[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Für die Firma ist es halt bequem aufs Konto, wenn man mal weniger Aufträge hat, schickt man die MA nach Hause und muss keine große Diskussion anfangen. Wurde ja auf der Versammlung quasi auf Louisianas Einwurf auch so gesagt.
 
Wenn Du diese Anzeige nicht sehen willst, registriere Dich und/oder logge Dich ein.
Auch wenn es Menschen wie @Vanatoru gibt, die es ins lächerlich ziehen, wenn jemand wie ich einem Vorstand etwas erklären möchte, sind es aber eben genau diese einfachen Arbeiter wie ich, die wissen, wie der Hase in der Firma läuft.
ok hold my beer :fresse:

[...]

Wir, als die Arbeitnehmer, schlagen seit mehreren Jahren vor, die Überstunden ganz normal mit 25% auszuzahlen - da wären mit einem Schlag alle Probleme erledigt, weil dann ein sehr großer Teil freiwillig und gerne Mehrarbeit leisten würde.
Die Firma weigert sich aber beständig, und pocht eben darauf, dass als erstes 200 Stunden auf dem Konto stehen müssen, bevor man sich Überstunden auszahlen lassen kann!
Es könnte alles so einfach sein!

Krankenstand wieder normal, Arbeit wird erledigt, alle sind zufrieden.
genau das ist der punkt. hier muss ich dir widersprechen. durch diesen move soll also der prod. mitarbeiter der "nur" 2300€ nach hause nimmt, was laut deiner aussage nicht zum überleben reicht, wieder volles engagement zeigen? sicher nicht länger als 2 wochen! und selbst wenn ich mit meiner meinung falsch liegen sollte, wird so ein move nicht von heut auf morgen kommen, dafür sind die beträge in der bilanz (sonstige rückstellungen) zu groß, als das sich ein börsennotiertes unternehmen dieser größe sich das erlauben könnte.
nehmen wir als theoretisches beispiel die rational ag mit der bilanz von 2024 und 2023 :
1769839169052.png

hier wären die rückstellung für zeitkonto drin. entspricht bei etwa 3k mitarbeiter ~200h.. so eine position kann sich in nem börsennotierten unternehmen nicht einfach ohne konsequenzen auflösen...

zu thema du als BR: mag sein, dass du das herz am rechten fleck hast, aber ob das reicht und nicht hart nach hinten los geht, mag ich bezweifeln. du hast mehrmals eine AU als akzeptable retourkutsche gegen deinen AG "propagiert", beziehst öffentlich gegenposition zum management mit hanebüchenen aussagen. das ende vom lied könnte so aussehen, dass sie dir das leben zur hölle machen, und du dich mit AU bedankst. bringt dem AN dann auch nicht wirklich viel, wenn sein BR "dauerkrank" ist...

laut deinen aussagen seid ihr ein deutsches börsennotiertes unternehmen, ohne gewerkschaft, ohne BR, aber einer bezahlung die sich nach IGM richtet. der preis für diese bezahlung, ohne interessensvertretung des AN und gleichzeitig an der börse notiert, sind natürlich solche zielvorgaben und praktiken, das ist mMn nachvollziehbare konsequenz!

trotzdem macht das ganze auf mich den eindruck, dass es "jammern" auf relativ hohen niveau ist, komplett subjektiv. hier muss ich dann also schmunzeln:

Jammern ist meiner Meinung nach deutsches Kulturgut 🤣

um meinen eindruck ein wenig zu belegen, zeige ich folgend, ein mögliches, ebenso subjektives gegenbild deines AG, ironischerweise mit deinen worten formuliert, chronologisch sortiert. werde den inhalt weitestgehend nicht kommentieren, er steht für sich selbst, zur übersichtlichkeit nenne ich nur das datum des posts:

06.2021:
Die Leute von draussen stehen Schlange, um bei uns einen Arbeitsplatz zu bekommen

03.2022
Bei uns wird das meiner Meinung nach gut geregelt.
Großer Industriebetrieb, die guten Lehrlinge werden übernommen, fangen aber im ersten Jahr mit um die 16€ Stundenlohn an.
Mit Sonderzahlungen und Schichtzulagen sind sie dann im ersten Jahr so bei 38k€, was ich für einen "normal" ausgebildeten gut finde.

