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Weltweit größtes CDN: Akamai reduziert bei Bedarf die Datenrate

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akamaiUm die Last auf das Internet zu reduzieren, hat Akamai als eines der größten Content Delivery Networks (CDN), nun eine enge Zusammenarbeit mit seinen Kunden und den ISPs angekündigt. Im Bedarfsfall soll es auch dazu kommen, dass in bestimmten Regionen oder von bestimmten Kunden die Datenraten reduziert werden.

Im Grunde hat man dies bereits vor einigen Tagen bzw. gestern für einige seiner Kunden getan. So kündigte Sony gestern an, dass es zu langsameren Update- und Spieledownloads aus dem PlayStation-Netzwerk kommen kann. Sony nutzt dazu Akamai als Dienstleister.

Laut Wikipedia-Eintrag hat Akamai unter anderem die folgenden Unternehmen als Kunden: Adobe, Apple, ARD, Bayerischer Rundfunk, Blizzard, eBay, Facebook, Microsoft, tagesschau.de, Valve, und das ZDF. Das CDN hat aber auch zahlreiche weitere Kunden. Die genannten sind aber sicherlich diejenigen, die am meisten Datenverkehr verursachen.

Bereits seit Tagen vermeldet einzelne Nutzer reduzierte Datenraten bei den von Akamai betriebenen Diensten. Hierbei kann es sich aber auch im einzelne Engpässe der ISPs handeln. Auf seinem Blog veröffentlichte Akamai nun Details dazu:

"In regions where demand is creating bottlenecks for customers, we will be reducing gaming software downloads at peak times, completing the downloads at the normal fast speeds late at night. This approach will help ensure every internet user and consumer continues to have the high-quality experience they expect across all of their internet services, and that gamers will still get the download they want, though it may take longer than usual during peak usage times."

Je nach Region und Auslastung wird Reduzierungen des eigenen CDNs vornehmen. Diese sollen aber nur zu den Stoßzeiten umgesetzt werden.

Die Maßnahmen haben vor allem Auswirkungen auf der letzten Meile der Versorgung. Neben der hohen Last auf einzelnen Diensten (Videokonferenzsysteme, kollaborative Dienste wie Slack, Microsoft Teams und viele mehr), sind es vor allem die lokalen Netze, die an ihre Kapazitätzgrenzen kommen können. Das Backbone-Datennetz ist nicht betroffen und hat noch ausreichende Kapazitäten. Dies bestätigte zumindest der größte europäische Internetknoten DE-CIX inzwischen mehrfach.

Im Grunde wird dies auch durch Akamai bestätigt:

"As the world's largest content delivery network, we have been working closely with our customers and carrier partners to maintain continuity for their businesses. Akamai's intelligent edge network architecture is inherently designed to mitigate and minimize network congestion, and because we have deployed our infrastructure deep into carrier networks, we can help those networks avoid overload by diverting traffic away from areas experiencing high levels of congestion."

Es geht nicht darum, das Netz bzw. das Internet als Ganzes zu schützen, sondern einzelne ISPs, deren Netze nicht auf die aktuelle Last ausgelegt sind.

Netflix war der erste Streaming-Anbieter, der einer Anregung der EU-Kommission nachgekommen ist die Bitrate zu reduzieren. Es folgten Amazon Prime Video, AppleTV+ und YouTube. Auch das gestern gestartete Disney+-Streamingangebot wird nicht die geplante Bitrate bieten. Zur verfehlten Digitalpolitik haben wir einen ausführlichen Kommentar veröffentlicht. Aus reich technischer Sicht sind solche Drosseln kaum sinnvoll und es gäbe andere technische Lösungen bzw. das Netz reguliert sich in gewisser Weise selbst.