Überstunden sollten zeitlich begrenzt sein und nur bei besonderen Anlässen. Ausfall anderer Mitarbeiter, hohes Auftragsaufkommen und andere besondere Umstände.
Genau das!
Und damit hat dann auch niemand ein Problem.
So wurde es in der Vergangenheit auch gehandhabt.
Wenn es ein Dauerzustand ist müsste der AG doch mit Neueinstellungen gegensteuern. Überstunden auf freiwilliger Basis ok. Aber andere Mitarbeiter dauerhaft da mit reinzuziehen ist nicht ok.
Hier fängt das Problem an!
Die neue Geschäftsführung ist der Meinung, dass es besser ist, weniger Mitarbeiter zu haben, die dann eben Überstunden leisten, da es ja sein könnte, das wir mal eine Auftragsflaute haben.
Fakt ist aber, das die Arbeit kaum noch zu bewältigen ist, im Jahr 2025 war es an der Grenze, und dieses Jahr werden noch mal um die 5000 mehr Geräte gefordert.
Vielleicht müsste man da mal einen Fachanwalt aufsuchen wenn man eine entsprechende Berufs-Rechtschutzversicherung hat. Das Gewerbeaufsichtsamt interessiert sich sicherlich auch für Pflichtverletzungen gegen das Arbeitszeitschutzgesetz oder die Berufsgenossenschaft.
Leider haben wir alle eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag stehen.
Den genauen Wortlaut kann ich nicht mehr wiedergeben, aber man kann von uns verlangen, Überstunden zu leisten.
Natürlich im gesetzlichen Rahmen, mehr wie 10% dürfen es nicht sein.
Wie oben erwähnt, haben wir immer im Notfall Überstunden geleistet, aber da haben wir in der Vergangenheit von bestenfalls 2 Monaten im Jahr gesprochen.
Man will sein AG natürlich nicht in Schwierigkeiten bringen, aber vielleicht brauchen die mal einen Anstoß um aufzuwachen.
Umgekehrt möchte man aber auch nicht von seinem AG in Schwierigkeiten gebracht werden.
Mittlerweile werden Mitarbeiter, die diese Überstunden nicht leisten abgemahnt.
Meine Abteilung ist davon nicht betroffen, ich bin kein Freund von Anwälten, aber in diesem Fall würde ich tatsächlich meine Rechtschutzversicherung nutzen.
Dann kenne ich scheinbar ein paar Leute die gar nicht mehr Leben dürften....
Ich denke mal, dass es auch auf die Gegend in der man lebt ankommt.
Hier im Großraum München sind 2300€ im Monat nicht mehr der Rede wert.
Natürlich kann man davon leben, aber auch nicht wirklich mehr.
Umsonst haben nicht so viele bei uns einen Nebenjob.
Ich finde das Verhalten jetzt auch nicht unbedingt gut/vorzeigbar aber wie bereits gesagt wurde, warum sucht man sich dann nicht einen neuen Job?!
Die "jungen" machen das in der Tat so.
Ich meine schon einmal berichtet zu haben, dass in dem Jahr 2025 so viele wie noch nie zuvor gekündigt haben.
Die Lehrlinge, die was auf dem Kasten haben, bleiben, weil es sich nicht gut macht, wenn du gleich nach der Ausbildung aus der Firma gehst, fangen aber sofort mit dem suchen an.
Einige suchen schon vorher, und verlassen dann die Firma sofort, wenn sie fertig sind.
Der große Rest:
Die Arbeit, die wir verrichten, ist ziemlich speziell.
Es gibt sehr viele Quereinsteiger, vom Dachdecker bis zum Metzger, ich selbst habe Rohrleitungsbauer im Apparate- und Behälterbau gelernt, das hat mit meiner Arbeit da in der Firma ganz genau nichts zu tun.
Mit meinen 48 Jahren habe ich auch keine Lust mehr, in meinen alten Beruf zu arbeiten, das würde schon aus diversen Gesundheitlichen Gründen nicht mehr gehen.
So wie mir geht es da eben sehr vielen.
Die haben sich in der Firma in dem was sie tun entwickelt, durch Erfahrung und Schulungen, aber da es für das Gerät, welches wir bauen, zumindest in Bayern nichts vergleichbares gibt, wäre ein Wechsel kaum noch möglich.
Weiterhin haben sich in den Teams auch wirklich feste und zum Teil über die Arbeit hinaus Beziehungen entwickelt, die man auch nur ungern hergeben möchte.
Und vor allem wird es auch im Handwerklichen Bereich schwer, wenn man mal an die 50 kommt, einen Arbeitsplatz zu finden.
Viele Chefs wissen, dass man in dem Alter eben immer mit diversen bestehenden oder zu erwartenden Gesundheitlichen Problemen rechnen kann.
Mein Schwiegervater war ein hohes Tier beim Bund, hat mit 19 da sein Studium begonnen, und ist nach 40 Jahren mit 59 fit wie ein Turnschuh in Pension gegangen.
Er ist ein glühender Anhänger unsers Kanzlers, und auch der Meinung, dass wir mehr arbeiten müssen.
Leider hat er einfach keine Vorstellung davon, was es heißt, sein Geld mit seinem Körper zu verdienen, und nicht mit dem Kopf, und das kann man ihm auch nicht beibringen.
Wenn er mir hier dann mal Handwerklich zur Hand geht, und nach kurzer Zeit schon erledigt ist, dann natürlich nur, weil er das nicht gewohnt ist, und nicht, weil er eben nun in einem Alter ist, wo es nicht mehr geht.
Er möchte von uns doch gar keine Hilfe. Er möchte einfach nur erzählen wie es in dem betrieb zu geht in dem er angestellt ist.
Ganz genau, vielen lieben Dank dafür!
Ich mache das, was man in so einem Forum eben macht - kommunizieren

Selbst bin ich hier nicht so aktiv, da ich eben keinen PC Arbeitsplatz wie die meisten hier habe, lese aber immer sehr gerne mit.
Oftmals hilft es auch, mal ein paar andere Meinungen zu lesen, aber ich würde hier nie nach Rat fragen, ob ich meinen Job kündigen soll.
Zum Abschluss sei noch einmal gesagt:
MIR geht es in der Bude wunderbar.
Genug Geld für kaum Arbeit, so kann ich bis zur Rente weitermachen.
Mein Team ist Top und auch wenn ich über 20 Jahre älter als alle anderen bin, sind wir über die Jahre richtige Freunde geworden, und die halten mich jung

Das ist auch der einzige Grund, weshalb ich noch 3 Schicht fahre - ich müsste sonst wo anders arbeiten, mit anderen Menschen, und das möchte ich nicht.
Sollten die Jungs mal was anderes suchen, dann ist auch bei mir der "Ofen aus", und ich lasse mich sofort versetzen.
Auf die Schichtzulagen bin ich zum großen Glück nicht mehr angewiesen.