Seite 12: Frametimes

Dual Graphics ist nichts anderes als CrossFire für den LowCost-Bereich. Dies bringt natürlich die bekannten Probleme mit sich. Allen vorne heran den Mikroruckler-Effekt. Während dieser bei High-End-Grafikkarten und Frameraten abseits der 50-FPS-Marke weitestgehend nicht zum Tragen kommt, ist er vor allem dann sichtbar, wenn man Grafikkarten der unteren oder mittleren Nahrungskette miteinander im CrossFire-Betrieb kombiniert, da hier deutlich geringere Bildwiederholraten erreicht werden. Zwar bringt Dual Graphics, wie wir gerade in den Benchmarks festgestellt haben, einen beachtlichen Leistungsanstieg und kann die Frameraten je nach Auflösung und Benchmarks teilweise sogar mehr als verdoppeln. Ohne Antialiasing oder anistropischer Filterung lässt sich mit einem solchen Gespann durchaus in FullHD ruckelfrei spielen - zumindest auf dem Papier. 

Hatten die ersten Dual-Graphics-Systeme hier noch mit teils sehr heftigen Mikrorucklern zu kämpfen, hat das Treiber-Team von AMD kurz nach dem Start des "Richland"-Vorgängers angekündigt, dem störenden Mikroruckler-Effekt den Kampf anzusagen. Vor allem unter "Llano" waren die Ruckler noch an der Tagesordnung. Bereits im August veröffentlichte das Team einen ersten Beta-Treiber mit "Frame Pacing". "Frame Pacing" ist eine Methode, bei der die aktuell möglichen Bilder pro Sekunde zeitlich gleichmäßiger als Rendering-Ausgabe verteilt werden. Mit dem Catalyst 14.1 der sechsten Ausbaustufe hat AMD die nächste Entwicklungs-Stufe veröffentlicht, die "Frame Pacing" auch auf Dual-Graphics-Systeme bringt. Auch die ältere "Richland"-Generation profitiert. "Frame Pacing" ist mit dem Catalyst 14.1 Beta 6 standardmäßig aktiviert. Battlefield 3 und dessen Nachfolger werden aber erst von siebten Beta-Version des Catalyst 14.1 unterstützt. Diese Version hat AMD bislang aber nur für die Presse freigegeben.

amd frametime fcat k
Mit aktiviertem "Frame Pacing" soll der Effekt der Mikroruckler minimiert werden. Hier eine FCAT-Messung von AMD.

"Frame Pacing" ist nach der Treiber-Installation standardmäßig aktiviert, lässt sich aber nach wie vor ausschalten. Einen Grund dafür gibt es allerdings nicht. AMD konnte auftretende Mikroruckler deutlich minimieren, nicht aber komplett ausschalten. Vor allem in den Zwischensequenzen von Battlefield 4 kommt es noch immer zu heftigen Rucklern. Hier will AMD mit künftigen Treiber-Updates weiter am Algorithmus feilen. Für unsere Tests setzten wir auf den Catalyst 14.1 Beta 7. Ob die US-Amerikaner diesen auch der breiten Masse zur Verfügung stellen werden, ist offen.

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"Frame Pacing" lässt sich bequem über den Catalyst-Treiber aktivieren.

Wir haben mittels FRAPS ein paar Frametime-Diagramme angefertigt - jeweils einmal mit aktiviertem Frame Pacing und ein weiteres Mal mit ausgeschalteten Frame Pacing. Am besten erkennen lässt sich der Fortschritt bei Anno 2070. Hier sind die Latenzen zwischen den einzelnen Frames deutlich geglättet worden. Aber auch in Tomb Raider, Battlefield 4, Crysis und Grid 2 kann man den Effekt nach genaueren Hinsehen erkennen. Für genauere Messungen müsste man aber auf einem FCAT-System testen. Die letzte Grafik verdeutlicht hingegen den Performance-Anstieg von der integrierten Grafiklösung hin zu Dual Graphics.

Anno 2070 - 1680x1050 8xMLAA 16xAF

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Battlefield 4 - 1680x1050 4xMSAA 16xAF

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Crysis 3 - 1680x1050 4xMSAA 16xAF

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Grid 2 - 1680x1050 4xMSAA 16xAF

grid-fp-off kanno fp on k

The Elder Scrolls V: Skyrim - 1680x1050 8xAA+FXAA 16xAF

grid-fp-off kanno fp on k

Tomb Raider - 1680x1050 2xSSAA 16xAF

grid-fp-off kanno fp on k

anno-frameverlauf k