Seite 2: Mining-Tools und Hardware-Optimierung – Messungen ohne Optimierung

Kommen wir nun zur Software-Basis. Damit ist nicht das eingesetzte Windows 10 gemeint, sondern das jeweilige Mining-Tool. Diese verwenden im Falle der AMD-Karten die OpenCL-Schnittstelle. Bei den NVIDIA-Karten wird CUDA verwendet.

Für das Schürfen im Ethereum-Netzwerk verwendeten wir den Claymore's Dual Ethereum + Decred/Siacoin/Lbry/Pascal/Blake2s/Keccak AMD+NVIDIA GPU Miner. Die Dual-Mining-Funktion spielte für uns allerdings keine Rolle. Aufgrund der guten Optimierungen können wir den Claymore in der Version 11.6 sowohl für AMD- als auch NVIDIA-Karten verwenden.

Etwas komplizierter wird es für die übrigen beiden Kryptowährungen. Für Monero auf AMD-Karten haben wir den Cast XMR in der Version 0.9.2 verwendet. Bei NVIDIA-Karten kam der XMRIG 2.5.2 zum Einsatz. Diesen gibt es in einer speziell angepassten Version auch für AMD-GPUs und CPUs. Für ZCash auf AMD-GPUs setzten wir auf den Claymore's ZCash AMD GPU Miner in der Version 12.6. Da dieser auf AMD-Karten ausgelegt ist, griffen wir für NVIDIA-Karten auf den EWBF CUDA Zcash Miner in der Version 0.3.4b zurück.

Die Wahl des Mining-Tool ist für die Effizienz nicht ganz unwichtig und aus verschiedenen Gründen sollte immer wieder überprüft werden, ob diese in einer neuen Version vorliegen. So ermöglichen neue Versionen häufig eine verbesserte Unterstützung für bestimmte GPUs oder ein optimiertes Zusammenspiel mit einem neuen Treiber. Außerdem gibt es hin und wieder Änderungen im Netzwerk der Währung und diese müssen auch in das Mining-Tool einfließen.

Auf spezielle Mining-Treiber haben wir verzichtet. AMD bieten einen solchen an, allerdings stammt dieser aus dem Sommer des vergangenen Jahres. Inzwischen haben die Mining-Tools ebenfalls Optimierungen erhalten, welche mit den neuesten Treibern das Niveau des Mining-Treibers erreichen. Zudem sieht AMD inzwischen entsprechende Optionen im neuesten Treiber vor – auch ohne, dass dieser den Mining-Zusatz trägt. Besonders deutlich wird dies beim Cast XMR in der Version 0.9.2, der ohne Mining-Treiber auf eine Leistung kommt, welche die Vorgänger-Version nur mit diesem schaffte.

Für die Tests haben wir die aktuellsten Treiber in Form des AMD Radeon Software Adrenalin Edition 18.3.4 sowie des NVIDIA GeForce 391.35 verwendet.

Die nun folgenden Messungen waren mit einem gehörigen Aufwand verbunden. Wir haben jede Karte in den drei Währungen sowohl im nicht optimierten als auch optimierten Zustand gemessen. Neben der Rechenleistung ist dabei vor allem die Leistungsaufnahme interessant. Nur so können wir letztendlich auch bestimmen, welche der Karten die effizienteste ist. Die Rechenleistung pro Watt ist am Ende der entscheidende Faktor.

Rechenleistung ohne Optimierung

Ethereum-Mining

Claymore 11.6

MH/s
Mehr ist besser

Monero-Mining

Cast XMR 0.9.2​​​

H/s
Mehr ist besser

ZCash-Mining

Claymore's ZCash AMD GPU Miner 12.6

Sol/s
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme

Ethereum-Mining

Leistungsaufnahme

Watt
weniger ist besser

Monero-Mining

Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

ZCash-Mining

Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Effizienz

Ethereum-Mining

Effizienz

Watt pro MH/s
weniger ist besser

Monero-Mining

Effizienz

Watt pro H/s
Weniger ist besser

ZCash-Mining

Effizienz

Watt pro Sol/s
Weniger ist besser

Für die ersten Benchmarks lässt sich festhalten:

  • für Ethereum sind die Vega-Karten am schnellsten, für Monero ist der Abstand noch größer
  • ZCash ist eine Domäne der schnellen Pascal-Karten von NVIDIA
  • bei der Leistungsaufnahme hat NVIDIA Vorteile und damit auch bei der Effizienz
  • Ausnahmen bestätigen für AMD hin und wieder die Regel in Sachen Leistungsaufnahme und Effizienz