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Trifft die Lücke nicht ganz

AMD Radeon RX 9070 GRE im Test

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Mit einer neuen Grafikkarten-Generation ist in diesem Jahr nicht zu rechnen. Weder AMD noch NVIDIA haben etwas Entsprechendes in den Roadmaps. Immerhin bringt AMD nun mit der Radeon RX 9070 GRE ein weiteres Modell seiner aktuellen Generation auf den Markt. Mit dieser zielt man auf die 1440p-Spieler ab. Ob man dem Preisbereich von 550 Euro mit diesem Modell zu mehr Schwung verhelfen kann, klären wir in diesem Test.

Im Februar 2025 präsentierte AMD mit der Radeon RX 9070 (XT) die ersten beiden Modelle auf Basis der RDNA-4-Architektur. Aktuell sind diese Karten ab 550 Euro (Radeon RX 9070) bzw. ab 620 Euro (Radeon RX 9070 XT) im Handel verfügbar. Ergänzt wurden diese Modelle um die Radeon RX 9060 (XT), die im Juni 2025 folgten. Eine Radeon RX 9060 XT mit 8 GB Grafikspeicher kostet aktuell ab 300 Euro.

Genau zwischen diese Preisbereiche setzt AMD jetzt die Radeon RX 9070 GRE. In China ist das Modell bereits ab Sommer 2025 verfügbar und wird nun für den weltweiten Markt verfügbar gemacht.

Genau wie die beiden Modelle der Radeon-RX-9070-Serie verwendet auch die Radeon RX 9070 GRE die Navi-48-GPU, die bei TSMC in N4P gefertigt wird. Bei 53,9 Milliarden Transistoren kommt der Chip auf eine Größe von 357 mm².

Für die Radeon RX 9070 GRE verwendet AMD aber einen anderen Ausbau, um der Radeon RX 9070 etwas Platz zu lassen. So sieht AMD 48 Compute Units (CU) vor, was in 3.072 Shadereinheiten, 48 Raytracing-Beschleunigern und 96 KI-Beschleunigern resultiert.

Gegenüberstellung der Karten

Radeon RX 9070 XT Radeon RX 9070Radeon RX 9070 GRERadeon RX 9060 XT
Architektur RDNA 4 RDNA 4RDNA 4RDNA 4
Fertigung TSMC N4P TSMC N4P
TSMC N4PTSMC N4P
GPU Navi 48 Navi 48Navi 48Navi 44
Chipgröße 357 mm² 357 mm²
357 mm²199 mm²
Anzahl der Transistoren 53,9 Milliarden 53,9 Milliarden
53,9 Milliarden29,7 Milliarden
Compute Units 64 564832
Shadereinheiten 4.096 3.5843.0722.048
RT-Beschleuniger 64 564832
KI-Beschleuniger 128 1129664
Game-Takt 2.400 MHz 2.070 MHz2.210 MHz2.625 MHz
Boost-Takt 2.970 MHz 2.520 MHz2.790 MHz3.230 MHz
Infinity Cache 64 MB 64 MB64 MB32 MB
Grafikspeicher 16 GB GDDR6 16 GB GDDR612 GB GDDR68 / 16 GB GDDR6
Speicherinterface 256 Bit 256 Bit192 Bit128 Bit
Speicherbandbreite 640 GB/s
640 GB/s
432 GB/s322,2 GB/s
PCIe-Interface PCIe 5.0 x16 PCIe 5.0 x16PCIe 5.0 x16PCIe 5.0 x16
TBP 304 W 220 W220 W150 / 182 W
Preis 689 Euro (UVP) 629 Euro (UVP)549 Euro315 / 369 Euro (UVP)

Abstriche macht die Radeon RX 9070 GRE auch beim Speicherausbau. Das Speicherinterface wird von 256 auf 192 Bit verschlankt. Damit einher geht auch eine Speicherkapazität von noch 12 anstatt 16 GB GDDR6. Die Speicherbandbreite geht auf 432 GB/s zurück. Bei der TBP gibt AMD 220 W an. Allerdings werden die meisten Partnermodelle sich etwas mehr genehmigen. Unser Testsample, die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pure wird mit 240 W angegeben. Aber dies werden wir bei den Messwerten noch einmal genauer beleuchten.

Radeon RX 9070 GRE für 1440p-Gaming

AMD sieht das Gaming in 1440p-Auflösung als Ziel für die Radeon RX 9070 GRE. Gegenstück soll die GeForce RTX 5060 Ti sein – allerdings in der Ausführung mit 16 GB. Diese startet preislich ab 525 Euro und dürfte damit in etwa dort liegen, wo AMD die Radeon RX 9070 GRE positionieren möchte. Die technischen Aspekte der Karte aus den Folien haben wir bereits abgehandelt.

Für den späteren Vergleich mit unseren Benchmarks interessant werden die Leistungsdaten, die AMD erhoben hat.

Je nach Spiel sieht AMD die Radeon RX 9070 GRE mit wenigen Prozentpunkten bis hin zu +40 % im Vorteil gegenüber der GeForce RTX 5060 Ti. Etwas schwächer fällt die Raytracing-Leistung aus. Am Ende werden die unabhängigen Benchmarks zeigen müssen, wie sich die Radeon RX 9070 GRE positionieren kann.

