> > > > Norwegischer Supercomputer: AMDs 64-Kern-EPYC mit 2,2 GHz bei 225 W

Norwegischer Supercomputer: AMDs 64-Kern-EPYC mit 2,2 GHz bei 225 W

Veröffentlicht am: von

amd-romeIm Rahmen der Vorstellung einer Planung eines Supercomputers in Norwegen sind weitere Details zu den EPYC-Prozessoren der zweiten Generation alias Rome aufgetaucht. Doch zunächst einmal zum Sigma2 getauften Supercomputer, der 2020 an der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim fertiggestellt werden soll. Daneben am Projekt beteiligt sind die Arctic University of Norway (UiT), die University of Bergen (UiB) und die University of Oslo (UiO).

Basis des Supercomputers bildet das BullSequana-XH2000-System von ATOS. Dies sieht den Einsatz typischer Interconnect-Technologie wie Mellanox Infiniband HDR100 und Dragonfly+ vor. Weitaus wichtiger aber ist, dass hier EPYC-Prozessoren der zweiten Generation zum Einsatz kommen. Insgesamt sollen dies jeweils zwei pro Rechenknoten sein und davon werden 1.344 Stück aufgebaut. Dies bedeutet, es kommen 2.688 EPYC-Prozessoren zum Einsatz, die über jeweils 64 Kerne verfügen – insgesamt sprechen wir also von 172.032 Kernen.

Der gesamte Speicherausbau über alle Prozessoren beträgt 372 TB. An beständigem Speicher vorhanden sind 2,55 PB. Die Rechenleistung des norwegischen Systems soll bei 5,9 PFLOPS liegen. Die Leistungsaufnahme wird mit 952 kW angegeben. Mit dieser Rechenleistung läge der Sigma2 in etwa auf Platz 30 der aktuellen Top500-Liste der Supercomputer, er würde aber deutlich weniger verbrauchen als die bestehenden Systeme.

Gekühlt werden alle Prozessoren über ein Warmwasser-System, welches effektiv, aber gleichzeitig sparsam und damit effizient sein soll.

Noch ein großes Fragezeichen bei den neuen EPYC-Prozessoren sind die technischen Daten. Zu diesen will sich AMD noch genauer äußern. Bereits im November des vergangenen Jahres tauchten Details zur Planung eines neuen Supercomputers des Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS) der Universität Stuttgart auf. Diese sahen den Einsatz von 64-Kern-Modellen bei einem Takt von 2,35 GHz vor. Für den neuen Supercomputer in Norwegen ist nun die Rede von 2,2 GHz. Die Thermal Design Power soll bei 225 W liegen. Das bisherige Spitzenmodell EPYC 7601 kommt bei 32 Kernen auf 180 W und bringt alle Kerne auf einen maximalen Takt von 2,7 GHz.

Die EPYC-Prozessoren der zweiten Generation verwenden die die erste Generation den Sockel SP3 und sollen plattformkompatibel sein. In wie weit die Erhöhung der TDP von 180 auf 225 W hier eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten. Die letzten Leistungswerte der neuen EPYC-Prozessoren präsentierte AMD auf der Computex 2019 Ende Mai. 64 Kerne bei 2,2 GHz sind in entsprechenden Anwendungen natürlich deutlich schneller als 32 Kerne bei 2,7 GHz. Inwieweit die geringere Takt aber eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten.

Zumindest wird immer deutlicher, dass AMD mit den Chiplets und der Fertigung in 7 nm keine großen Sprünge bei den Taktraten wird machen können. Die Ryzen-Prozessoren der 3. Generation kommen auf immerhin 4,6 GHz. Bei den EPYC-Prozessoren scheinen bei acht Chiplets mit jeweils acht Kernen aber nicht mehr als 2,2 GHz möglich zu sein.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 5

Tags

Kommentare (24)

