Seite 3: Layout und Features (2)

Das Board verfügt über insgesamt sechs SATA-Anschlüsse, von denen zwei extern auf der I/O-Blende zugänglich sind. Da dieser Formfaktor auch üblicherweise in kleineren Gehäusen untergebracht wird, wobei dann auch die Anzahl der Komponenten beschränkt ist, sollten die vier internen Anschlüsse dem Anwender genügen. Um auch neue SSDs mit entsprechender Übertragungsrate ausreizen zu können, sind hier zwei SATA-6G-Ports in Grau und zwei SATA-3G-Anschlüsse (empfehlenswert für optische Laufwerke und Festplatten) in Blau zwischen dem PCIe-Slot und den RAM-Bänken vorhanden. Alle vier internen SATA-Anschlüsse werden über den Intel Z77-Controller angesprochen. Die beiden externen und blau hinterlegten USB-3.0-Ports unterhalb des LAN-Anschlusses werden von einem ASMedia-Chip angesprochen. Um die SATA-6G- und USB-3.0-Ports über Windows nutzen zu können, bedarf es der vorherigen Installation der Treiber. Auch RAID mit 0, 1, 5 und 10 ist über die Z77-Anschlüsse möglich.

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Die vier internen SATA-Anschlüsse oberhalb vom PCIe-Slot

Der ASMedia-Chip befindet sich unterhalb einer aufgelöteten Halterung für die WLAN- und Bluetooth-Antennen und die BIOS-Batterie wurde platzsparend vertikal verbaut. Links unten auf dem nachfolgenden Bild sieht man den sogenannten "MemOK"-Schalter mit einer kleinen LED daneben. Bei Speicherinkompatibilitäten zeigt dies eine rote LED an. Hält man den Knopf drei Sekunden lang gedrückt, lädt ASUS automatisch die optimalen Speichersettings. Sollte man also Speichersettings zu straff eingestellt haben, kommt man mit dieser Funktion um einen CMOS-Clear herum. 

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ASMedia-Chip mittig, BIOS-Batterie und kleiner MemOK-Schalter unten links

Zwei Speicherbänke gehören bei einem Mini-ITX-Board zum Standard und lassen sich jeweils mit 8-GB-Modulen belegen. Insgesamt kann somit das Board bei aktuellen Speichermodulen also mit bis zu 16 GB bestückt werden, was einem ambitionierten Spieler ausreicht. Aber Workstations oder Server für virtuelle Maschinen sind sehr ramhungrig, hier sind 16 GB eher als Einstieg anzusehen. ASUS nutzt eine einseitige Arretierung der Speicherbausteine wie fast jeder Hersteller derzeit. Um beim Zusammenbau nicht unter Umständen Probleme zu bekommen, sollte man sich vorher informieren, ob die Höhe der Speicher nicht in Konflikt mit den Heatpipes des CPU-Kühlers gerät. Bei unseren Testkomponenten mussten wir daher auf ein Speicherkit greifen, das keinen hohen Heatspreader besitzt.

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Die beiden Speicherslots sorgen für insgesamt 16-GB-Ausbau im Dualchannel

Ein Einsatz von großen CPU-Kühlern ist wie bereits erwähnt etwas schwierig. Für unseren Test nutzten wir einen be quiet! Dark Rock Pro C1, der allerdings mit der Backplate des Boards nicht zurechtkam und zur Vorsichtsmaßnahme nicht allzu fest angezogen werden sollte. Hier muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass verschraubbare Kühler mit dem Boden dieses Mainboards kompatibel sind. Auch ist es ratsam, vor der Kühlermontage den Speicher einzubauen, da die Slots sonst vom Kühler soweit überdeckt werden, dass es schwierig wird, die Sticks einzusetzen. Auch die vertikale VCore-Card macht es bei der Kühlerwahl nicht einfach, hat jedoch bei unserem Test keine Probleme bereitet, obwohl der Testkühler zu einem der größten Tower-Modelle gehört. Das Board gibt somit zwei physikalische Grenzen bei der Kühlerwahl vor: die Speicherslots mit evtl. vorhandenen Speicherheatpipes und die vertikale VCore-Card.

Der Zusammenbau des Boards mit den weiteren Komponenten erledigt sich sonst ohne große Mühen. Sämtliche Schnittstellen sind klar und leserlich beschriftet und geben auch keinen Zweifel auf. Wir vermissen jedoch einen Power-On sowie einen Reset-Schalter, was auf anderen Boards dieser Preisklasse und auf den ATX-Formaten schon als Standard anzusehen, bei Mini-ITX-Boards aber eher selten vorzufinden ist.

Das P8Z77-I Deluxe/WD besitzt zwei Lüfteranschlüsse mit je vier Pins (PWM), wovon einer von dem CPU-Kühler belegt wird. Diese befinden sich links oberhalb des CPU-Sockels. Da Mini-ITX-Mainboards hauptsächlich in entsprechend kleinen Gehäusen untergebracht werden, kann der zweite Lüfteranschluss ausreichend sein, um angestaute Luft nach draußen zu befördern. Sollte man dennoch mehr Luftstrom benötigen, muss man sich hier mittels Adaptern behelfen, welche man z.B. per Molex an einem Netzteilstrang anschließt.

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Zwei vorhandene PWM-Lüfteranschlüsse, rechts angrenzend ein USB2.0-Header für die internen Anschlüsse Nr. 7 und 8.