Dann erfolgt nach einem Jahr die Lohnanpassung, wir bekommen jährlich eine Erhöhung, wenn ich nun 4% bekomme, dann bekommen die Ex Lehrlinge zb. 6.5%, oder sogar mehr, je nach Leistung.
Somit sind sie schon nach sagen wir mal 3 Jahren bei guten 50k€ Brutto im Jahr, was ich für einen 20 - 21-jährigen ein sehr gut finde.
Zumal bei uns durch die Schichten viel Steuerfrei ist, also gehen die mit guten 2.8k€ Netto (Stk. 1) nach Hause.

Finde ich absolut fair, da man einen Lehrling während der Ausbildung meiner Meinun nach gar nicht beurteilen kann.

06.2022:
Definitiv, bei meinem AG möchte ich alt werden :)
[...]
Wenn ich nur sehe, wie unser AG in der Covid Krise reagiert hat, das war schon mehr als vorbildlich.
Es gab eine Weile Kurzarbeit, welche aber mit 95% vom AG vergütet wurde, so gesehen war das eine sehr angenehme Zeit, während andere wirklich schwer zu kämpfen hatten.

09.2022:
Für mich trifft all das zu, was du schreibst, ich kann plauschen so lange ich will, Kaffee trinken, Stress hab ich nie, verdiene aber mehr als das doppelte wie du - in einem großen Metallbetrieb, und das sogar x 15 im Jahr.
x15 verstehe ich hier als 15 monatsgehälter. ist das richtig?

06.2023:
Bei uns gibt es in der Firma gerade nur ein Thema: Die Lohnrunde.
Wir gehören keiner Gewerkschaft an, aber es wurde sich immer an der IG Metall orientiert.
[...]
Bisher ist durchgesickert, dass es wohl 5,8% werden sollen, und ggf. eine Einmalzahlung, man darf gespannt sein.
Ich sehe das ziemlich locker, da ich schon gut verdiene, weiß aber von vielen jüngeren Kollegen, dass wenn es wirklich nur "so wenig" wird, sie das den AG durch verminderte Leistung spüren lassen werden.
[...]
Hinsichtlich der Rekordgewinne, die wir 2022 gemacht haben, und dass wir ein Firmenjubiläum haben, sowie dieses Jahr einen ganz besonderen Preis gewonnen haben, ist die Erwartungshaltung natürlich groß.

auch 06.2023:
Ja, letztes Jahr haben wir im Schnitt 5,65% bekommen - der Chef hat noch einen Rahmen, um dem ein oder anderen ein oder zwei Prozent mehr zu geben, eigentlich für gute Leistung, aber in der Regel gibt es das fürs Arschkriechen.

nochmal 06.2023:
Mal ein nettes Beispiel, was geschieht, wenn man den Chefs zu viel Spiel lässt:

Ich war durch meinen Unfall letztes Jahr über 8 Monate krank, vor meinem Unfall betrug mein Arbeitspensum täglich 25 dingsbumms zu fertigen, was ok war.
Nun wurde mein Arbeitsplatz von einem 22 Jährigen besetzt, dem hat man allerdings gesagt, er muss 28 dingsbumms produzieren...

Als ich dann zu Beginn diesen Jahres meine Wiedereingliederung abgeschlossen hatte, und wieder meinen Platz besetzte, fertigte ich weiterhin 25 dingsbumms, woraufhin ich zum Chef zitiert wurde.
Man teilte mir mit, dass sich die Stückzahl auf 28 erhöht habe, und ich mich bitte danach richten solle.
Ich habe meinen Chef nur gefragt "Warum?", worauf er ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut hat.
Habe es dann deutlicher ausgeführt: "Was hat sich am Arbeitsablauf geändert, dass ich 3 dingsbumms mehr fertigen soll?"
Antwort war dann natürlich, dass der jüngere Kollege das gemacht hat.

