[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Gestrige Versammlung war kurz gesagt einfach eine Unverschämtheit.
Es war der Chef der Produktion anwesend, sowie ein Mann vom Vorstand.

Mit Stolz wurde präsentiert, wie viel man wieder überall eingespart hat, dazwischen wurde kurz mitgeteilt, dass ab dem 22.12.26 bis zum 08.01.27 eine Urlaubssperre verhängt wird - vielen Dank für ihr Verständnis.
Das eigentlich wichtige, die Auswertung unserer PL&L Umfrage, wurde in ca. 2 Minuten abgearbeitet.

Der Mensch vom Vorstand stellt sich ernsthaft hin, und berichtet darüber, wie er von Mitarbeitern, die gerne ein Haus bauen würden angesprochen wurde, dass sie gerne mehr arbeiten möchten.
Das würde man uns natürlich sofort ermöglichen, wir können alle auf einen 42 Stunden/Woche Vertrag aufstocken... :cautious:
Voraussetzung dafür aber die Bereitschaft, Überstunden zu leisten.

Aktuell besteht die Möglichkeit, sich ab 150 Überstunden die darüber hinaus geleisteten auszahlen zu lassen - dies hat man jetzt auf 200 Stunden erhöht, aber immerhin würden wir dann wieder die 25% Überstundenzuschlag bekommen.

Der größte Teil ging aber um den hohen Krankenstand, und wie man das in Zukunft verhindern kann.
Es werden nun mit jedem MA nach Krankmeldung Gespräche geführt, warum er denn krank war, und wie man das in Zukunft vermeiden kann.
Es geht dabei natürlich nicht darum, MA einzuschüchtern, sondern um für ihre Gesundheit zu sorgen :-)

Ich habe brav meinen Mund gehalten, aber am Ende bin ich ziemlich eskaliert.
Diesmal habe ich aber auch die anwesend MA direkt angesprochen, und gesagt wie enttäuscht ich von jedem einzelnen bin.
"Unten" in der Produktion sind alle nur noch am Jammern, hier ist nun einer vom Vorstand anwesend, und keiner bekommt den Mund auf.

Bezüglich des extremen Krankenstandes habe ich auch meine Meinung dazu abgegeben, das will aber wirklich keiner hören, ich bin immer noch ersaunt.

Ich habe unter anderem gesagt, dass die permanenten Überstunden dazu führen, dass MA extrem gestresst sind, und das nun mal nachweislich nicht förderlich ist, da sagt der Drecksack doch eiskalt:
Das liegt eben daran, dass nicht ALLE MA Überstunden leisten, denn dann würde es sich fairer verteilen.
Am Ende habe ich wirklich gesagt, was kann man auch von seinen Chefs erwarten, wenn der Kanzler schon der Meinung ist, dass wir zu wenig arbeiten, und zu viel krank sind.

Ich habe von meiner Seite aus auch versucht dem Vorstand einmal zu erklären, das ein Mann der 20€ die Stunde verdient, ohne Schicht in SK1 mit bestenfalls 2.300€ heimgeht, und das man in diesen Tagen damit nicht mehr Leben kann.
Er hat dann gesagt, dass die Firma nicht dafür da ist, die gestiegenen Lebenskosten abzufangen!
Kein Spaß, genau so!

Diese Entwicklung macht mich richtig wütend, aber auch traurig.
Die Firma schreibt von Jahr zu Jahr Rekordumsätze, ist alles nachzulesen, bzw. wird auch immer wieder in der Zeitung mitgeteilt, aber seit neustem nur noch auf Kosten von uns.
Ich mag keinen neuen Arbeitgeber suchen, aber wenn das so weitergeht?

Eines weiß ich genau:
Bei der nächsten Versammlung dieser Art melde ich mich krank!
Ich mag mir das alles nicht mehr anhören.
 
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Hast ja tolle Kollegen und sehr gute vorgesetzte.

Hab ich hier vor kurzem doch schon geschrieben, oder? Es gehören immer 2 dazu. Hier AN & AG. Der eine macht es, der andere lässt es mit sich machen. Ich habe für solch ein verhalten kein Verständnis.
 
Hab ich hier vor kurzem doch schon geschrieben, oder? Es gehören immer 2 dazu. Hier AN & AG. Der eine macht es, der andere lässt es mit sich machen. Ich habe für solch ein verhalten kein Verständnis.