#15
Registriert seit: 13.02.2006
Koblenz
Admiral
Beiträge: 11186
2,2 gegen 2,35ghz klingt jetzt nicht so weit weg. Davon abgesehen ist das für mich weniger eine Frage der Qualität des Prozesses und Siliziums, sondern eher ne Frage des Tradeoffs zwischen Leistung und (Strom)verbrauch. Vielleicht will man in Norwegen lieber etwas Strom sparen und nicht dafür 150Mhz weniger Takt in Kauf.
#16
Registriert seit: 08.05.2018

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1417
Zitat Tzk;26983956
2,2 gegen 2,35ghz klingt jetzt nicht so weit weg. Davon abgesehen ist das für mich weniger eine Frage der Qualität des Prozesses und Siliziums, sondern eher ne Frage des Tradeoffs zwischen Leistung und (Strom)verbrauch. Vielleicht will man in Norwegen lieber etwas Strom sparen und nicht dafür 150Mhz weniger Takt in Kauf.


Oder es liegt daran das man eine warmwasserkühlung verwendet.

Es macht im taktpotential durchaus unterschiede ob die cpu mit 70c oder mit 40c auf den kernen läuft.
#17
Registriert seit: 09.01.2010

Stabsgefreiter
Beiträge: 290
Was ist denn eine Warmwasserkühlung?
Keine Kühlung des Wassers mit Klimageräten?
#18
Registriert seit: 13.06.2017

Hauptgefreiter
Beiträge: 228
Zitat flxmmr;26983768
Kannst du dir vorstellen, dass man nicht nur die Navier-Stokes-Gleichung lösen möchte?


Ne natürlich nicht, darum ging es auch nicht. Es ging um Speicherbandbreite, und das trifft nicht nur auf diese Gleichung so, sobald der CPU Cache zu klein ist, steht man immer vor dem selben Problem und das gibt es im Serverbereich viele Anwendungen die von der Speicherbandbreite profitieren. Ansonsten müsste man sich überhaupt keine Gedanken um einen DDR4 Nachfolger machen.
#19
Registriert seit: 11.12.2018

Hauptgefreiter
Beiträge: 204
keine sorge, es gibt ausreichen aufwaendige probleme, welche auf seite des speichers human skalieren.
die uni dort weiss mit sicherheit besser was sie mit ihrem rechner vorhat als du!
#20
customavatars/avatar67057_1.gif
Registriert seit: 28.06.2007
Oberbayern
Kapitänleutnant
Beiträge: 1697
Zitat Elorion;26984186
Was ist denn eine Warmwasserkühlung?
Keine Kühlung des Wassers mit Klimageräten?


Das Kühlwasser wird im Heizsystem mit genutzt. Deswegen muss das Wasser was aus dem Supercomputer aber eine entsprechend hohe Temperatur haben, um die Energie möglichst effizient zu nutzen.
#21
Registriert seit: 08.11.2013

Obergefreiter
Beiträge: 117
Zitat Elorion;26984186
Was ist denn eine Warmwasserkühlung?
Keine Kühlung des Wassers mit Klimageräten?
Das macht man in Hochleistungsrechenzentren inzwischen wohl relativ häufig so. Das Wasser hat dann am Eingang eine Temperatur von ~40°C. So kann man mit Umgebungsluft kühlen und wenn man die Abwärme noch irgendwie nutzen will, ist es auch von Vorteil, wenn die bei einer höheren Temperatur anfällt.
#22
customavatars/avatar111012_1.gif
Registriert seit: 24.03.2009
Stuttgart
Stabsgefreiter
Beiträge: 288
Ich finde den letzten Satz irreführend.

Erstens ist im Server-Segment das Multithreading normal wichtiger, als der Takt.

Zweitens wird hier der Single-Core Turbo des Consumer Ryzen 3xxx mit dem Basistakt des Server Epyc 2 verglichen. Es kann schon sein, dass der Turbo-Takt zumindest im Direktvergleich (also alter und neuer 32-Kerner) höher ausfällt. Tieferer Basistakt sagt halt wirklich noch nicht viel aus und ist technisch notwendig, bei so vielen Kernen. Ob die am Ende alle mit 2,2 oder im All-Core-Boost doch z.B. 2,3 laufen ist ja noch nicht gesagt.
#23
Registriert seit: 08.05.2018

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1417
Die 2.25ghz gelten als sicher. Da die angaben fur server in sachen FLOPS immer an dem basistakt festgemacht werden. Und da scheint rome bei 2.25 zu liegen, rein rechnerisch jedenfalls.
#24
Registriert seit: 09.04.2011

Kapitänleutnant
Beiträge: 1717
Zitat Elorion;26984186
Was ist denn eine Warmwasserkühlung?
Keine Kühlung des Wassers mit Klimageräten?

