Seite 1: Polaris neu aufgelegt: AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test

amd rx500 logoNach dem durchaus erfolgreichen Start der RYZEN-Prozessoren im High-End- und Mittelklasse-Segment beginnt bei AMD die zweite Phase des Neustarts – könnte man meinen. Heute soll aber noch nicht die Vega-Architektur das Thema sein, sondern AMD legt mit der Radeon-RX-500-Serie die Polaris-Architektur neu auf und will über Verbesserungen in der Fertigung auch für den Endkunden ein besseres Gesamtpaket bieten. Wer bereits eine Karte der RX-400-Serie besitzt, wird aber keinen Kaufanreiz verspüren, vielmehr zielt AMD auf die Käuferschicht ab, die von früheren Karten wechseln möchte. Wir schauen uns heute zwei Modelle der Radeon RX 580 sowie eines der Radeon RX 570 an.

Wo AMD die Käufer sieht, macht man mit folgenden Zahlen deutlich: Rund 80 % aller Gaming-Rechner besitzen eine Grafikkarte der Leistungsklasse Radeon RX 380X oder niedriger. Ab dieser soll sich ein Update auf die Radeon RX 580 lohnen. Virtual Reality spielt auch eine Rolle, wenngleich die Stückzahlen sich sicherlich nicht alleine durch VR erreichen lassen werden. AMD setzt aber weiter auf diesen Trend.

Ein Hinweis zum Test: Über die Osterfeiertage hatten wir natürlich nicht die Zeit für einen ausführlichen Test, wie wir ihn sonst anfertigen können. Wir werden diesen Artikel in den nächsten Stunden aber weiter ergänzen – beispielsweise um Overclocking-Ergebnisse. Eventuell werden wir auch die einzelnen Karten etwas ausführlicher beschreiben.

Die AMD Radeon-RX-500-Serie basiert weiterhin auf der Polaris-Generation. AMD bezeichnet dies als "Polaris. Refined". Maßgeblich dafür verantwortlich ist die Fertigung in 14 nm. Laut AMD verwendet man hier die dritte Generation eines Fertigungsprozesses in 14 nm. Dazu hat man sich die Technologie von Samsung zertifiziert, die GPUs laufen aber auch bei GlobalFoundries vom Band. Es handelt sich bei der Fertigung um eine Verbesserung des 14LPP-Prozesses. Wir bezeichnen dies hier einmal als 14LPP+ – LPP steht dabei für Low Power Performance.

AMD erwartet sich von der neuen Fertigung einige kleinere Verbesserungen bei der Leistungsaufnahmen oder umgekehrt einen höheren Takt bei gleicher Leistungsaufnahme. Dies zeigt sich auch gleich bei den Taktraten. Auf die einzelnen Modelle gehen wir nun genauer ein.

Heute vorgestellt werden die Radeon RX 580, RX 570, RX 560 und RX 550. Alle vier Karten setzen auf die Polaris-Architektur und einige der GPUs werden uns auch bekannt vorkommen. Andere wiederum haben wir bei der RX-400-Serie so noch nicht gesehen. Von allen Karten unterstützt wird FreeSync, Radeon Chill sowie das De- und Encoding in HEVC H.265 in 4K-Auflösung.

AMD Radeon RX 580

Die technischen Daten der Radeon RX 580 in der Übersicht
Modell: Radeon RX 580 Radeon RX 480
Straßenpreis: 259 Euro 229 Euro
Technische Daten
GPU: Polaris 20 Polaris 10
Fertigung: 14 nm 14 nm
Transistoren: 5,7 Milliarden 5,7 Milliarden
GPU-Takt (Basis): 1.257 MHz 1.120 MHz
GPU-Takt (Boost): 1.340 MHz 1.266 MHz

Speichertakt:

2.000 MHz 2.000 MHz
Speichertyp: GDDR5 GDDR5
Speichergröße: 4 / 8 GB 4 / 8 GB
Speicherinterface: 256 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite: 256 GB/s 256 GB/s
DirectX-Version: 12 12
Shadereinheiten: 2.304 2.304
Textureinheiten: 144 144
ROPs: 32 32
Pixelfüllrate: 42,88 GPixel/s 40,512 GPixel/s
Texturfüllrate: 192,96 GTexel/s 182,304 GTexel/s
Rechenleistung: 6,125 TFLOPS 5,833 TFLOPS
Typische Boardpower: - 150 W
SLI/CrossFire CrossFire CrossFire

Die Radeon RX 580 basiert auf der Polaris-20-GPU, die rein auf die Architektur bezogen keinerlei Unterschiede zur Polaris-10-GPU zu bieten hat. Die Fertigung wurde verbessert und daher auch die neue Namensgebung. Den Basis- und Boost-Takt hat AMD aufgrund dieser neuen Fertigung auf 1.257 bzw. 1.340 MHz anheben können. Die Custom-Modelle gehen hier aber noch einen Schritt weiter und takten auf über 1.400 MHz.

Die Radeon RX 580 wird mit 4 und 8 GB an Grafikspeicher erhältlich sein. Zu empfehlen ist aber nur die 8-GB-Variante, da ansonsten der Speicherausbau zu Limitierung werden könnte. Der Speicher ist über ein 256 Bit breites Speicherinterface angebunden. Der Takt beläuft sich auf 2.000 MHz und damit die Speicherbandbreite auf 256 GB/s. Zu den 36 Compute Units bzw. 2.304 Shadereinheiten gesellen sich auch noch 144 Textureinheiten und 32 ROPs.