Wunderbar, ich mache das nicht, es gibt dafür keinen Grund, der es rechtfertigt, Thema erledigt.
Nun fertigen die jüngeren Burschen zum Teil tatsächlich weiterhin 28 dingsbumms, und ich bleibe bei meinen 25, und alles ist gut.
an dieser stelle möchte ich nochmal an den ersten teil des posts aus 09.2022 (weiter oben) erinnern ;)

02.2024:
Einer der wenigen Nachteile in meiner Firma ist, dass es keine individuellen Lohnerhöhungen gibt.
Man muss sich sozusagen beim Einstellungsgespräch so teuer wie möglich verkaufen, denn danach gibt es nur noch die Lohnerhöhungen, welche die Firma jährlich ansetzt.
Natürlich ist es nicht schlecht, dass wir im Schnitt 5% mehr Lohn pro Jahr bekommen, aber am meisten profitieren eben jene davon, die nicht wirklich was reißen, und dennoch dafür belohnt werden.
Mal ein Beispiel für unkollegiales Verhalten:
Wir haben eine Schweißanlage, welche Kisten für die weiteren Produktionsschritte fertigt.
Diese Anlage wird seit letzter Woche umgebaut, der Umbau geht noch bis nächste Woche.
Die Anlagenbediener und die Schweißer mussten also nun für diese Zeit in die normale Fertigung wechseln, und was soll ich sagen, auf einen Schlag sind 6 Leute krank, weil sie darauf keinen Bock haben.
Das sind auch immer dieselben, die, wenn etwas nicht passt, mal eben eine Woche, oder gerne auch zwei daheim bleiben.
Kommt jetzt die Lohnrunde, bekommen eben diese genau dasselbe wie ich zb. und das frustriert teilweise schon.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich meine Arbeitsleistung schon ein wenig angepasst habe, ich könnte zum Teil mehr leisten, aber sehe es eben aus oben genannten Gründen nicht ein.
Angeblich soll sich das Lohnsystem ab diesem Jahr ändern, statt wie üblich zb. 5% heißt es dann "bis zu 5%", und es spielen einige Punkte rein, unter anderem Fehlzeiten, ich bin sehr gespannt, wie das am Ende umgesetzt wird.

das sollte reichen... sry 4 WOT!

ich denke, du befindest dich gedanklich in einer abwärtsspirale bzgl deines AG. sowas hab ich schon ein paar mal gesehen, leider noch nie dass es im guten geendet hat. ich hoffe sehr, dass du gute optionen / plan B hast, falls du da nicht rauskommst und bestimmte eskalationspunkte erreicht werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit viel Mühe herausgearbeitet, danke. Diese Divergenz zwischen seinen Aussagen ist mir halt auch aufgefallen.
 
Fairerweise gehört aber auch dazu, dass die Firma (wo er noch positiv berichtet hat) wohl noch von den früheren Inhabern geführt wurden welche nun alle im Ruhestand sind und das neue Management komplett die Schrauben anzieht. Aber ja, so schlecht scheint der AG nicht zu sein wenn jeder da arbeiten will und wohl kaum einer das Schiff verlässt.

*edit*
Aber um mal noch was zum Thema hier beizutragen: Bei uns gab es ja vor 2 Jahren nen größeren Stellenabbau, seitdem hat der AG wohl die Taktik gewechselt und anstatt große Umstrukturierungsprogramme zu fahren (wo wohl ab 300 bertroffenen MA der Betriebsrat mit involviert werden muss) fährt man jetzt die Salamitaktik von kleinen aber stetigen Umstrukturierungen. Hier mal 20 Leute, da mal 150, da mal 80, d.h. keiner fühlt sich sicher.
Meine Abteilung scheint für die nächsten 1-2 Jahre auf jeden Fall nicht betroffen zu sein da wir essentiell sind um die aktuelle Strategie voranzutreiben aber wer weiß schon was danach ist. Die operativen Teams zittern auf jeden Fall alle, da ist die Laune und allgemein Motivation auch ganz weit oben. Immerhin wurde nicht wieder der Fehler gemacht ohne Ende Leute einzustellen nur um dann wieder abgesägt zu werden, viele Abgänge werden einfach nicht nachbesetzt und dadurch spart man sich wenigstens einige Kündigungen.
Gleichzeitig gibt man sich beste Mühe irgendwelche "Psychological Safety" und "Well being" Workshops zu machen weil in den regelmäßigen Umfragen schon klar rauskommt wie die Stimmung ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fairerweise gehört aber auch dazu, dass die Firma (wo er noch positiv berichtet hat) wohl noch von den früheren Inhabern geführt wurden welche nun alle im Ruhestand sind und das neue Management komplett die Schrauben anzieht. Aber ja, so schlecht scheint der AG nicht zu sein wenn jeder da arbeiten will und wohl kaum einer das Schiff verlässt.
wenn ich raten müsste ;) , würde ich raten dass nur 50% des boards, junger als 4-5 jahre ist, und ~50% der aktien immernoch in hand der gründerfamilie ist... aber raten ist ja nicht wissen