Was ich nicht verstehe:
Die MA in der Abteilung, die wirklich das Geld in die Firma bringen, verdienen im Schnitt weniger als alle anderen.
Dieser Tage habe ich mich mit einem Unterhalten, der über 20 Jahre in der Firma ist, und noch nicht mal 23€ pro Stunde verdient.
Ohne Schichtzulagen kommt da kaum was rum, oder besser gesagt: In heutigen Zeiten reicht es kaum.

Ich kann nicht verstehen, das die Chefs nicht checken: Überstundenpflicht -> Krankenquote hoch.
Mein Vorschlag war, ab 50 Überstunden auszuzahlen, dann würde jeder gerne welche machen.
Was sagt der Mann vom Vorstand:
"Und einer wie sie ist dann der erste der jammert, wenn wir mal keine Arbeit haben, und sie nach Hause schicken müssen!"
:cautious:
Ach ja, und:
"200 Überstunden hat es doch ganz schnell aufgebaut!"

Ich glaube ich melde mich mal eine Woche oder besser zwei Krank :d
 
Offensichtlich scheint der Arbeitgeber ja immer noch attraktiv genug zu sein wenn die Leute sich lieber alle regelmäßig krank melden anstatt in ne Firma zu wechseln wo man besser behandelt wird?
 
Die MA in der Abteilung, die wirklich das Geld in die Firma bringen, verdienen im Schnitt weniger als alle anderen.
Das ist ja quasi immer so. Arbeitest in der Produktion, also blöd gesagt "unterste Kategorie" und bist dafür da dass das Unternehmen seine Produkte verkaufen kann, bekommst aber am wenigsten Geld.
Sobald du eine Leitende Position hast siehst die Welt schon wieder anders aus.
Ich hätte nach der Versammlung meine Kündigung geschrieben, bzw mich zumindest sofort nach einer anderen Stelle umgeschaut.
 
Es werden nun mit jedem MA nach Krankmeldung Gespräche geführt, warum er denn krank war, und wie man das in Zukunft vermeiden kann.
Und wie wollen die das bitte rechtlich durchbringen? Das es eine ekelhafte Bude ist war ja jetzt schon länger klar, aber da hörts echt auf.
 
Ich mag keinen neuen Arbeitgeber suchen, aber wenn das so weitergeht?
und da hast du, so schmerzlich das ist, das Kernproblem. Das wird gemacht, weil auch du es mitträgst. Und ja ich weiß sehr wohl, dass das schwer ist. Habe es bereits hinter mir und es wird wohl nicht das letzte mal sein. Man darf dabei auch nicht mir "Karma" oder so rechnen. Die Firma wird nicht pleite gehen. Und krankmelden ist exakt das falsche zu tun. Denn damit signalisierst du dem AG nur eines: Der AN ist faul und drückt sich und das auch noch "illegal". Er fühlt sich dadurch nur noch mehr bestärkt und bestätigt. Du lieferst ihm so nur genau die Rechtfertigung, die du grade beschrieben hast.
 
Und wie wollen die das bitte rechtlich durchbringen? Das es eine ekelhafte Bude ist war ja jetzt schon länger klar, aber da hörts echt auf.
Stimmt. Das dürfte schwierig werden. So ein Gespräch würde ich definitiv ablehnen.
Ich muss keine Angabe machen wieso ich Krank war und auch nicht was ich habe.
Steht ja auch nicht auf der (e)AU
 
Stimmt. Das dürfte schwierig werden. So ein Gespräch würde ich definitiv ablehnen.
Das kommt auf die konkrete Umsetzung und Intention an. Das machen ganz viele große Buden. Und hat einen rechtlich legitimen Grund: Die Fürsorgepflicht des AG, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Der AG hat die Pflicht mit seinen AN zu sprechen wenn diese übermäßig krank sind und ggf. zu klären, ob er dazu beitragen kann, dass das nicht mehr so ist. Kann also, wenn die Intention die richtige ist, etwas sehr positives sein.
 
Das kommt auf die konkrete Umsetzung und Intention an. Das machen ganz viele große Buden. Und hat einen rechtlich legitimen Grund: Die Fürsorgepflicht des AG, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Der AG hat die Pflicht mit seinen AN zu sprechen wenn diese übermäßig krank sind und ggf. zu klären, ob er dazu beitragen kann, dass das nicht mehr so ist. Kann also, wenn die Intention die richtige ist, etwas sehr positives sein.
Ja stimmt schon, aber unterm strich versucht er nur seine Haut zu retten in dem er bei einem Audit Nachweise liefert wird haben uns darum gekümmert.
Ob was daraus passiert (eine Erkenntnis den Zustand zu verbessern ist nicht grundsätzlich gesichert).

