Seite 1: Mining mit optimierten GPUs

mining2Auch wenn die Kurse in den vergangen Tagen und Wochen gefallen sind – derzeit ist kein Ende beim Boom der Kryptowährungen zu erkennen und gänzlich verschwinden werden sie auf absehbare Zeit sicherlich auch nicht mehr. Wir wollen uns dem Thema erneut widmen und haben uns einige Grafikkarten geschnappt, um diese hinsichtlich ihrer Leistung zu untersuchen. Am Ende wollen wir aber nicht nur jede einzelne Karte im jeweiligen Optimum betreiben, sondern wir haben uns auch angeschaut, was sieben derart optimierte Karten in einem System leisten können.

Spieler können mit dem Thema Mining weniger anfangen. Und das nicht nur, weil es sie oftmals nicht interessiert, sondern weil der Mining-Boom seit Monaten die Preise für die Grafikkarten in die Höhe treibt. Bestimmte Modelle werden 50 % und mehr über dem sonst üblichen Preis gehandelt. Zweitweise waren keine Karten mit Vega-GPU zu bekommen. Inzwischen liegen diese hin und wieder in den (digitalen) Ladenregalen, werden dann aber zu ebenso horrenden Preisen gehandelt. AMD soll vom derzeitigen Boom besonders profitieren, wiegelt hinsichtlich der Gefahren aber ab. NVIDIA dürfte sich aufgrund der Absatzzahlen ebenfalls freuen, versucht das Thema aber möglichst klein zu halten.

Derzeit ist etwas Entspannung in Sicht. Die Kryptowährungen haben sich auf einem relativ niedrigen Niveau eingependelt und sind weit vom Hoch vom Ende des vergangenen Jahres entfernt. Hinzu kommt, dass der mutmaßliche Preistreiber Ethereum eine Umstellung von Proof-of-Work-Modell (PoW) zu Proof of Stake (PoS) plant und gleichzeitig die Ausschüttung für das Mining reduzieren möchte. Hinzu kommt, dass bis zum Sommer mindestens ein Anbieter mit Mining-Hardware auf Basis von ASICs aufwarten will.

Unser Mining-System

Ziel dieses Artikels ist es die Unterschiede zwischen nicht optimierter und optimierter Hardware aufzuzeigen. Am Ende schauen wir uns aber auch an, wie ein komplettes Mining-System aussehen könnte. Die Wahl der Hardware ist im ersten Schritt recht einfach – wir haben uns die aktuellen Karten von AMD und NVIDIA geschnappt. Diese wären:

  • Sapphire Nitro Radeon RX 470 8G D5 Mining Edition
  • Sapphire Pulse Radeon RX 580 8GD5
  • Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+
  • ASUS ROG Strix Radeon RX Vega 64 OC Edition
  • AMD Radeon RX Vega 56
  • AMD Radeon RX Vega 64
  • MSI Radeon RX 480 Gaming 4G
  • NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti FE
  • NVIDIA GeForce GTX 1080 FE
  • NVIDIA GeForce GTX 1070 FE
  • NVIDIA GeForce GTX 1060 FE

Jede Grafikkarte haben wir uns für sich angeschaut, später dann auch eine bestimmte Kombination in einem größeren System eingesetzt. Dazu haben wir folgende Komponenten verwendet:

Ein paar Besonderheiten bzw. auf das Mining ausgelegte Hardware wollen wir noch einmal gesondert vorstellen.

ASRock H110 Pro BTC+:

Da wir nicht nur die Leistung einer Karte unter die Lupe nehmen wollen, sondern später auch ein Gesamtsystem mit sieben Karten, benötigen wir den richtigen Untersatz in Form eines passenden Mainboards. Die Wahl fiel dabei auf das ASRock H110 Pro BTC+.