die schrauben werden wohl angezogen, weil für ein notiertes unternehmen es mehr braucht als umsatz- und rekordgewinne, um die investoren bei laune zu halten, i.e.S. den aktienkurs nicht nur zu halten, sondern zu steigern. du als alter hase im -390% fred, solltest das wissen :fresse:
 
Fairerweise gehört aber auch dazu, dass die Firma (wo er noch positiv berichtet hat) wohl noch von den früheren Inhabern geführt wurden welche nun alle im Ruhestand sind und das neue Management komplett die Schrauben anzieht. Aber ja, so schlecht scheint der AG nicht zu sein wenn jeder da arbeiten will und wohl kaum einer das Schiff verlässt.

Danke! :)

Wie man an der wunderbar herausgearbeiteten Timeline meiner Beiträge sehen kann, war meine Firma früher wunderbar.
Es wurde immer in erster Linie der Fokus auf den Mitarbeiter gelegt, dafür war die Firma bekannt, und das wurde auch so gelebt.
Es gab bis 2024 NIE Probleme in der Art, dass annähernd ganze Abteilungen sich krankmelden, und die Mitarbeiter haben dass, was sie bekommen haben, gerne zurückgegeben!

Die neue Geschäftsführung geht auf eine so aggressive Art vor, das kann und wird nicht gut gehen.

Ich habe noch einmal nachgesehen, wir sind weltweit über 5000 Mitarbeiter, in Bayern kratzen wir bald an 3000 - wenn man da nun von einer Krankheitsquote von über 15% spricht, sind das beinahe 450 Mitarbeiter, die da Monat für Monat auf die Barrikaden gehen, Tendenz steigend.
Das ist eine beträchtliche Zahl, aber anstatt darüber mal nachzudenken, wird versucht, das, was ich geschrieben habe, ins Lächerliche zu ziehen, oder besser gesagt, mich selbst blöd darzustellen.

Wenn in einem Betrieb so eine hohe Krankenquote herrscht, gibt es 2 Optionen:
Die Erste, wir sind alle Faul, die Zweite, wir sind alle unzufrieden.
Da es aber eben bis 2024 solche Probleme nicht gab, und die Mitarbeiter immer noch dieselben sind, würde ich zu letzterem tendieren.

Unser @Vanatoru ist das perfekte Beispiel, wie es auch unsere Vorstände machen - viel bla bla, gepaart mit lustigen Sprüchen aus der aktuellen Zeit "hold my beer" ( :ROFLMAO: ), aber wenig wirklicher Inhalt.
Zumindest bin ich ihm dankbar, dass er genau das noch einmal bestätigt hat, was ich hier wiedergebe - bis 2024 habe ich meinen AG geliebt, aktuell bröckelt es aber ein wenig :d
Ich betone aber noch einmal:
MIR geht es sehr gut in der Firma, ich habe in 2025 ganze 7 Krankheitstage gehabt, und mein Überstundenkonto ist 3 stellig.

Es ist lediglich mein sehr großer Gerechtigkeitssinn, der mich bei solchen Versammlungen eskaliern lässt.

