Schichten ist echt übel. Sollen die ruhig mehr verdienen^^
Ja, sind sie.
Man kann sich ja mal anschauen, was die Auswirkungen von Schichtarbeit sind, insbesondere, wenn man das über Jahrzehnte macht.
Auch gibt es Schichtarbeit und Schichtarbeit. Der Rythmuswechsel ist zwar immer der "gleiche".
Aber jemand, der im Sicherheitsdienst Nachtschicht in der Telefonzentrale macht (also auch die 112/110, nur so zur Einordnung) hat ne andere Belastung als der Bandarbeiter, der auch noch, entgegen seines Schlafrhythmus, körperlich leistungsfähig sein muss.
Jeder, der hier nen 9-5 Job hat, sollte sich an der Stelle extrem klein machen und leise sein.
@DonChulio
Und Gewerkschaften nehmen auch mal Einschnitte hin.
Bei VW wurde ja auch irgendwie "negativ" verhandelt. Glaube "-" gabs nicht, aber schon Einschnitte, die eben nicht nur vorwärts immer sind.
Und das mit dem -30% ist halt auch Wunschdenken.
Es gibt auch bei der IGM nicht nur Großverdiener.
Nimmt man mal 2,7k Brutto, sind -30% eben 2k Brutto.
Und jetzt frage dich mal, wie du mit 2k Brutto klarkommst.
Mit in die Überlegung rein muss, dass es in Ballungsräumen der Firmen, also sowas wie Wolfsburg, Stuttgart, Leipzig und sowas, auch die Preise für Grund&Boden völlig im Arsch sind.
Wolfsburg liegt ja mitten im Niemandsland und dennoch sind das Preise, die man am Standrand von Berlin hat.
Und -30% sind auch nen Thema, was MAs in die Privatinsolvenz treibt.
Du hast ein Haus gebaut. Zwar nicht auf Kante genäht, aber schon so, dass eben die Absolutwert der Zinsen begrenzt wird.
Wenn jetzt plötzlich 30% im Gehalt fehlen, kannst du dir entweder deinen Kredit abschminken oder aber du sitzt im Haus und fütterst die nächsten 20 Jahre Nudeln mit Tomatensauce und Urlaub (kein Luxusurlaub) gibt es dann nur noch zum 18. Geburtstrag der Kinder.
Was das in der Truppe gibt, muss man hier wohl nicht beschreiben.
Und dann sind wir wieder bei der Situation, dass man sich selbst mit nem IGM-Gehalt (und damit sind nicht die niedrigsten Stufen gemeint) kaum noch nen Eigenheim leisten kann.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass das nicht immer sein muss, das ist aber ne andere Frage.
Fakt ist und das hat
@Mustis schon festgestellt, dass die Produktivitätssteigerung sich nicht im Gehalt niederschlägt, egal bei wem.
@DonChulio
Du bist ja irgendwie Konstrukteur oder sowas?!
Nehmen wir mal an, du hast 1950 ein Zahnrad designt. Alles schön mit Stiften, Schablonen und Rechenschieber.
Für dieses Zahnrad hat die Firma 100EUR bekommen und du davon "nur" 50EUR. (Preise alle inflationsbereinigt)
Durch Taschenrechner wurdest du schneller. Sprich die Firma bekommt immer noch 100EUR, du aber nur noch 40EUR.
Du bekommst das gleiche Geld, weil du aber schneller bist, schaffst du mehr in selber Zeit, also sinkt dein "Stückpreis".
Jetzt kommt CAD. Und du bekommst nur noch 30EUR.
Als nächstes kommt KI mit dazu. Die macht das nicht komplett selber, sie nimmt dir aber, wie vorher eben auch, weitere Aufgaben ab. Du wirst also noch schneller.
Du bekommst dann nur noch 20EUR für das Zahnrad.
Die Firma aber verkauft das Zahnrad noch immer für 100EUR.
Während also früher die Arbeitskosten 50% waren, sind es jetzt nur noch 20%. Wo sind die 30% geblieben?
Klar, ein gewisser Teil ist in irgendwelchen Bürokratieöfen verbrannt worden.
Ein nicht unwesentlicher Teil aber verschwindet in den Taschen von anderen.
Sprich, du hast immer mehr Stress (das ist btw. die neue Volkskrankheit in Industrienationen), bekommst aber effektiv weniger Geld.
Es geht dir also effektiv schlechter, bekommst aber nicht mehr dafür.
Dennoch ist die Gesamtwirtschaftslage so, dass mehr Geld im System ist. Und mehr Geld im System heißt, dass die Preise höher sind. Und genau das ist der Grund dafür, dass du dir nichts mehr leisten kannst.
