Seite 7: Fazit

Das Core 500 ist im Vergleich mit dem Node 202 zwar eigentlich das weniger innovative Gehäuse, für die meisten Nutzer dürfte es aber die praktischere Wahl sein. Das Core 500 ist mit Blick auf die Komponenten viel weniger wählerisch. Ein paar Einschränkungen sind zwar gerade bei der Netzteillänge zu beachten, doch ansonsten kann die Hardware aus einem größeren Tower, weitestgehend auch im Core 500 montiert werden. Bemerkenswert ist auch, dass sich relativ viele Laufwerke unterbringen lassen und selbst auf ein optisches Laufwerk nicht verzichtet werden muss. 

Bei der Komponentenmontage gibt sich Fractal Design konservativ und verzichtet weitgehend auf werkzeuglose Lösungen. Auch auf ein effektives Kabelmanagement muss man konzeptbedingt verzichten. Komfortabler gelöst wurden da schon die entnehmbaren Staubfilter und das zeitgemäße I/O-Panel im Gehäusedeckel. Nach der Inbetriebnahme überzeugt das Core 500 durch ein moderates Betriebsgeräusch und eine solide Kühlleistung. Dabei besteht sogar noch Spielraum für einen Ausbau des Kühlsystems. Gerade die Möglichkeit, eine Komplettwasserkühlung mit Dual-Radiator zu installieren, ist mit Blick auf das Gehäusevolumen bemerkenswert.  

Die Herausforderung ist es nicht, ein Mini-ITX-Gehäuse mit den Nutzungsmöglichkeiten des Core 500 zu entwerfen - die Herausforderung besteht vielmehr darin, ein so flexibles Gehäuse auch noch mit kompakten Maßen zu realisieren. Viele Konkurrenzmodelle fallen dann auch deutlich größer aus. So kommt das beliebte BitFenix Prodigy beispielsweise auf 250 x 404 x 359 mm (B x H x T) und ist damit bei ähnlicher Breite und Tiefe gleich mal 20 cm höher als das Core 500. Näher dran am Format des Core 500 sind hingegen beispielsweise Antecs ISK600 und Sharkoons Shark Zone C10. Das ISK600 punktet zwar mit echtem Aluminium und einer zweistufigen Lüftersteuerung, das unflexible Kühlsystem (nur ein 120-mm-Lüfterplatz) und die fehlenden Staubfilter sind aber nachteilig. Das Sharkoon-Modell bietet hingegen wie das Core 500 zwei Deckellüfterplätze, die theoretisch immerhin einen 240-mm-Radiator aufnehmen können. Die maximale Höhe von Radiator und Lüftern wird beim Shark Zone C10 allerdings auf 5,5 cm begrenzt (bis zu 10 cm beim Core 500). Der rückwandige Lüfterplatz wird zudem auf 80-mm-Lüfter begrenzt. Im Vergleich punktet das Core 500 zudem mit der höheren Kühlleistung ab Werk, mehr Laufwerksplätzen, einer besseren CPU-Kühlerkompatibilität, wechselbaren (statt angeklebten) Staubfiltern und der HDD-Entkopplung. Dafür wird das Shark Zone C10 noch einmal fast 15 Euro billiger als das ohnehin schon günstige Core 500 angeboten. 

Gerade der Vergleich mit den direkten Konkurrenten macht deutlich, wie wenig es am Core 500 eigentlich auszusetzen gibt. Wer ein vielseitig nutzbares Mini-ITX-Gehäuse mit dezenter Optik und einem attraktiven Preis sucht, kann mit dem Fractal Design-Modell kaum etwas falsch machen. Wir zeichnen es deshalb mit unserem Preis-Leistungs-Award aus. 

Fractal Design Core 500

Positive Aspekte des Fractal Design Core 500:

  • attraktiver Verkaufspreis
  • genug Platz für leistungsstarke Dual-Grafikkarte, viele Towerkühler, ein (nicht zu langes) ATX-Netzteil und diverse Laufwerke inkl. ODD
  • im Auslieferungszustand solide Kühlleistung bei dezenter Lautstärke, zwei optionale Lüfterplätze bzw. Option für Dual-Radiator.
  • entnehmbare Staubfilter

Negative Aspekte des Fractal Design Core 500:

  • Kabelmanagement bauartbedingt kaum möglich
  • keine werkzeuglose Montage der Laufwerke und Erweiterungskarten