AMD Radeon RX 570

Die technischen Daten der Radeon RX 570 in der Übersicht
Modell: Radeon RX 570 Radeon RX 470
Straßenpreis: 199 Euro 170 Euro
Technische Daten
GPU: Polaris 20 Polaris 10
Fertigung: 14 nm 14 nm
Transistoren: 5,7 Milliarden 5,7 Milliarden
GPU-Takt (Basis): 1.168 MHz 926 MHz
GPU-Takt (Boost): 1.244 MHz 1.206MHz

Speichertakt:

1.650 MHz 1.650 MHz
Speichertyp: GDDR5 GDDR5
Speichergröße: 4 GB 4 GB
Speicherinterface: 256 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite: 211,2 GB/s 211,2 GB/s
DirectX-Version: 12 12
Shadereinheiten: 2.048 2.048
Textureinheiten: 128 128
ROPs: 32 32
Pixelfüllrate: 39,808 GPixel/s 38,592 GPixel/s
Texturfüllrate: 159,232 GTexel/s 135,072 GTexel/s
Rechenleistung: 5,095 TFLOPS 4,322 TFLOPS
Typische Boardpower: - 120 W
SLI/CrossFire CrossFire CrossFire

Auch die Radeon RX 570 basiert auf der Polaris-20-GPU, kommt allerdings in einer anderen Ausbaustufe daher. Dies ist auch der entscheidende Unterschied zur Radeon RX 470, die hier etwas anders aufgestellt war. Die Variante mit 1.792 Shadereinheiten war allerdings dem chinesischen Markt vorbehalten. Die Variante der Radeon RX 470 mit 2.048 an Shadereinheiten war auch hierzulande erhältlich. Die Anzahl der Textureinheiten beträgt 128. Da AMD bei der Radeon RX 570 ebenfalls ein Speicherinterface mit 256 Bit zum Einsatz kommt, sehen wir auch hier 32 ROPs.

Die Radeon RX 570 kommt mit 4 GB GDDR5 daher. Dieser arbeitet mit einem Takt von 1.650 MHz und kommt damit auf eine Speicherbandbreite von 211,2 GB/s. Auch bei der Radeon RX 570 kann AMD den Basis- und Boost-Takt durch die verbesserte Fertigung erhöhen. 1.168 bzw. 1.244 MHz sollen es in der Referenzversion sein. Auch hier werden wir aber sicherlich schnellere Varianten durch die Boardpartner geboten werden.

AMD Radeon RX 560 und 550

Die technischen Daten der Radeon RX 560 und RX 550 in der Übersicht
Modell: Radeon RX 560 Radeon RX 550 Radeon RX 460
Straßenpreis: 99 Euro 79 Euro 85 Euro
Technische Daten
GPU: Polaris 21 Polaris 12 Polaris 11
Fertigung: 14 nm 14 nm 14 nm
Transistoren: 3 Milliarden - 3 Milliarden
GPU-Takt (Basis): 1.175 MHz 1.183 1.090 MHz
GPU-Takt (Boost): 1.275 MHz 1.183 MHz 1.200 MHz

Speichertakt:

1.750 MHz - 1.750 MHz
Speichertyp: GDDR5 GDDR5 GDDR5
Speichergröße: 4 GB 2 GB 2 GB
Speicherinterface: 128 Bit 64 Bit 128 Bit
Speicherbandbreite: 112 GB/s - 112 GB/s
DirectX-Version: 12 12 12
Shadereinheiten: 1.024 512 896
Textureinheiten: 64 32 56
ROPs: 16 8 16
Pixelfüllrate: 20,592 GPixel/s - 19,2 GPixel/s
Texturfüllrate: 72,072 GTexel/s - 67,2 GTexel/s
Rechenleistung: 2,636 TFLOPS - 2,15 TFLOPS
Typische Boardpower: - - 75 W
SLI/CrossFire CrossFire CrossFire CrosFire

Auch bei der Radeon RX 560 und RX 550 kommen zwei neue GPUs zum Einsatz. Auf der Radeon RX 560 ist dies die Polaris 21 mit 16 Compute Units bzw. 1.024 Shadereinheiten. Hinzu kommen 64 Textureinheiten und 16 ROPs. Der Basis- bzw. Boost-Takt beläuft sich auf 1.175 bzw. 1.275 MHz. Der Speicherausbau hat sich mit 4 GB im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt. Der Takt des GDDR5 liegt bei 1.750 MHz. Das 128 Bit breite Speicherinterface kommt mit diesem Takt auf eine Speicherbandbreite von 112 GB/s.

Kleinster Neuling ist die Radeon RX 550. Mit acht Compute Units bzw. 512 Shadereinheiten eignet sie sich nur noch für Gelegenheitsspieler. Derzeit ist nur der Boost-Takt von 1.183 MHz bekannt. Unbekannt sind aber der Basis- und Speichertakt. Der Speicherausbau beläuft sich auf 2 GB GDDR5, die über ein 64 Bit breites Speicherinterface angebunden sind. Bei der Radeon RX 550 sind also noch einige Fragezeichen vorhanden, die wir aber sicherlich in Kürze klären wären.