen Intel-200-Chipsätze offiziell veröffentlicht worden. Letztere bilden die Basis einer Armada an neuen Platinen, die von MSI, ASUS, ASRock und Gigabyte in den Handel kommen werden. Sicherlich werden wir auch ein paar Platinen von Biostar, EVGA oder Supermicro vorfinden. Wir haben unseren Testparcours mit dem GA-Z270X-Gaming 7 von Gigabyte begonnen, das nur eins von vielen Kaby-Lake-Mainboards ist, welches wir in unserer Redaktion in den nächsten Wochen durchtesten werden.

Anhand der Modellbezeichnung wird ersichtlich, dass es sich um ein Nachfolgemodell handelt, das GA-Z170X-Gaming 7 hatten wir bereits in der Redaktion. So sind zwischen den beiden Platinen natürlich einige Parallelen vorhanden, angefangen beim Sockel und den Speicherbänken, aber auch bei vielen weiteren Details. Mit jeweils drei mechanischen PCIe-3.0-x16- und PCIe-3.0-x1-Steckplätzen verwendet Gigabyte dasselbe Layout bei den Erweiterungsschnittstellen. Generell können bis zu zwei NVIDIA- oder drei AMD-Grafikkarten auf das Mainboard geschnallt werden. Die Ähnlichkeit geht dann bei den Storage-Anschlüssen weiter. Drei SATA-Express-Buchsen arbeiten nativ mit dem Z270-PCH zusammen und können natürlich auch als sechs SATA-6GBit/s-Anschlüsse behandelt werden. Des Weiteren ist neben zwei M.2-M-Key-Slots auch ein U.2-Port an Bord. Dafür fallen zwei zusätzliche SATA-6GBit/s-Konnektoren weg.

An USB-Schnittstellen bringt das GA-Z270X-Gaming 7 selbstverständlich auch Vielfalt mit. Zwei Ports agieren mit der USB-3.1-Gen2-Spezifikation (jeweils einmal Typ-A und Typ-C) über den Intel-JHL6540-Controller. Der Typ-C-Anschluss ist zudem vollständig mit der Thunderbolt-3.0-Spezifikation kompatibel. Zusätzlich halten sich sieben USB-3.1-Gen1- und sechs USB-2.0-Buchsen bereit. Hier hat Gigabyte im Vergleich zum Vorgänger zwei USB-3.1-Gen1-Varianten gestrichen und dafür zwei USB-2.0-Versionen mehr verbaut. Von den Grafikausgängen von jeweils einmal DisplayPort und HDMI her haben die Taiwaner hingegen keine Veränderungen vorgenommen. Dies gilt auch für den Intel-219-V-Gigabit-LAN-Controller. Ein zweiter Gigabit-LAN-Port wurde über den Killer E2500 von Rivet Networks ermöglicht. Sein Debüt erfolgte mit der Veröffentlichung des MSI Z170A Gaming M6, wo wir uns auch die Performance des Killer E2500 näher angeschaut haben.

Für den zusätzlichen Komfort sorgen nicht nur ein Power- und Reset-Button, sondern außerdem ein CMOS-Clear-, OC- und ECO-Taster. Möchte der Anwender die wichtigsten Spannungen detaillierter in Erfahrung bringen, können die acht Spannungsmesspunkte genutzt werden. Mit dem Audio-Cap-, BIOS- und Single-BIOS-Switch erhält der Anwender weitere Stellschrauben. Neben vier Status-LEDs befindet sich auch eine Diagnostic-LED in Reichweite.

Apropos LED: Um dem aktuellen Trend nicht zu entkommen, besitzt das Gigabyte GA-Z270X-Gaming 7 an vielen Stellen RGB-LEDs, um auch fürs Auge einiges bieten zu können. Diese lassen sich beispielsweise über das BIOS mit verschiedenen Effekten steuern. Das BIOS an sich ließ kaum Grund für Kritik übrig. Die Einstellungen wurden konsequent in die Tat umgesetzt. Nur in Sachen Optik scheint sich Gigabyte noch nicht final entschieden zu haben, wie wir feststellen mussten. Der Stromverbrauch liegt im Idle in einem sehr guten Bereich, unter Last hingegen liegt dieser aufgrund der zu hohen Standard-VCore zu weit oben, zumindest in der getesteten BIOS-Version F4g. Wir sind uns aber sicher, dass Gigabyte hier in Kürze noch eine neue BIOS-Version nachschieben wird, die diesen Punkt korrigiert.

Ein Blick auf den Preis ist bei einem Launch immer nicht allzu fair: Mit einem geschätzten Preis von 230 Euro gehört das Gigabyte GA-Z270X Gaming 7 definitiv nicht zu den günstigen Vertretern, der Preis sollte sich aber noch etwas senken, wenn die Verfügbarkeit im Markt in aller Breite gegeben ist. Wer großen Wert auf Thunderbolt 3.0 legt, kommt dabei aber kaum an den größeren Gigabyte-Platinen vorbei. Technisch kann das GA-Z270X-Gaming 7 auf jeden Fall überzeugen und wird sicherlich auch einige Käufer finden.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-Z270X-Gaming 7:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer guten CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • gute Ausstattung, u.a. drei SATAe-Schnittstellen, sieben USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und zwei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und gute Effizienz im Idle
  • zwei M.2-Slots und ein U.2-Port mit jeweils 32 GBit/s
  • Thunderbolt-3.0-Unterstützung
  • jede Menge Onboard-Komfort, u.a. Spannungsmesspunkte sowie Power- und Reset-Button

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-Z270X-Gaming 7:

  • hoher Preis
  • hohe Leistungsaufnahme unter Last (Auto-VCore)

Bis auf den hohen Stromverbrauch unter Last hat Gigabyte einen guten Kaby-Lake-Unterbau geschaffen, der mit einer guten Ausstattung einige Interessenten überzeugen könnte. Und dieser Punkt lässt sich sicherlich in Kürze noch korrigieren.

Alternativen? Wer speziell nach Z270-Alternativen sucht, muss sich noch etwas gedulden, bis die Hersteller ihre Produkte schlussendlich veröffentlicht haben. Auf der anderen Seite können jedoch auch die "alten" Z170-Mainboards interessant sein, die in der Regel ebenfalls mit den Kaby-Lake-Prozessoren kompatibel sind, sofern ein BIOS-Update angeboten wird.

 

Persönliche Meinung

Von der technischen Seite und von der Verarbeitung kann man das Gigabyte GA-Z270X-Gaming 7 zweifellos mit der starken Konkurrenz vergleichen. Die Ausstattung ist mehr als solide und auch die Leistungsaufnahme im Leerlauf geht mehr als in Ordnung. Bei Defaultwerten liegt aber noch eine hohe VCore an, diese hat unweigerlich für einen höheren Stromverbrauch unter Last gesorgt, der nicht hätte sein müssen. Selbstverständlich lässt sich die CPU-Spannung manuell fixieren beziehungsweise einstellen, aber nicht jeder Anwender ist gewillt, dies zu tun. Demnach hoffe ich, dass Gigabyte in Form von BIOS-Updates nachbessert. Denn davon abgesehen ist das GA-Z270X-Gaming 7 durchaus gelungen. (Marcel Niederste-Berg)