Seite 6: Overclocking

Auch die Haswell-Prozessoren mit dem K-Zusatz lassen sich per freiem Multiplikator übertakten. Intel hat beim Core i5-4670K und beim Core i7-4770K neue CPU-Straps von 1.0, 1.25, 1.67 sowie 2.50 hinzugefügt. Der Referenztakt allein für die CPU kann auf den jeweiligen Wert fixiert werden. Alle anderen Komponenten arbeiten währenddessen weiterhin mit 100 MHz. Anders als es noch bei der Vorgängerplattform der Fall war, müssen die auf dem MSI Z87 MPower MAX vorhandenen 20 Phasen nichts weiter tun, als die Haswell-CPU mit 1,8 Volt zu versorgen (VCCIN). Die einzelnen Spannungen für die Kerne und den Uncore-Bereich werden vom Voltageregulator (iVR) in der CPU selbst umgewandelt.

Auf dem Z87 MPower MAX lässt sich der BCLK von 90 MHz bis 300 MHz in 0,06 MHz-Schritten einstellen. Somit sind auch alle CPU-Strap-Multiplikatoren abgedeckt. Bei den bisherigen MSI-Platinen haben viele Interessenten einen Punkt besonders negativ geäußert - es gibt keinen regulären Offset-Modus für die CPU-Spannung. Das gehört zumindest beim MPower MAX der Vergangenheit an und gilt darüber hinaus nicht nur für die VCore. Die CPU_RING, CPU_SA, CPU_IO_Analog sowie Digital lassen sich per Offset festlegen. Der VCore-Fixed-Modus lässt einen Spielraum von 0,800 Volt bis 2,100 Volt in 0,005 Volt-Intervallen zu. Im Falle des Offset-Modus sind es 0,005 Volt bis 0,990 Volt in 0,005 Volt-Schritten in beide Richtungen. Dazwischen existiert aber auch noch der "Adaptive Mode", mit dem die maximale Spannung unter Lastbedingungen fixiert werden kann und dafür aber die Spannung im Idle dennoch heruntergeregelt wird. Die Load Line-Calibration ist ebenfalls, wie beim ASUS Z87-Deluxe, standardmäßig komplett aktiviert. Es kam also zu keinem Zeitpunkt zum VDroop. Die Funktion selbst kann im BIOS in folgenden Modi ausgewählt werden: fünf Prozent bis 40 Prozent in fünf Prozent-Schritten und weiter 55 Prozent, 70 Prozent, 85 Prozent und 100 Prozent. Alle weiteren Overclocking-Features sind in einer Tabelle zusammengefasst.

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z87 MPower MAX in der Übersicht
Base Clock Rate 90 bis 300 MHz in 0,06 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,300 V bis 2,445 V in 0,015-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,800 V bis 3,040 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 1,050 V bis 1,680 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DDR_VREF_CA, DDR_VREF_DQ-A/B, PCH 1,5V
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 42 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
Over Current Protection, Over Voltage Protection, Under Voltage Protection,
CPU VRM Over Temperature Protection

Wie wir bereits weiter oben angesprochen haben, stehen einem die CPU-Straps 1.0, 1.25, 1.67 und 2.50 zur Auswahl. Bei unserem Overclocking-Test wollte das Z87 MPower MAX einzig den 1.0-Multiplikator akzeptieren. Wurde ein höherer CPU-Strap selektiert, verweigerte das System den Dienst - und das auch mit der BIOS-Version 1.1. Aus diesem Grund konnten wir die Übertaktung allein mit dem 100 MHz schnellen BCLK vornehmen. Zum ASUS Z87-Deluxe ist bereits jetzt ein Unterschied zu erkennen: Wir konnten den Core i7-4770K bei ebenfalls 4,7 GHz mit einer leicht höheren Spannung von 1,256 Volt (1,227 Volt mit dem ASUS Z87-Deluxe) stabil betreiben. Lag die Spannung dadrunter, hat sich das System nach ein paar Minuten eigenständig neu gestartet. Zudem war kein Betrieb mit einem höheren Multiplikatorwert als 47 möglich. Es kann gut möglich sein, dass die Platine auch gern den zweiten 8-poligen ATX +12V-Anschluss belegt haben wollte. Das Seasonic X560-Netzteil wollte da allerdings mangels Kabelsträngen nicht mitspielen.

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Bestes Ergebnis: 4,7 GHz bei 1,256 Volt

Es hat uns etwas überrascht, warum gerade das Z87 MPower MAX eine höhere CPU-Spannung verlangte als das ASUS Z87-Deluxe. Eine Möglichkeit wäre, dass das BIOS noch nicht auf Overclocking optimiert wurde. Wir konnten selbst einen spürbaren Unterschied zwischen der BIOS-Version 1.1 und der 1.2B1 feststellen. Bei letzterer Version war es eher schwieriger, ein gutes und stabiles Ergebnis zu erzielen.

Im BIOS sind RAM-Teiler bis DDR3-3200 vertreten. In unserem Fall jedoch ist das allerdings weniger von Bedeutung, da die beiden G.Skill TridentX DDR3-2400 ohnehin nicht soweit kommen. Dafür war das Erreichen von effektiven 2400 MHz ohne Verwendung des XMP-Features eine Leichtigkeit:

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Die VDIMM lag zu diesem Zeitpunkt ohne Wenn und Aber bei 1,65 Volt. Bei 1200 MHz war dann allerdings bereits Schluss. Mit 1300 MHz war kein Boot-Vorgang möglich, was aber an den DIMMs liegt.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

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MSI/Intel XTU: Ein sehr nützliches Tool.

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgen nicht in Echtzeit, sondern werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, sind sie in Profilen hinterlegbar.