1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Software
  6. >
  7. Browser und Internet
  8. >
  9. Provider sehen sich gut aufgestellt – IT-Infrastruktur dennoch am Limit

Provider sehen sich gut aufgestellt – IT-Infrastruktur dennoch am Limit

Veröffentlicht am: von

glasfaserkabelBereits gestern berichtete Hardwareluxx von den Auswirkungen des Coronavirus auf das Nutzungsverhalten im Internet. Ein Nutzer-Rekord jagt derzeit den anderen. Dies hat natürlich zur Folge, dass immer mehr Bandbreite benötigt wird. Gerade die großen Streamingportale wie Netflix, YouTube oder Twitch verzeichnen aufgrund der Krise aktuell eine erhöhte Nutzerzahl. Somit ist es auch kaum verwunderlich, dass der Internetknoten in Frankfurt einen neuen Rekord in der Übertragung von Daten vermeldet hat

Des Weiteren scheint das Coronavirus bei weitem noch nicht überwunden zu sein und die Bundesregierung verhängt immer mehr Sicherheitsbestimmungen und fordert die Bürgerinnen und Bürger der deutschen Bundesrepublik auf, sich zuhause aufzuhalten. Somit ist davon auszugehen, dass der Internetkonsum in den nächsten Tagen und Wochen weiter steigen wird. Man denke dabei nur an die vielen Menschen, die sich aktuell im Homeoffice befinden. Dabei stellt sich die Frage, ob das deutsche Internet überhaupt in der Lage ist mit solch einer hohen Nutzerzahl umzugehen bzw. ob der immens hohe Traffic in Zukunft für eine Beschränkung der Bandbreite sorgen wird?

Die Deutsche Telekom gab jetzt bekannt, dass man die Notfall- und Pandemiepläne aktiviert habe. Ebenfalls gab der Unternehmenssprecher Husam Azrak bekannt, dass selbst ein Anstieg von 70 % - wie dies in Italien der Fall war - in Deutschland kein Problem darstellen werden. Bei der Telekom ist man zuversichtlich, die steigende Last auf die eigenen Leitungen problemlos zu bewältigen. Man müsste sich keine Sorgen machen, dass in Zukunft keine Filme mehr gestreamt werden können. 

Der Pressesprecher beim Internetknoten DE-CIX, Carsten Titt, gab bekannt, dass eine physische Grenze für die Datenrate am DE-CIX praktisch nicht existent wäre. Selbst wenn alle Firmen Europas ausschließlich Homeoffice betreiben und nebenher noch die Fußball-EM übertragen würde, könnte der DE-CIX die notwendige Bandbreite für reibungslose Interconnection bereitstellen. Der Pressesprecher führte weiter aus, dass die DE-CIX in der Lage wäre, die Kapazitäten schrittweise hochzufahren. Ebenfalls ist eine Reserve von 25 % vorhanden, sollte die Datenrate plötzlich ansteigen. 

Engpässe an anderer Stelle zu erwarten

Die Infrastrukturanbieter, ISPs, CDNs und Streaminganbieter sehen sich also gut aufgestellt. Doch es wird dennoch Engpässe geben und diese zeichnen sich auch bereits ab.

Viele Unternehmen sind nicht darauf ausgelegt, dass ein Großteil der eigenen Belegschaft auf einmal in Heimarbeit geschickt wird. VPN-Dienste sind beispielsweise ein Engpass in der IT-Infrastruktur der Unternehmen. In den vergangenen Tagen gab es auch vermehrt Meldungen, dass Teamarbeit-Plattformen wie Slack, Office Teams und andere mit dem Ansturm zu kämpfen haben.

An Schulen stehen die E-Learning-Plattformen derzeit im Fokus. Hier kommt es teilweise schon zu Ausfällen, wenn nur die Lehrkräfte ihre Accounts einrichten und Unterrichtsmaterialien bereitstellen wollen. Kommt dann noch der Ansturm der Schüler hinzu, brechen die Systeme auch hier zusammen. Hinzu kommen Vorfälle, in denen solche Plattformen von DDOS-Angriffen betroffen sind.