Vanatoru:
Die Allgemeinheit kannst du natürlich gerne weiter belustigen, die 1 Minute die du aber für an mich adressierte Antworten benötigst kannst du dir sparen, oder noch besser: In Internetrecherchen investieren, denn ich setze dich jetzt auf Igno.
Menschen, die auf deine Art kommunizieren mag ich nicht, davon muss ich mir im Leben - und der Firma ;) ... - schon genug anhören, hier kann ich es dann zum Glück ausblenden. :)

Ich wünsche dir und allen andern ein schönes Wochenende :)

PS:
Noch ein fettes Edit!

Dass ein Betrieb dieser Größenordnung, im Jahre 2026 KEINEN Betriebsrat will, sollte schon für sich sprechen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube einen Betriebsrat will keine Firma. Mein AG ist nochmal etwas größer als deiner und der BR wurde vor ein paar Jahren gegründet. Da wurde natürlich offiziell gesagt, dass man das unterstützt usw. und das wird im Rahmen des notwendigen auch getan. In der Realität versucht man sogut es geht alles zu umgehen wo man den BR involvieren muss. Siehe oben mein Post, z.B. kleinere Restrukturierungen, dafür aber einfach viele um den BR zu umgehen. Oder es wird eine neue Essensoption geschaffen, da hat man jetzt an 3 Tagen in der Woche nen externen in der ehemaligen Kantine (die wurde ab Corona geschlossen) der 2 Menüs für 8,90€ bzw. 9,90€ anbieten. Das Essen ist einwandfrei, qualität wirklich super aber einfach für viele MAs zu teuer. Dieses Angebot nennt man nun alles, bloß nicht Kantine weil sonst dürfte der BR mitsprechen und der würde natürlich damit aufn Sack gehen, dass man das irgendwie subventionieren und bezahlbar machen muss. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele.
 
Wenn in einem Betrieb so eine hohe Krankenquote herrscht, gibt es 2 Optionen:
Die Erste, wir sind alle Faul, die Zweite, wir sind alle unzufrieden.
Da es aber eben bis 2024 solche Probleme nicht gab, und die Mitarbeiter immer noch dieselben sind, würde ich zu letzterem tendieren.
nein es gibt mindestens eine 3 option in der heutigen realität. wenn die bezahlung permanent steigt, kennzahlen aber nicht stark genug, produktivität aber sinkt, weil mitarbeiter unzufrieden und krank, wird ein unternehmen zufriedene mitarbeiter schon finden, nur nicht in deutschland dann. nennt sich outsoucing.

das ist das worum es primär in wirklichkeit bei euch geht / jemals gegangen ist (nach börsennotierung), niemals primär um den mitarbeiter:
1769855029756.png


edith:
mich selbst blöd darzustellen
? indem ich dich zitiert hab? dont hate the player hate the game :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube einen Betriebsrat will keine Firma. Mein AG ist nochmal etwas größer als deiner und der BR wurde vor ein paar Jahren gegründet. Da wurde natürlich offiziell gesagt, dass man das unterstützt usw. und das wird im Rahmen des notwendigen auch getan. In der Realität versucht man sogut es geht alles zu umgehen wo man den BR involvieren muss. Siehe oben mein Post, z.B. kleinere Restrukturierungen, dafür aber einfach viele um den BR zu umgehen. Oder es wird eine neue Essensoption geschaffen, da hat man jetzt an 3 Tagen in der Woche nen externen in der ehemaligen Kantine (die wurde ab Corona geschlossen) der 2 Menüs für 8,90€ bzw. 9,90€ anbieten. Das Essen ist einwandfrei, qualität wirklich super aber einfach für viele MAs zu teuer. Dieses Angebot nennt man nun alles, bloß nicht Kantine weil sonst dürfte der BR mitsprechen und der würde natürlich damit aufn Sack gehen, dass man das irgendwie subventionieren und bezahlbar machen muss. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele.

Ok, ein letzter Beitrag noch zu dem Thema, dann bin ich raus - zumindest für die nächste Zeit, ich werde aber bestimmt noch Updates mitteilen, wie es sich weiter entwickelt. :)

Ich persönlich bin der Meinung, dass der Mensch für sein Geld etwas leisten sollte.
Krankmelden, wenn man nicht krank ist, finde ich im Grunde auch nicht gut, wenn man einmal ehrlich ist, beklaut man so seinen Arbeitgeber.