Ist ein bisschen wie mit Unfallverhütung. > Durchziehen macht das jede Firma, wenn etwas passiert ist die Firma fein raus weil sie ihre Pflicht erfüllt hat. (Haftung, aber effektiv achtet je nach AG dieser nicht darauf das auch alles so umgesetzt wird) also von der Bla Bla Pflicht zu dem das die Mitarbeiter wirklich etwas in den Alltag mitnehmen. Das ist am Ende aus meiner Sicht wichtiger als die Papiergenugtuung.
 
Arebitgeber müssen das sogar anbieten. Nennt sich BEM Gesrpäch
Das ist aber was vollkommen anderes als, "wir fragen grundlegend warum du krank bist". Und ein BEM-Gespräch kannst du als AN auch einfach ablehnen.
 
Ja was willst als AG auch machen? Es gibt Leute die machen halt krank und die werden ja kaum im BEM Gespräch sagen: "Ich mach halt krank weil ich kein Bock hab zu arbeiten"

@KurantRubys

klar ist das was anderes aber man muss weder ein BEM Gespräch machen noch bei dem anderen Gespräch was sagen


Und wir bekommen hier auch nur die AN Seite erzählt. Aber man könnte sich ja mit Kollegen zusammenschließen und einen BR Gründen. Ist halt Arbeit und muss man wohlen. Nur das Leid klagen ist halt weniger anstrengend.
Und am Ende steht es jedem AN frei zu kündigen und sich einen neuen AG zu suchen. Meistens ist es halt die Wiese wo anders nicht grüner und vermutlich sind auch bei @Louisiana viel ungelernte in der Produktion die genau wissen, dass sie woanders nicht mehr verdienen und deshalb halt auch bleiben.

Drücke trotzdem die Daumen das sich die Arbeitsbedingungen wieder bessern im Laufe des Jahres.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wird aber gemeint sein. Denk dran, du bekommst hier nur eine Seite indirekt mit. Kein AG stellt sich auf die Bühne und wird sagen, wir fragen, warum du krank warst und du musst uns das sagen. So daneben ist keiner, sowas dürfte immer auf „stille post“ zurückzuführen sein.
 
Das wird aber gemeint sein. Denk dran, du bekommst hier nur eine Seite indirekt mit. Kein AG stellt sich auf die Bühne und wird sagen, wir fragen, warum du krank warst und du musst uns das sagen. So daneben ist keiner, sowas dürfte immer auf „stille post“ zurückzuführen sein.
So ein Gespräch hat nur Sinn, wenn auch der AG Willen Zeigt das er wirklich was verbessern will. Dann lohnt sich das auch wenn der AN angibt das ihm die Überstunden immer zu viel sind.
 
Arebitgeber müssen das sogar anbieten. Nennt sich BEM Gesrpäch
Wollte ich auch gerade schreiben, ist aber freiwillig und kann vom AN abgelehnt werden. Das Gespräch macht ja nur Sinn, wenn AG und AN überhaupt an einer Besserung interessiert sind. Wenn der AG Überstunden durchdrücken will und der AN Fake krank macht, was soll das bringen.
 
Darum ging es ja nicht. Sondern darum wie rechtlich legitim solche Gespräche sind. Und dwas der AG von Lousiana da gemeitn ahbenw ird, zu 99% sind eben diese BEM Gespräche. Ob das sinnig ist in diesem Kontext, ganz anderes Thema. ^^
 
Mach es bitte. Dem AG ist es eh egal, wie es dem AN geht. Habs selbst durch und seit 3 Monaten krankgeschrieben. Bringt absolut gar nichts.
Was genau soll es denn "bringen"?

Und BEM ist übrigens nichts ungewöhnliches.
 
Arebitgeber müssen das sogar anbieten. Nennt sich BEM Gesrpäch


Die Gesetzeslage ist eindeutig: Fehlen Beschäftigte mehr als 42 Tage innerhalb von zwölf Monaten, sind Arbeitgeber verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten

Also nicht nach jedem "krank"
 
Wenn einige AN sich jetzt regelmäßig krank melden sind die 42 Tage ja schnell erreicht, das ganze geht ja schon ne ganze Weile so nach den Erzählungen.
 
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