Es geht also nicht darum, dass der Nachbar mehr verdient, sondern, dass es in Relation, "was du erwirtschaftest" - Gehalt, nicht mehr passt.
Da gibt es dann auch so tolle Statistiken, wo man das wunderbar ablesen kann.
Sprich also, die Kosten steigen, nur kommt es bei den Menschen nicht an.
Das ist auch der Grund für die ganzen Löcher, die wir haben. Also Rentenlöcher, Krankenkassenlöcher, Haushaltslöcher usw. usf.
Denn das Geld, was die Leute nicht bekommen, geht also auch nicht in die Bereiche, wo das andere (weniger) Geld hingeht.
Sprich also, das Geld, was in den Kassen fehlt, ist da, aber nur an einer Stelle, die für die Löcher nicht relevant ist.
Weiterhin ist es so, dass ne Wirtschaft nicht von mehr Geld lebt, sondern von Geld, was im System rotiert.
Da aber immer weniger Geld im System frei rotiert (das ist der Konsum in einer Konsumgesellschaft), stagniert die Wirtschaft.
Sprich also, die ungerechte Beteiligung an der Produktivitätssteigerung würgt also über weniger frei rotierendes Geld die Wirtschaft ab.
Soweit so gut.
Die Gewerkschaften sind das einzige Mittel, damit diese Spreizung nicht so weit aufgeht. (und dennoch ist sie passiert)
Die Gewerkschaften sorgen also nicht direkt dafür, dass die Preise steigen, sie sorgen nur dafür, dass man als Beschäftigter noch halbwegs am Gewinn beteiligt wird.
Gewerkschaftler bekommen also effektiv weniger, nichtGewerkschaftler bekommen effektiv noch weniger.
Bevor man also gegen andere Beschäftigte (Gewerkschaftler) "wettert", sollte man gegen das Wettern, was das eigentliche Übel ist.
Am Ende ist deine Reaktion genau das, was das aktuelle System von dir verlangt.
Das gleiche ist es mit Wettern gegen die Mindestlöhner, gegen Migranten, gegen was auch immer.
Es geht darum, dass die Unterschicht (also die Arbeiter und damit sind wir alle hier gemeint, egal ob 30k oder 150k Jahresbrutto) sich gegenseitig "zerfleischt", statt sich auf das eigentliche Problem zu konzentrieren.
Das ist keine Verschwörungstheorie oder links/grünes Gequatsche, sondern das konkrete Vorgehen des Kapitals im Bereich der (sehr breiten) politischen Einflussnahme.
Der Bund der Steuerzahler ist nicht der Steuerzahler im Durchschnitt (also du und ich), sondern eine Firmenlobby. Und der geht es nicht darum, dass unser Geld hier schlecht eingesetzt ist, sondern dass deren Geld schlecht eingesetzt ist.
-> den kümmert es nen feuchten, dass bei dir im Dorf die Straße kaputt ist, und damit dein Auto stärker verschleißt, den interessiert, dass nicht sein LKW verschleißt
Und davon gibt es noch so einiges mehr. Die haben alle immer so "Robin Hood" Namen, effektiv ist es aber immer ein "Zusammenschluss der Kapitalgesellschaften XYZ".
Der Gegenpol dazu sind die Gewerkschaften, die eben "Zusammenschluss der Arbeiterschaft" sind.
Sprich also, die Gewerkschaften vertreten auch dich, als nichtGewerkschaftler, in einer Welt "Gut gegen Böse".
Dass in Gewerkschaften auch Egos sind, die sich gerne auch mal selber überhöhen, ist was anderes.
Kann man sich mal durchlesen.
Und das ist das gleiche, was der Projektleiter hier erfährt.
Die interne PR sagt, pass auf, wie lehnen uns mal an die Gewerkschaftstabellen an.
Das machen die nicht, weil sie so großzügig sind, sondern damit die MAs sich eben nicht in Gewerkschaften begeben.
Denn die Konsequenz wäre, dass noch teuer würde als nur einen "guten" Lohn zu zahlen.
Die MAs freut es, sie haben das Gefühl (oder auch in echt) nen guten Lohn zu bekommen, die Firma hat Ruhe vor der Gewerkschaft, die noch viel mehr Faxen durchdrücken würde, wenn sich die MAs gegen einen "verschwören".
Es geht also um soviel wie nötig, nicht um so viel wie möglich. Und so ist das seit über 100 Jahren. (davor war es freilich viel viel schlimmer)