Es ist als Unbeteiligter immer schnell gesagt: Dann suche dir doch einen neuen Job, man gibt generell sehr gerne Tipps, wenn es einen selbst nicht betrifft, und lässt aber außer Acht, was alles daran hängt.

Meine Abteilung umfasst glaube ich 100MA, so genau weiß ich das gar nicht, und bei uns läuft es!
Wir beliefern die Abteilung, die durch den enormen Krankenstand die Probleme verursacht.

Meine Gedanken, warum es in unserer Abteilung so gut läuft:

Keiner geht unter 3k€ NETTO nach Hause, auch die jungen Burschen nicht!
(Davon können alle in der betroffenen Abteilung träumen)

Überstunden sind bei uns freiwillig, in der Spät- und Nachtschicht bekommen wir dafür auch die Zuschläge ausgezahlt!
(In der anderen Abteilung sind sie angeordnet, es gibt nur Frühschicht, somit steht kein Cent mehr auf der Abrechnung.)

Die Spätschicht arbeitet bei Bedarf 2 Stunden länger, die Nachtschicht kommt 2 Stunden früher, und es gibt jede Woche eine Zusatznachtschicht, die immer mit mindestens 10MA besetzt ist.
Mein komplettes Team hat in der vorletzten Woche in der Nacht exakt 22.5 Überstunden pro Person geleistet, und in dieser Woche 10 Überstunden pro Person.
In meiner Abteilung kann man aber jederzeit seine Überstunden abbauen, bei uns macht bis auf ein Mann, der massiv auf jeden Cent angewiesen ist, JEDER Überstunden um dann Frei zu nehmen!
Davon kann die andere Abteilung träumen, da bewegen sich MA mit 500+ Überstunden!
Ich persönlich bin jetzt auch erst mal raus, denn ich baue im laufe des Jahres bis zu 200 Stunden auf, um dann eben den halben Dezember, sowie den halben Januar zu Hause zu bleiben - wenn es jetzt aber heißt, dass da Urlaubssperre ist, für was soll ich dann weiter Stunden aufbauen?
Auszahlen lassen möchte ich mir nämlich nichts.

Und wofür soll ein MA der betreffenden Abteilung, der schon 500 Überstunden vor sich herschiebt, dafür so gut wie nie freibekommt, weil ja eben Leute fehlen, auch noch mehr Stunden aufbauen?

Noch ein Fall:
Ich habe geschrieben, dass viele der jüngeren einen Nebenjob haben, weil eben sehr viele auch "nur" mit 1700€ Netto nach Hause gehen, die haben nicht mal die Zeit, Überstunden zu machen.

Das war zb. ein großes Thema bei der letzten Versammlung in 2025.
Man hat darum gebeten, Überstunden auszuzahlen, dann brauche man keinen Nebenjob mehr, und könne eben Stunden in die Firma investieren.
Das wird aber eben immer wieder abgelehnt, nie mit einem triftigen Grund.
Sagen wir mal wenn nur 100 einen Nebenjob mit 25-30 Stunden im Monat haben, und die investieren das in die Firma, da sieht die Welt schon wieder anders aus.

Die MA haben vorgeschlagen, ab 50 Stunden auszuzahlen, da hieß es "das nehmen wir mit".
Resultat 2026 - ab 200 Stunden+ wird ausgezahlt.
Da kommt man sich als MA natürlich nicht blöd vor, sondern baut Verständnisvoll seine Überstunden immer weiter auf.

Es gibt auch mehr als einen Fall, in dem MA VOR erreichen der 150 Stunden Grenze mal wieder eine Woche zu Hause bleiben mussten, zack 40 Stunden weg.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt.


Ich bin nicht dafür, das jeder bei uns 25€+ pro Stunde verdient, es muss natürlich schon alles im Rahmen bleiben, aber die bitte, Überstunden auszuzahlen, sollte doch wirklich noch im Rahmen bleiben, und nicht als unverschämt gesehen werden!?

