Kommt drauf an auf was du das beziehst.
Das ist genau einer meiner Punkte... "Leistung" wird regelmäßig unterschiedlich bewertet. Mal werden die Wochenstunden herangezogen, dann die Wertschöpfung, dann die Verantwortung. In aller Regel das, was grad passt.
Wochenstunden wären zumindest weitgehend messbar und vergleichbar. Basierend darauf wird es aber verdammt schwer, Gehaltsgefälle zu rechtfertigen. Wertschöpfung finde ich persönlich extrem ungeeignet für die Bewertung von "Leistung". Welche Wertschöpfung betreibt ein Pfleger? Ein Erzieher? Verwaltende Tätigkeiten? Richter? Verantwortung wird auch gern genannt. Meistens nur so lange, wie es um Gehälter geht. Wenn es um tatsächliche Verantwortung geht, diese zu übernehmen, einzustehen, über den viele dann nicht das, was sie vorher als Begründung für ihr Gehalt genannt haben. Denke, dazu kennt jeder Beispiele. Zudem in der Form nicht messbar und somit schwer vergleichbar und definitiv in unserer Gesellschaft nicht gleichwertig bewertet. Sonst wären Erzieher, Pfleger und andere Berufe, die sehr viel Verantwortung innehaben, deutlich besser bezahlt. Verantwortung erschöpft sich im Kontext Gehalt regelmäßig darin, wieviel Personal man leitet.
Bliebe die Komplexität einer Tätigkeit. Da sehe ich aber auch wenig Relation. Ist der Job vieler Geschäftsführer "komplexer" als viele Berufe, die erheblich weniger verdienen?
Also ja, was ist denn nun genau diese "Leistung"? Wenn ich mich darauf berufe argumentativ, dann muss ich sie auch definieren und füllen können.
warum sich ein Vielverdiener nicht grundsätzlich schämen muss.
Ich habe zu keinem Zeitpunkt je gesagt, dass er das muss.... Ich finde ja eher, dass man darauf stolz sein und genauso die Abgaben darauf als großen Wert für die Gesellschaft werten sollte. Die "Entlohnung" dafür ist der überdurchschnittliche Lebensstandard, denn man dann immer noch hat. Es geht doch gar nicht darum, dass jemand "zu viel" verdient. Es geht darum die gedankliche Einstellung dazu mal zu hinterfragen und die Abgaben in der grundsätzlichen Form nicht als Benachteiligung/Strafe/Ungerechtigkeit zu betrachten sondern als Leistung an der Gesellschaft, auf die man mit Fug und Recht stolz sein kann.
PS: Konkret an dich mal gefragt, wenn es eine Systemfrage ist, wärest du den bereit, ein grundsätzlich faireres System zu tragen, auch wenn es bedeutet, das dein Gehalt in einem solchen weniger hoch wäre?