Neben dem Stromverbrauch der CPUs ist der Stromverbrauch der Kühlgeräte das größte Problem bei Server. Durch die Warmwasserkühlung kann man den Stromverbrauch für die Kühlung drastisch absenken (ja nach Standort zwischen 70-90%) und spart so sehr viel Strom ein. Das kann man machen, wenn die Umgebungstemperator nicht allzu hoch ist, und man bei heißen Wetter Wasser verdampfen kann. Dieses kühlt zusätzlich und reduziert die Temperatur gegen der Lufttemperatur um einige Grad.

Damit das funktioniert, wird üblicherweise entweder das Rack mit Wasser gekühlt oder direkt die Server.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Intel Core i9-9900K im Test: Acht Kerne mit Luxuszuschlag

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL_CORE_I9-9900K

    Nach monatelangen Spekulationen und zahlreichen durchgesickerten Informationen hat Intel vor knapp zwei Wochen seine neunte Generation der Core-Prozessoren vorgestellt. Ins Rennen werden mit dem Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K zunächst drei Modelle geschickt, die nicht nur... [mehr]

  • AMD Ryzen Threadripper 2990WX und 2950X im Test: Mit Vollgas an Intel vorbei

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_THREADRIPPER_2950X

    Pünktlich zum ersten Geburtstag startet AMD den Ryzen-Threadripper-Generationswechsel. Und wie schon im Frühjahr beim Sprung von Ryzen 1 zu Ryzen 2 vertraut man auf zwei Dinge: mehr Kerne und einen geringeren Preis. Beide sollen dabei helfen, dem Dauerrivalen Intel im... [mehr]

  • Intel mit eigenen Benchmarks zum i9-9900K, i9-9980XE und i9-9900X (5. Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

    Am gestrigen Nachmittag präsentierte Intel die kommenden Produktlinien bei den Desktop-Prozessoren. Besonders interessant sind dabei natürlich die Core-Prozessoren der 9. Generation, die mit dem Core i9-9900K nun auch ein Modell mit acht Kernen und 16 Threads beinhalten. Im November wird es... [mehr]

  • AMD Ryzen 3000: Acht Zen-2-Kerne mit PCIe 4.0 ab Mitte 2019

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RYZEN3000-CES19

    Neben der Vorstellung der Radeon Vega 7 als erste Gaming-GPU aus der 7-nm-Fertigung hat AMD eine Vorschau auf die Ryzen-Prozessoren der 3000er-Serie gegeben. Die als Matisse geführten Desktop-Prozessoren werden im Sockel AM4 Platz finden, basieren aber auf der neuen Zen-2-Architektur und bieten... [mehr]

  • AMD soll Ryzen 7 2800X mit 10 Kernen in Vorbereitung haben

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_TEASER_100

    Auf der spanischen Seite El chapuzas Informatico ist ein Bild aufgetaucht, welches die Cinebench-Ergebnisse eines Ryzen 7 2800X zeigen soll. Derzeit lässt sich die Echtheit des Screenshots nicht bestätigen und bisher sind auch noch keine weiteren Informationen zu einem Ryzen 7 2800X... [mehr]

  • Intel Coffee Lake Refresh: Overclocking-Check

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL_CORE_I9-9900K

    Nach dem Start der neuen Generation der Intel-Core-Prozessoren stellt sich die Frage, wie es um die Overclocking-Eigenschaften bestellt ist. Erste Ergebnisse lieferte bereits der Test des Core i9-9900K. Doch wie schon in den vergangenen Jahren soll ein umfangreicher Check zeigen, an welchen... [mehr]