Seite 2: Layout und Features (1)

Schauen wir uns zunächst die Anschlüsse und Schalter beim I/O-Shield etwas genauer an. Auf der Rückseite des Boards finden wir von links nach rechts betrachtet folgende Ports:

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Die rückseitigen Ein- und Ausgänge
  • 4x USB 2.0 übereinander
  • Optical S/PDIF-Out, darunter HDMI und Display-Port
  • 2x WLAN- und Bluetooth-Anschlüsse für externe Antennen, darunter DVI-Port
  • 1x Gigabit-LAN, darunter 2x USB 3.0
  • 2x USB 3.0, darunter 2x eSATA
  • USB Bios Flashback, darunter Clear CMOS
  • 3x Audio Ein- und Ausgänge

Beginnen wir links: Hier gibt es je vier USB-2.0-Ports und vier USB-3.0-Schnittstellen, wobei letztgenannte einen weitaus höheren Datendurchsatz besitzen. Da ASUS auf diesem Mainboard nicht mehr vorsieht, dass PS/2 Tastaturen und Mäuse genutzt werden können, bedarf es der USB-Lösung. Der Hersteller hat hierzu die vier äußeren USB-2.0-Anschlüsse vorgesehen und entsprechend beschriftet. Die roten USB-3.0-Ports werden vom Z77-Chipsatz und einem ASMedia-Controller angesteuert.

Auch auf diesem ASUS-Board ist ein CMOS-Reset-Schalter vorhanden. Es lässt sich somit auf einfache Art und Weise das BIOS wieder zurückstellen. Das umständliche Herausnehmen der Batterie gehört somit der Vergangenheit an. Damit die Taste nicht versehentlich gedrückt wird, muss man hierzu einen etwa stecknadelgroßen Gegenstand (z.B. Büroklammer) nutzen, um diesen durch die I/O-Blende zu betätigen. Außerdem gibt ASUS dem User die Chance, das BIOS mittels USB-Stick zurückzusetzen, sofern das System "abgeschossen" wurde. Dazu nutzt man den Flashback-Schalter sowie einen gekennzeichneten USB-Port auf dem I/O-Shield.

Der 8-Kanal-Audioausgang wird über den Realtek ALC898 realisiert. Die Auflösung beträgt bis zu 192khz/24bit, der Codec unterstützt True BD Lossless Sound, DTS Ultra PC II und DTS Connect. Ebenfalls werden angesteckte Kabel erkannt und zugeordnet, wenn man beispielsweise Kopfhörer anschließt. Folgendes Anschlussschema für die Nutzung unterschiedlicher Kanäle ergibt sich auf dem Backpanel:

Anschlüsse 2-Channel 4-Channel 6-Channel 8-Channel
hellblau Line In Rear Speaker Out Rear Speaker Out Rear Speaker Out
hellgrün Line Out Front Speaker Out Front Speaker Out Front Speaker Out
rosa Mic In Mic In Bass/Center Bass/Center
hellgrün (extern per HD Audio-Anschluss) - - - Side Speaker Out

Der Betrieb über acht Kanäle ist nur möglich, wenn gehäuseseitig noch weitere Anschlüsse über das HD-Audio-Modul ausgegeben werden. Alternativ kann auch der Digitalausgang mit optischem Ausgang genutzt werden.

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Der Realtek-Chip befindet sich direkt neben den Audio-Ports.

Um die integrierte Grafik der Ivy- oder Sandy-Bridge-CPUs nutzen zu können, benötigt das Board auch einen Monitoranschluss. Hier bietet das ASUS-Board DVI, HDMI und DisplayPort. Alle drei Anschlüsse greifen auf die interne Grafiklösung der Ivy-Bridge-CPU zu. Nahezu jeder TFT nutzt mittlerweile eine der beiden Schnittstellen, auch der Fernseher kann so einfach verbunden werden. Auf VGA kann man mittlerweile sicherlich verzichten, für DVI gibt es zur Not entsprechende Adapter. Durch die drei Anschlüsse ist es auch möglich, zwei Monitore ohne dedizierte Grafikkarte zu nutzen. So kann man hierzu HDMI+DVI, DVI+DisplayPort oder DisplayPort+HDMI gemeinsam nutzen. Bei HDMI und DVI ist die maximale Bildschirmauflösung auf 1920 x 1200 bei 60 Hz beschränkt, nur der DisplayPort kann bis zu 2560 x 1600 Pixel darstellen. Letztgenannte Auflösung ist vor allem bei Monitoren ab einer Diagonale von 27 Zoll anzutreffen. Der Mini PCIe-Slot wird von der WLAN/Bluetooth-Karte bereits ab Werk in Beschlag genommen.

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Ein PCIe 3.0 x16 kann für eine Erweiterungskarte genutzt werden. Für die Grafikkarte wird der PCIe-3.0-Standard verwendet, wenn eine Ivy-Bridge-CPU eingesetzt wird. Bei einer Sandy-Bridge-CPU steht dann alternativ der PCIe-2.0-Standard zur Verfügung.

Der ambitionierte Spieler kann bei einem Mini-ITX-System nur einen Grafikkartenslot nutzen. Es fällt daher ein SLI- oder CrossFire-System flach, da hierzu mehrere Grafikkarten benötigt werden. Da der Anschluss am unteren Rand des Mainboards sitzt, muss man bei der Wahl des Gehäuses darauf achten, dass es noch ausreichend Platz nach unten für einen Grafikkartenkühler gibt, ansonsten ist hier nur eine Ein-Slot-Lösung möglich. Auch braucht man ein Gehäuse, in dem normalhohe Steckkarten verwendet werden können und keine Low-Profile-Modelle mit verkürztem Slotblech. Nutzt man das Board als Gamer, bleibt einem auch der Einsatz einer Soundkarte verwehrt. Hier muss man dann auf die (gar nicht mal so schlecht klingende) Onboard-Lösung greifen oder externe Audioquellen über USB anschließen.

Das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD besitzt einen LAN-Anschluss von Intel. Es handelt sich um den 82579V-Controller, welcher Geschwindigkeiten von 10/100/1000 Mbit/s ermöglicht. Da es sich hier nicht um ein Serverboard handelt, ist hier auch kein zweiter Netzwerkanschluss vorgesehen. Ein Port reicht für die meisten Anwender vollkommen aus, zumal der Intel-Controller ein sehr guter und schneller Controller ist.

ASUS verwendet auf dem Board eine Acht-Phasen-Stromversorgung für die CPU. Zwei weitere Phasen dienen der internen Grafikeinheit der CPU. Mit dieser Anzahl von Phasen liegt das ASUS-Board im Mini-ITX-Formfaktor im oberen Durchschnitt und sorgt somit für eine effiziente Stromversorgung, was auch besonders für potente Overclocking-Versuche von Vorteil ist. Es zeigt sich somit ebenbürtig mit seinen größeren Brüdern, hier hat der Hersteller an nichts gespart.

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Der CPU-Sockel