FSR 4.1 kommt auch für RDNA 3 und RDNA 2

Mit AMDs dann am Ende doch überraschender Ankündigung, FSR 4.1 auch für die Radeon-RX-7000-Serie (RDNA 3) und Radeon-RX-6000-Serie (RDNA 2) zu bringen, nimmt man der aktuellen Generation natürlich auch etwas Wind aus den Segeln. FSR 4.1 wird ab Juli für die Radeon-RX-7000-Serie kommen. Besitzer einer Karte der Radeon-RX-6000-Serie müssen sich noch bis Anfang 2027 gedulden.

AMD begründete das Fehlen von FSR 4 für die Radeon-RX-7000-Serie bislang damit, dass die zugrunde liegenden KI-Modelle auf die zweite Generation der AI-Beschleuniger der RDNA-4-Architektur ausgelegt seien. Damit FSR 4 dennoch auf Grafikkarten mit RDNA 2 und RDNA 3 genutzt werden kann, passte AMD die Ausführung auf INT8 an. Inoffiziell ließ sich FSR 4 auf der Radeon-RX-7000-Serie bereits nutzen, nun erfolgt aber auch die offizielle Freigabe.

Die vergangenen Monate waren allerdings von einigen Irritationen begleitet. Bereits zur Vorstellung der RDNA-4-Architektur vor mehr als einem Jahr hatte AMD angekündigt, FSR 4 auch für die Radeon-RX-7000-Serie bereitzustellen. Später rückte man von dieser Aussage wieder ab. Nachdem das Thema praktisch schon abgeschrieben war, kommt die nun erfolgte Ankündigung überraschend.

Laut AMD benötigt FSR 4.1 im Vergleich zu FSR 3.1 allerdings zusätzliche Rechenleistung, was sich in niedrigeren FPS bemerkbar machen dürfte. Gleichzeitig soll die Bildqualität jedoch sichtbar zulegen. Wer künftig FSR 4.1 im Performance-Modus nutzt, soll ein ähnliches Leistungsniveau wie mit FSR 3.1 im Qualitätsmodus erreichen – bei zugleich besserer Darstellung.

Noch offen bleibt, wie stark sich die nun offizielle Umsetzung von FSR 4.1 für die Radeon-RX-7000-Serie von der bisherigen inoffiziellen Variante unterscheiden wird. Im Juli dürfte sich zeigen, wie sich insbesondere die Radeon RX 7900 XT und Radeon RX 7900 XTX mit FSR 4.1 schlagen – sowohl hinsichtlich der Leistung als auch bei der Bildqualität.

Davon profitieren sollen auch Besitzer eines Windows-Handhelds mit AMD-APU, etwa des ASUS ROG Xbox Ally X (Test). Dort kommt mit dem AMD Ryzen Z2 Extreme eine integrierte Grafikeinheit auf Basis der RDNA-3.5-Architektur zum Einsatz. Auch die Steam Deck-Plattform dürfte perspektivisch unterstützt werden. Anfang 2027 könnte FSR 4.1 damit auch auf dem Steam Deck sowie den ersten ROG-Ally-Modellen verfügbar werden.

Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse

Die Radeon RX 9070 GRE wird von allen Boardpartnern angeboten. Dazu gehören Acer, ASUS, ASRock, Gigabyte, PowerColor, Sapphire und XFX. Uns lag die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse vor.

Diese bietet ab Werk etwas höhere Taktraten. So liegt der Game-Takt bei 2.340 MHz und der maximale Boost-Takt wird mit 2.920 MHz angegeben. Die TDP steigt für dieses Modell von 220 auf 240 W an.

Die Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse kommt in einem typischen Axialdesign mit zwei Lüftern daher. Die Länge der Karte liegt bei 280 mm, in der Breite messen wir 135 mm und in der Dicke knapp über zwei Slots. Auf der Rückseite setzt Sapphire auf eine Metall-Backplate, die neben der Spange für den GPU-Kühler auch einige Öffnungen für den Luftstrom lässt.

Die beiden Axiallüfter kommen auf einen Durchmesser von 100 mm. Je nach Last- und Temperaturzustand beginnen die Lüfter bei 38 bis 48 °C zu arbeiten. Bei abnehmender oder geringerer Last sowie einer GPU-Temperatur von 48 °C schalten sich die Lüfter wieder ab.

Im hinteren Bereich der Karte ist rückseitig eine große Öffnung zu erkennen, durch die der hintere Lüfter etwas seiner Abluft ablassen kann. Solche Flow-Through-Designs kennen wir nun schon seit einigen Jahren. Die zusätzliche Stromversorgung der Radeon RX 9070 GRE Pulse erfolgt über zwei 8-Pin-Anschlüsse. Mit jeweils theoretisch 150 W ist die Versorgung der Karte damit problemlos möglich.

Auf der Slotblende der Sapphire Radeon RX 9070 GRE Pulse vorhanden sind jeweils zweimal HDMI 2.1b und DisplayPort 2.1a.

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