Das ASRock H110 Pro BTC+ ist zunächst einmal eine herkömmliche ATX-Platine mit H110-Chipsatz und Sockel LGA1151. Im Gegensatz zu vielen anderen Platinen gibt es hier aber keine unnötigen Zusatz-Chips für Audio und Storage und auch der eine oder andere PCI-Express-Slot wurde ausgetauscht. Das Board verfügt lediglich über die wichtigsten Ports und Schnittstellen, kann dafür aber mit bis zu 13 Grafikkarten kommunizieren, welche dann jeweils über eine Lane und per Kabelverbindung angesprochen werden. Das soll die ATX-Platine vor allem für das Mining von Bitcoins effizient machen.

PCIe VER 006C Riser:

Um die Grafikkarten auf dem Mainboard einsetzen zu können, müssen PCI-Express-Riser eingesetzt werden.

Die PCI-Express-Riser bestehen aus einer PCIe-x1-Steckkarte, die in das Mainboard eingesteckt wird. Die Verbindung zwischen dieser PCIe-x1-Steckkarte und dem Modul, in welches die Grafikkarte eingesteckt wird, wird per USB 3.0 hergestellt. Darauf befindet sich auch ein 6-Pin-Anschluss für die Stromversorgung des PCI-Express-Steckplatzes. Dieser wiederum kann direkt mit einem Netzteil verbunden oder aber über einen beiliegenden SATA-Stromadapter versorgt werden.

Die PCIe-x16-Platine kann auf einer Oberfläche verschraubt werden. Durch die Länge des USB-Kabels besteht eine gewisse Flexibilität bei der Positionierung der Karte. Die Unterseite ist mit einem Schaumstoff versehen, sodass die Karten auch recht gut auf der Platine stehen.

Seasonic Prime Platinum 1200W:

Zur Versorgung des Systems reichte ein Netzteil nicht mehr aus. Für das komplette System benötigten wir zwei Seasonic Prime Platinum mit einer Ausgangsleistung von jeweils 1.200 W. An der Grenze sind wir aber nicht nur wegen der Ausgangsleistung, sondern vor allem wegen der Anzahl an Anschlüssen, die über das Netzteil angeboten werden können. Die beiden Netzteile müssen aber auch zusammen starten, was durch ein einfaches Brücken der Kontakte am 24-Pin-Stecker möglich ist (PowerOn und Masse) oder aber eine günstige Platine.

Auf diese Platine wird der 24-Pin-Stecker des zweiten Netzteils gesteckt. Vom primären Netzteil muss einfach nur ein Molex-Stecker angeschlossen werden, der sozusagen das Startsignal an das zweite Netzteil gibt.

Mining-Karten von Sapphire:

Für das Mining haben wir grundsätzlich normale Grafikkarten verwendet. Sapphire stellte uns aber auch ein auf das Mining optimiertes Modell zur Verfügung. Die Nitro Radeon RX 470 8G D5 Mining Edition zeichnet sich dahingehend aus, dass nur ein einfacher DVI-Ausgang vorhanden ist und ein Quad-BIOS angeboten wird. Über das Quad-BIOS können verschiedenen Optimierungen abgelegt werden. Je nach Kryptowährung kann dann schnell und einfach auf diese zurückgegriffen werden.

Zahlreiche Hersteller bieten inzwischen solche speziellen Mining-Karten auf Basis von AMD- und NVIDIA-GPUs an. Auf die Spitze getrieben wird das Prinzip bei Hardware, die eigentlich nur noch aus dem PCB plus GPU und Speicher besteht. Auf den Kühler oder eine Slotblende wird gänzlich verzichtet. Der Kühler wird in einfachster Form vom Betreiber montiert. Es geht darum den Preis für die Hardware so niedrig wie möglich zu halten.

Für unseren Test konzentrieren wir uns aber weitestgehend auf Standard-Hardware. Was aber schnell ersichtlich wird: Für ein komplettes Mining-Rig ist etwas Bastelarbeit notwendig.