Aber gut, ich denke, dass Unterhaltungen über sowas im Internet einfach keinen Sinn ergeben - alleine schon, weil ich nicht wirklich flüssig tippen kann, und mich ein Beitrag in der Größe bestimmt schon 15 Minuten oder mehr kostet :fresse:
Und vor lauter auf die Finger zu konzentrieren, kann ich kaum das zu Wort bringen, was ich eigentlich ausdrücken möchte - verbal bin ich doch um einiges eloquenter!

:)

Edit:
Die Hälfte wieder vergessen...
@Tundor
Klar wollen die keinen BR, denn dann muss dieser Überstunden freigeben, und handelt dann entsprechend das aus, was die Mitarbeiter wollen, in dem Fall wollen die meisten bezahlt werden.
Aber etwas habe ich dann hier doch wieder einmal aufs neue für mich mitnehmen können:
Ich wäre tatsächlich kein geeigneter Betriebsrat, dafür bin ich trotz meiner gleich 50 Jahre immer noch viiiieeeeeeelllll zu emotional :d
 
Wir, als die Arbeitnehmer, schlagen seit mehreren Jahren vor, die Überstunden ganz normal mit 25% auszuzahlen - da wären mit einem Schlag alle Probleme erledigt, weil dann ein sehr großer Teil freiwillig und gerne Mehrarbeit leisten würde.
Die Firma weigert sich aber beständig, und pocht eben darauf, dass als erstes 200 Stunden auf dem Konto stehen müssen, bevor man sich Überstunden auszahlen lassen kann!
Es könnte alles so einfach sein!

Krankenstand wieder normal, Arbeit wird erledigt, alle sind zufrieden.
Scheint so als wäre euer Arbeitgeber selbst so knapp bei Kasse das er es sich finanziell nicht leisten die Überstunden mit Zuschlaug auszubezahlen.

Aber denke wie zufrieden man als Mitarbeiter mit Überstunden ist hängt von vielen Faktoren ab:

1. Werden die Überstunden früh genug angekündigt und kann dann jeder Mitarbeiter für sich entscheiden wie genau er seine Überstunden erbringt. Denke wenn man mit einem Vorlauf von mindestens drei Wochen ankündigt das man für sechs Wochen von jedem Mitarbeiter wöchtentlich 5 Überstunden erwartet, aber die Mitarbeiter für sich entscheiden können an welchen Tage und ob sie lieber früher anfangen oder später Feierabend machen, dann geht es schon. Aber wenn der Chef oft erst spotan nach der Mittwagspause ankündigt das heute 1 1/2 Stunden länger gearbeitet werden muss, dann ist das natürlich schon ein Problem. Denn man hat ja auch als Arbeitnehmer seine Feierabendtermine.

2. Wie flexibel kann man die Überstunden abfeiern. Solange man die Überstunden abgesehen von den absoluten Stosszeiten relaitv flexibel und gesammelt als ganze Tage abfeiern kann, ist das den meisten Arbeitnehmern sogar lieber als Auszahlung. Vorallem wenn man sie dann z.B. als ganze Tage am Rosenmontag und Karnevalsdienstag, oder die Tage nach Ostermontag abfeiern darf, oder in den Sommermonaten wirklich öfters 3 - 3 1/2 Stunden eher Schluss machen kann damit man danach an den Badesee kann sind Überstunden viel wert. Aber wenn man die Überstunden immer nur zu extrem unattraktiven Zeiten wo weder Ferien sind noch das Wetter gut ist einbringen kann, oder maximal 2 Stunden früher Schluss machen kann was dann auch nicht mehr viel bringt, haben die Überstunden auf dem Zeitkonto eben auch fast keinen Wert. Da wäre dann schon die Auszahlung sinnvoller.
 
Hardwareluxx setzt keine externen Werbe- und Tracking-Cookies ein. Auf unserer Webseite finden Sie nur noch Cookies nach berechtigtem Interesse (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f DSGVO) oder eigene funktionelle Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir diese Cookies setzen. Mehr Informationen und Möglichkeiten zur Einstellung unserer Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Zurück
Oben Unten refresh