Seite 11: Fazit

Angesichts des Preises von 34,90 Euro dürfte jedem klar sein, dass interessierte Käufer in diesem Preisbereich oft einige Abstriche bei der Qualität des Kühlers machen müssen. Die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis ist in dieser Preisklasse, wie immer, das oberste Gebot. Daher gilt es zu sondieren, wie viel Leistung die potentiellen Käufer des Raijintek EreBoss wirklich für ihr Geld bekommen und wie groß die qualitativen Zugeständnisse sind, die angesichts des niedrigen Preises gemacht werden müssen.

Dafür dass der Raijintek EreBoss einer der günstigsten Kühler des Testfeldes ist, geht die gezeigte Leistung auf jeden Fall in Ordnung. Der Raijintek EreBoss schafft es, abgesehen vom übertakteten Testszenario, in dem der Serienlüfter nur mit 600 Umdrehungen pro Minute zu Werke gehen durfte, immer unseren hitzköpfigen Intel Xeon E5 2678W innerhalb seiner thermischen Spezifikationen zu betreiben - bei aktuellen Haswell-Prozessoren würde er beispielsweise deutlich wenig zu tun bekommen. Auch wenn der EreBoss nicht durchwegs punkten kann, in manchen Szenarien kann einige Konkurrenten hinter sich lassen. Besonders glänzen konnte der EreBoss, angesichts seiner Größe und Masse, allerdings in unserem (semi-)passivem Testszenario, dort platzierte er sich mit Platz 5 in den obersten Reihen des Testfeldes.

Der Serienlüfter zeigt für einen Slim-Lüfter eine beachtliche Leistung. Unser Referenzlüfter in normaler Größe konnte die Temperaturen vor allem in den Testszenarien mit langsamer Drehzahl des Lüfters nur um bis zu 4 °C verbessern. Dies, sowie die sehr guten (semi-)passiven Ergebnisse, lassen darauf schließen, dass sich ein einzelner Lüfter sehr schwer tut, den recht großen und massiven Radiator des EreBoss mit kalter und frischer Luft zu durchdringen und somit abzukühlen.

Unsere Beobachtungen, dass die Temperaturen zunächst sehr gut waren und sich im Laufe des 30 minütigen Tests dann aber etwas verschlechterten, stützen diese These. Eine CPU des Mainstream-Preissegments, wie z.B. ein Core i5 4670k oder 4770k, die nicht so viel Abwärme erzeugt wie unser Intel Xeon E5 2678W, könnte dem EreBoss daher sehr viel eher liegen als unsere anspruchsvolle CPU mit acht Kernen.

 

In qualitativer Hinsicht müssen ebenso kleinere Abstriche gemacht werden. Dazu zählen vor allem die Kühlerlamellen sowie die Einarbeitung der Heatpipes in den Kühlerboden. Hier macht sich erneut der anvisierte Preispunkt bemerkbar. 

Einer Kaufempfehlung betreffend, kann daher nur dazu geraten werden, das Anwendungsszenario vor dem Kauf gut zu analysieren. In einem semi-passiven Szenario ist der EreBoss sicherlich eine Überlegung wert und sollte angesichts des Preises definitiv in Erwägung gezogen werden. Weiterhin sollte das Gehäuse auch gut belüftet werden, da sich ein einzelner Lüfter alleine sehr schwer tut, den massiven und recht großen Kühlkörper des EreBoss herunter zu kühlen.

Eine Alternative zum EreBoss stellt zum Beispiel der Arctic Cooling Freezer i30 da, der in unserem Test sehr gute Werte erreichte und sogar noch etwas billiger zu erwerben ist als der Raijintek EreBoss. Dieser geht dafür aber auch etwas lauter zu Werke und hat eine deutlich schlechtere (semi-)passiv Leistung. Weitere Alternativen mit ähnlichem Preis wären mit 39,26 Euro der Scythe Ashura oder mit 35,69 Euro der EKL Alpenföhn Brocken 2.


Positive Aspekte des Raijintek EreBoss:

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Leiser Serienlüfter mit relativ guter Leistung
  • Montage eines zweiten Lüfters möglich

Negative Aspekte des Raijintek EreBoss:

  • Etwas umständliche Montage
  • Qualitätseinbußen beim Material und der Verarbeitung